BigBrotherAwards 2026

Früher hatte Überwachung noch ein Geräusch

Überwachung wird leiser, unser Widerspruch nicht: Das waren die BigBrotherAwards 2026 in Bielefeld.
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Ralph Caspers auf der Bühne.

Die BigBrotherAwards 2026 sind verliehen. Eine volle Hechelei, viel Applaus und ein Abend, der gezeigt hat: Wir sind viele, die Überwachung und Datenklau nicht einfach hinnehmen.

„Früher hatte Überwachung noch ein Geräusch.“

Mit diesen Worten eröffnete padeluun die BigBrotherAwards 2026. In seinem Poetry Slam nahm er uns mit durch Jahrzehnte der Überwachung und der Verstöße gegen unsere Grundrechte. Früher war Überwachung oft noch sicht- und hörbar: Kameras klickten, Tonbänder liefen, Geräte surrten und ratterten. Heute geschieht vieles digital, automatisiert und nahezu geräuschlos im Hintergrund.

Umso wichtiger ist es, diese Eingriffe sichtbar zu machen und die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. padeluuns Appell am Ende:

„Deshalb nennen wir Namen. Und genau deshalb gibt es Digitalcourage und die BigBrotherAwards.“

Der Funke sprang über. Der Saal in der Hechelei war voll, die Laudationes bekamen viel Applaus und auch nach dem Ende der Gala gingen die Gespräche weiter.

Die BigBrotherAwards machen sichtbar, was sonst schnell abstrakt bleibt: Überwachung, Datenmissbrauch und der Abbau digitaler Grundrechte haben Verantwortliche. Und es lohnt sich, genau hinzuschauen und sie beim Namen zu nennen.

Moderator Ralph Caspers führte auch in diesem Jahr mit viel Charme durch den Abend. Besonders begeistert haben uns wieder die Teckids. In ihrem eigenen Beitrag kritisierten sie ein pauschales Social-Media-Verbot für junge Menschen und machten deutlich: Statt digitaler Aufenthaltsverbote braucht es sichere Räume, digitale Mündigkeit und freie Alternativen.

Auch weit über die Hechelei hinaus wurden die BigBrotherAwards verfolgt: In 23 Städten in ganz Deutschland fanden Public Viewings statt. Auch die Medienresonanz war groß: Der WDR schaltete live von der Gala und berichtete über die Preisträger. Auch Süddeutsche Zeitung, Welt, Stern, netzpolitik.org, taz und Heise griffen die BigBrotherAwards auf. Selbst Stiftung Warentest berichtete über die Auszeichnung von Fielmann und Apollo Optik.

Hier finden Sie laufend aktualisiert alle Medienberichte: bigbrotherawards.de/2026/medienberichte

Das Video der Gala, sowie Fotos und alle Laudationes als Texte finden Sie unter bigbrotherawards.de/2026. Oder auf Englisch hier: bigbrotherawards.de/en/2026.

Und das sind die unglücklichen Preisträger 2026: In der Kategorie...

  • Behörden & Verwaltung: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt für die geplante Einführung der Steuer-ID als einheitliches Personenkennzeichen im Zuge der Registermodernisierung.
  • Technik: Fielmann und Apollo Optik für den Verkauf von Metas Smart Glasses und damit für die Normalisierung von heimlichem Filmen und Abhören im Alltag.
  • Europa: die EU-Kommission für den „Digitalen Omnibus", der den europäischen Datenschutz unter dem Deckmantel der "Vereinfachung" aushöhlt.
  • Zivilgesellschaft: das Landeskirchenamt der Nordkirche für den Zwangseinsatz von Microsoft 365 für alle Kirchengemeinden.
  • Präventiv: die Deutsche Telekom AG für die geplante Fusion mit T-Mobile US, die US-Geheimdiensten den Zugriff auf deutsche Kommunikationsdaten erlauben könnte.

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Und wieder einmal merken wir nach so einem Abend, wie viel Arbeit darin steckt: monatelange Recherchen, juristische Prüfungen, Laudationes, Bühne, Technik und Livestream. Mit der Preisverleihung ist diese Arbeit nicht vorbei. An den Themen und den ausgezeichneten Fällen bleiben wir dran.

Vielen Dank an alle, die die BigBrotherAwards möglich gemacht haben: die Jury, die Teckids, das Digitalcourage-Team, die vielen Ehrenamtlichen, unsere Partnerorganisationen und Dienstleister.innen, alle Menschen, die Public Viewings organisiert haben, und natürlich unsere Mitglieder, Fördermitglieder, Spenderinnen und Spender.

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