Buchempfehlung: „Angriff der Killerunterhosen“
Vorsicht, Killerunterhosen! Ein Comic gegen Fake News und Verschwörungserzählungen
Killerunterhosen greifen an. Zahnpasta ist gefährlich. Und wer Erdnüsse isst, bekommt gigantische Muskeln. Klingt ziemlich bescheuert? Genau deshalb sind diese Beispiele ein guter Einstieg in ein Thema, das alles andere als lustig ist: Fake News, Desinformation und Verschwörungserzählungen.
In ihrem Sachcomic „Angriff der Killerunterhosen“ zeigt die kanadische Autorin und Illustratorin Elise Gravel Kindern, wie Falschinformationen funktionieren, warum Menschen sie verbreiten und weshalb wir manchmal sogar ziemlich offensichtlichen Unsinn glauben. Das Buch richtet sich an Kinder ab etwa acht Jahren und verbindet politische Bildung und Medienkompetenz mit ziemlich viel Quatsch, bunten Comicfiguren und schrägem Humor.
Warum glauben Menschen eigentlich Quatsch?
Das Spannende an „Angriff der Killerunterhosen“ ist, dass das Buch nicht einfach ein paar wahre und falsche Meldungen nebeneinanderstellt. Es geht einen Schritt weiter.
Warum werden Falschmeldungen erfunden? Warum verbreiten sie sich so gut? Was haben Gefühle wie Angst oder Wut damit zu tun? Warum teilen Menschen Meldungen, ohne sie vorher zu überprüfen? Und woran lässt sich erkennen, ob eine Geschichte tatsächlich stimmt?
Damit vermittelt das Buch etwas, das für Digitale Mündigkeit entscheidend ist: Informationen nicht bloß zu konsumieren, sondern innezuhalten, nachzufragen und Quellen zu überprüfen.
Gerade soziale Medien belohnen Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen. Eine spektakuläre Behauptung verbreitet sich deshalb häufig leichter als eine komplizierte Erklärung. Wer sich selbstbewusst und möglichst empört äußert, muss deswegen noch lange nicht recht haben.
Faktencheck statt Bauchgefühl
Elise Gravel erklärt diese Mechanismen nicht mit langen Textwüsten. Kleine Comicwesen diskutieren, widersprechen, behaupten Unsinn und zeigen ganz nebenbei, wie sich Tatsachen, Meinungen, Satire und erfundene Geschichten voneinander unterscheiden lassen.
Besonders praktisch: Das Buch vermittelt in zehn einfachen Schritten, wie Informationen überprüft werden können. Kinder sollen damit selbst herausfinden können, ob eine Nachricht glaubwürdig ist oder ob vielleicht doch gerade die Killerunterhose zuschlägt.
Dabei geht es nicht darum, Kindern eine bestimmte Meinung vorzugeben. Im Gegenteil: Sie bekommen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie sich selbst ein Urteil bilden können.
Und vermutlich können auch manche Erwachsenen beim Mitlesen noch etwas lernen.
Medienkompetenz beginnt nicht erst mit 16
Kinder begegnen Desinformation längst nicht nur in Nachrichtensendungen. Sie taucht in Videos, Chats, Memes, Suchergebnissen und sozialen Medien auf. Und sie kommt keineswegs immer mit einem Warnschild daher.
Deshalb reicht es nicht, Kindern zu sagen: „Glaub nicht alles, was im Internet steht.“
Viel hilfreicher ist es, gemeinsam zu fragen: Wer behauptet das eigentlich? Woher stammt die Information? Gibt es Belege? Berichten andere verlässliche Quellen darüber? Und könnte jemand ein Interesse daran haben, dass ich diese Geschichte glaube oder weiterverbreite?
Genau diese Haltung vermittelt „Angriff der Killerunterhosen“, ohne dabei den Zeigefinger zu heben.
Unsere Empfehlung
Wir finden: „Angriff der Killerunterhosen“ ist eine ausgesprochen gute Einführung in den Umgang mit Fake News und Verschwörungserzählungen. Das Buch nimmt Kinder ernst, ohne das Thema unnötig kompliziert zu machen. Es erklärt Manipulation, Quellenkritik und Faktenchecks verständlich und schafft es gleichzeitig, dabei wirklich unterhaltsam zu sein.
Eine gute Lektüre für Kinder ab etwa acht Jahren, für Familien, Schulen, Bibliotheken und alle, die jungen Menschen lieber Werkzeuge zum eigenen Denken geben möchten als fertige Antworten.
Das gebundene Buch hat 104 Seiten und ist bei Ravensburger erschienen.
„Angriff der Killerunterhosen“ von Elise Gravel gibt es natürlich im Digitalcourage-Shop:
shop.digitalcourage.de/digitalcourage-buecher-und-broschueren/angriff-der-killerunterhosen.html
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