Bericht

Wir waren auf der EDRi-Hauptversammlung in Warschau

Digitalcourage ist seit vielen Jahren Mitglied von European Digital Rights, dem Dachverband für die digitalpolitische Zivilgesellschaft. Hier berichten wir über die spannendsten Momente.
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Gruppenfoto der Hauptversammlung von EDRi vor dem Veranstaltungsort

Mit gepackten Koffern stiegen wir am Freitag, den 29.05., früh in den Zug nach Warschau. Dort lud Panoptykon als Gastgeber zur diesjährigen Generalversammlung von European Digital Rights (EDRi) ein, an der wir als Mitgliedsorganisation natürlich auch teilnahmen.

EDRi ist das europäische Netzwerk zur Verteidigung und Förderung digitaler Grundrechte. Mehr als 50 Organisationen aus ganz Europa arbeiten gemeinsam gegen staatliche Überwachung und privaten Datenklau auf dem gesamten Kontinent. Digitalcourage ist seit vielen Jahren Mitglied. Die Generalversammlung ist das jährliche Klassentreffen der europäischen digitalen Zivilgesellschaft.

Vor uns lag ein volles Programm: Neben Gelegenheiten zur Vernetzung mit vielen Organisationen, mussten Haushalt und die politischen Leitlinien für die kommenden Jahre diskutiert und beschlossen werden. Drei Tage voller Digitalpolitik.

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Ein weiterer zentraler Punkt waren die zahlreichen Workshops, in denen die Mitglieder ihr Wissen zu digitalpolitischer Arbeit teilten. Und so auch wir: Unsere politische Geschäftsführerin Rena erklärte dem vollen Saal, wie wir Jahr für Jahr unsere BigBrotherAwards auf die Beine stellen. Unterstützung hatten wir dabei von den Kolleg.innen von Bits of Freedom und IuRe, die in den Niederlanden und in Tschechien jeweils ihre eigenen BigBrotherAwards veranstalten.

Wie schafft ihr es, dass Spiegel, Zeit und WDR über euch berichten? Wie wählt ihr eure Preisträger aus? Wie haltet ihr auch nach der Vergabe den Druck auf die Preisträger hoch? Fragen wie diese zeigen: Es gibt viel Interesse, auch in anderen Ländern BigBrotherAwards zu organisieren. Dafür teilten wir natürlich unsere ganze Erfahrung von einem Vierteljahrhundert und ermutigten alle Teilnehmenden dazu, diesen Schritt zu gehen. Es lohnt sich!

Auch andere Organisationen warteten mit spannenden Vorträgen auf: Wie kann Zivilgesellschaft jenseits von offenen Briefen die digitalpolitische Welt in der EU und den Mitgliedsstaaten mitgestalten? Müssen wir digitale Selbstbestimmung neu denken? Und wie gelingt eine bessere Vernetzung zwischen den EDRi-Organisationen? Wir hörten gespannt zu und notierten fleißig mit.

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Ein weiterer Höhepunkt: Mit Isabela Fernandes durften wir ein neues Mitglied im EDRi-Vorstand begrüßen. Isabela bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der brasilianischen und internationalen Free-Software-Community mit und ist seit 2018 die Geschäftsführerin des Tor-Projektes – eine große Verstärkung also für das EDRi-Netzwerk!

Müde aber glücklich machten wir uns dann am Montag auf den Rückweg und stellten mit Überraschung fest, wie viel leichter unsere Koffer geworden waren. Hatten wir unsere Arbeitsrechner im Hotel liegen lassen? Nein, den Gewichtsunterschied machten die vielen kurz&mündig-Bände und Flyer, die uns förmlich aus den Händen gerissen wurden. Dafür im Gepäck: Eine Menge neuer Kontakte und Strategien für unseren Kampf gegen Überwachung von Staat und Wirtschaft.