Ungewollte Mails stoppen

E-Mail-Aliase und Wegwerfadressen

Spam, Phishing und Tracking sind nervige und gefährliche Probleme des E-Mail-Alltags. Hier ein Rezept wie Sie diese Gefahren effektiv reduzieren können
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Verschiedene Briefumschläge (E-Mails) mit unterschiedlichen E-Mailadressen deuten auf einen weiteren Umsdchlag mit der Hauptadresse.

Für Eilige: Das Wichtigste in Kürze

Alias-Adressen bieten eine wirksame Möglichkeit, Ihre primäre E-Mail-Adresse vor ungewollten Mails zu schützen. Sie können bei jeder Registrierung eines Accounts eine neue Alias-Adresse nutzen, welche an ihre primäre E-Mail-Adresse (Hauptadresse) weitergeleitet wird, die dadurch verborgen bleibt. Auf diese Weise können Sie mit verschiedenen Adressaten unter verschiedenen Absenderadressen kommunizieren, aber alles über eine Hauptadresse regeln. Die erstellten Alias-Adressen können bei Bedarf deaktiviert, gelöscht oder ersetzt werden. Möglich ist dies zum Beispiel mithilfe von SimpleLogin.

Hinweis: Einige E-Mail-Anbieter geben Ihnen bereits die Möglichkeit, E-Mail-Alias-Adressen zu erstellen. Hierzu können Sie sich auch unseren Artikel Vertrauenswürdige E-Mail-Anbieter ansehen.

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Inhalt:

  1. Empfehlenswerte Alias-Service- und Wegwerfadressen-Anbieter
  2. Wie funktionieren Alias-Adressen und worauf sollten Sie bei der Nutzung achten
  3. Erweiterte Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten
  4. Vorteile von Alias-Adressen gegenüber Plus- und Wegwerf-Adressen
  5. Allgemeine Tipps für den Umgang mit Spam und Phishing

Die Nutzung einer E-Mail-Adresse im Internet zur Account-Erstellung ist der Standard. Alias- oder Wegwerf-Adressen können effektiv vor Spam schützen, indem Alias-Adressen, über die Sie Spam erhalten, einfach deaktiviert oder gelöscht (und gegebenenfalls ersetzt) werden oder in bestimmten Situationen eine Wegwerfadresse genutzt wird. Zusätzlich können Sie so besser nachvollziehen, woher Spam kommt, und Beschwerde einreichen, falls die entsprechende Mail-Adresse ohne Ihre Einwilligung für Werbezwecke missbraucht wurde.

Alias‑Adressen können auch davor bewahren, auf Phishing‑Mails hereinzufallen. Einzigartige Alias-Adressen für jeden Dienst lassen einen sofort erkennen, ob eine erhaltene Mail wirklich in Verbindung mit dem eigenen Account steht.

Darüber hinaus kann Profilbildung und personalisierte Werbung auf Basis Ihrer Hauptadresse reduziert werden, wenn Sie für jeden Account eine andere Alias-Adresse verwenden.

Hinzu kommt, dass heutzutage Unternehmen regelmäßig von Hackerangriffen betroffen sind, wobei Ihre Mail-Adresse in unbekannte Hände geraten kann. Im Gegensatz zu einer Hauptadresse bei diversen Accounts ist es bei individuellen Alias‑Adressen sehr einfach, diese zu ersetzen. Selbst wenn der eine Account, bei dem Sie Ihre Hauptadresse nutzen, betroffen ist, können Sie eine neue Hauptadresse einrichten und alle bestehenden Alias-Adressen einfach auf die neue Hauptadresse weiterleiten. Sie werden also auch unabhängiger und können einfacher Ihren E-Mail-Anbieter wechseln.

Empfehlenswerte Alias-Service- und Wegwerfadressen-Anbieter

Es gibt viele Anbieter und alle haben ihre Vor- und Nachteile. Welcher für Sie der passende ist, hängt von Ihren Präferenzen und dem Einsatzbereich ab.

SimpleLogin ist ein quelloffener Alias-Service. In der kostenlosen Version erhält man unbegrenzt viele Standard-Alias-Adressen und 10 Alias-Adressen mit geteilter Domain inklusive Antwortfunktion. Die Bedienung erfolgt über ein Webinterface, Browser-Add-On oder eine App für mobile Endgeräte. Verschiedene Abo-Varianten bieten mehr Möglichkeiten und Features, wie API-Zugriff, eigene Domains und PGP-Verschlüsselung. Seit 2022 gehört SimpleLogin zu Proton und ist auch in den Passwortmanager von Proton (ProtonPass) integriert. Wer bereits ein kostenpflichtiges Abo bei ProtonMail hat, erhält automatisch Zugang zu SimpleLogin Premium.

Addy.io ist ebenfalls ein quelloffener Alias-Service, der ein ziemlich ähnliches Angebot wie SimpleLogin hat, leider ohne Antwortfunktion in der kostenlosen Version. Allerdings bietet Giebel-IT/Adminforge mit unbox.at eine deutsche Addy-Instanz inklusive Antwortfunktion und weiteren Premium-Features auf Spendenbasis an.

Erine.email bietet einen einfachen, freien und quelloffenen Wildcard-Alias-Service inklusive Antwortfunktion, bei dem nach Bedarf Alias-Adressen deaktiviert werden können. Dieser wird von Mikaël Davranche privat betrieben, der sich über Spenden für seine Arbeit freut.

Haben Sie Bedarf an Wegwerf-Adressen, sollten Sie Anonbox in Betracht ziehen. Im Vergleich zu vielen anderen Wegwerf-Adressen-Anbietern besteht bei Anonbox keine nachvollziehbare Verbindung zwischen der E-Mail-Adresse und dem Postfachnamen, was vor unbefugtem Zugriff schützt. Darüber hinaus ist Anonbox auch über Tor

erreichbar und bietet daher ein hohes Maß an Anonymität.

Achtung: Hinter Addy.io und Erine.email steht jeweils eine Einzelperson, die den Service betreibt. Während Will Browning (Addy.io), für den Fall seines Ablebens oder sonstiger Verhinderung die Weiterführung des Services durch konkrete Maßnahmen gewährleistet, ist dies bei Mikaël Davranche (Erine.email) unklar.

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Wie funktionieren Alias-Adressen und worauf sollten Sie bei der Nutzung achten

Das Grundprinzip ist sehr einfach: Sie nutzen zusätzliche E-Mail-Adressen, die an Ihre Hauptadresse weitergeleitet werden. Nutzen Sie einen Anbieter mit Antwortfunktion, dann können Sie einfach von Ihrer Hauptadresse antworten, aber der Empfänger bekommt als Absender Ihre Alias-Adresse angezeigt. Es gibt unterschiedliche Arten von Alias-Adressen mit verschiedenen Vor- und Nachteilen.

Die sogenannten Standard-Alias-Adressen sind immer eine Kombination aus einem individuellen Teil, Ihrem Nutzernamen und einer Domain. Also z. B. irgendwas@nutzername.beispiel.de (manchmal ist der Nutzername auch vor dem @ zu finden). Zum Schutz Ihrer Privatsphäre sollten Sie bei Alias-Services einen Nutzernamen wählen, der keine Rückschlüsse auf Ihre echte Identität zulässt.

Viele Alias-Services bieten eine sogenannte „Catch-All“-Funktion (auch Wildcard-Alias) an. Wenn Sie sich bei einem neuen Dienst mit never‑used‑name@nutzername.beispiel.de anmelden, wird die Alias‑Adresse automatisch in Ihrem Account angelegt, sobald der Dienst Sie anschreibt. Sie müssen die Adresse also nicht vorher erstellen. Das macht die Nutzung schnell und bequem. Diese automatische Erstellung nennt man häufig „on‑the‑fly“.

Wollen Sie einen besseren Schutz Ihrer Privatsphäre, sind Alias-Adressen mit geteilter Domain (manchmal auch Echte-Alias-Adressen genannt), die bessere Wahl. Also irgendwas@beispiel.de. Hier teilen sich alle Nutzenden des Alias-Service einen gemeinsamen Domainnamen, wodurch die Zuordnung individueller Alias-Adressen zu einzelnen Nutzenden deutlich erschwert wird. Allerdings ist hier das Erzeugen neuer Alias-Adressen „on-the-fly“ nicht so einfach wie bei Standard-Alias-Adressen.

Erweiterte Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten

Einige Alias-Services bieten auch einen API-Zugriff an. Diese Option ermöglicht die Nutzung in Kombination mit einem Browser-Add-On, einer Smartphone-App oder einem Passwortmanager. Dadurch wird das Generieren neuer Alias-Adressen mit geteilter Domain deutlich komfortabler.

Auch die Einbindung eigener Domains bieten viele Alias-Services an. So können Sie verschiedene Adressen wie z.B. info@ihre-domain.de , anfrage@ihre-domain.de, datenschutz@ihre-domain.de usw. anlegen. Über Filterregeln können Sie dann jeder Adresse eigene Ordner in Ihrem Postfach zuweisen, um so eine bessere Übersicht und Struktur zu erlangen. Darüber hinaus bleiben Sie unabhängiger, weil Sie mit Ihrer eigenen Domain zu einem anderen Alias-Service-Anbieter wechseln können.

Vorteile von Alias-Adressen gegenüber Wegwerf- & Plus-Adressen

Wegwerf-Adressen sind meist nur eingeschränkt nützlich, da sie nur kurzweilig gültig bleiben und Sie nicht auf erhaltene Mails antworten können. Nutzen Sie z.B. eine Wegwerf-Adresse zur Account-Erstellung, ist ein Zurücksetzen des Passwortes per E-Mail nach Ablauf der Gültigkeitsdauer nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass bei vielen Anbietern reiner Wegwerf-Adressen die Postfächer nicht verschlüsselt und relativ unsicher sind. Oftmals muss man lediglich die Wegwerf-Adresse kennen, um Zugriff auf das Postfach zu erhalten.

Einige E-Mail-Anbieter geben Ihnen die Möglichkeit, Plus-Adressen zu generieren. Also z. B. hauptadresse+wort@beispiel.de, um so „Varianten“ Ihrer Hauptadresse zu erstellen. Diese Möglichkeit kann ebenfalls vor Spam und Phishing schützen. Der erlangte Schutz Ihrer Privatsphäre ist aber deutlich geringer, weil nur das Wort nach dem + ignoriert werden muss, um Ihre Hauptadresse zu identifizieren.

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Allgemeine Tipps für den Umgang mit Spam und Phishing

Im Folgenden ein paar Tipps, wie Sie sich vor Spam und Phishing schützen können:

  • Misstrauisch sein

    • Öffnen Sie niemals völlig unbedacht den Anhang einer E-Mail. Selbst vermeintlich harmlose Dateien können Schadsoftware enthalten. Prüfen Sie den Absender und die URL, indem Sie mit dem Mauszeiger auf die Adresse gehen, ohne darauf zu klicken.
    • Insbesondere bei Zahlungsaufforderungen sollten Sie vorsichtig sein und zunächst überprüfen, ob überhaupt eine Rechnung eines Onlinehändlers oder Streaming-Anbieters etc. unbezahlt sein kann.
    • Wenn Sie eine einzigartige Alias-Adresse bei dem angeblichen Absender nutzten, prüfen Sie, ob die Mail an diese einzigartige Adresse verschickt wurde.
  • Deaktivieren Sie die Anzeige im HTML-Format

    • Die Darstellung von E-Mails im HTML-Format sieht zwar grafisch ansprechender aus, birgt aber Sicherheitsrisiken. Neben Tracking-Pixeln kann Schadsoftware darin versteckt werden, die bereits beim Öffnen der E-Mail ausgeführt wird. Deaktivieren Sie daher die HTML-Anzeige und nutzen Sie stattdessen die Nur-Text-Ansicht.
  • Niemals Aufforderungen zur Eingabe persönlicher Daten nachkommen

    • Auch bei Androhung von Mahnungen oder sonstigen negativen Konsequenzen seitens vermeintlich offizieller Institutionen wie Behörden oder Banken, sollten Sie wachsam sein. Prüfen Sie notfalls über einen anderen Kommunikationsweg, ob die Nachricht tatsächlich echt ist.
  • Aktivieren Sie Spam- und Phishing-Filter

    • Nutzen Sie die Sicherheitsfunktionen Ihres E-Mail-Anbieters, um verdächtige E-Mails automatisch herauszufiltern.
  • Nicht auf Spam antworten oder „Unsubscribe-Buttons“ nutzen

    • Antworten zeigen, dass Ihre Mailadresse aktiv ist, und führen zu noch mehr Spam.
    • Unsubscribe-Buttons führen häufig zu gefährlichen Webseiten oder aktivieren einen Download von Schadsoftware.
    • Kommt Spam über eine Ihrer Alias-Adressen, können Sie diese bei Bedarf deaktivieren und ersetzen.
  • Mailadresse nur angeben, wenn nötig

    • Geben Sie Ihre Mailadresse nicht einfach überall heraus, wenn es gar nicht nötig ist.
    • Nutzen Sie unterschiedliche Mailadressen für verschiedene Zwecke (Bestellungen, Privat, Öffentlich, Arbeit usw.) oder einzigartige Alias-Adressen für jeden Account, Service etc..

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