Digitalorganisationen fordern europäische Souveränität auch bei sozialen Medien
P R E S S E M I T T E I L U N G
des Aktionsbündnis neue soziale Medien
Bielefeld, 10.02.2026
Digitalorganisationen fordern europäische Souveränität auch bei sozialen Medien
In einem Schreiben an die Hochschulen haben sich heute 20 Organisationen und Firmen für mehr Unabhängigkeit von den großen Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube und Facebook ausgesprochen. Mit dezentralen Plattformen wie Mastodon und PeerTube wird die vielfach geforderte digitale Souveränität auch im Bereich der sozialen Medien ermöglicht.
Dabei werden Dienste wie Mastodon und PeerTube schon von rund 60 deutschen Hochschulen erfolgreich genutzt und sie haben sich zu einer tragenden Säule der Hochschul- und Wissenschaftskommunikation entwickelt. Sie ermöglichen eine Kommunikation, die unabhängig von Werbung und Manipulation durch undurchsichtige Algorithmen stattfindet.
Anlass zu einem Umbau der sozialen Medien geben aktuelle Berichte über eine Flut KI-generierter Falschmeldungen und politische Zensur auf den großen Plattformen, die zunehmend Beiträge blockieren, die die Aktivitäten der Trump-Administration kritisieren. Die Hochschulen sollten deshalb den Schwerpunkt ihrer Social-Media-Arbeit auf die nicht-kommerziellen und dezentralen Plattformen legen, die als offene Netzwerke konzipiert sind. Hochschulen als Bildungseinrichtungen werden damit viel eher ihren eigenen Zielsetzungen zur Förderung von nachhaltigem Wirtschaften und dem Schutz der Demokratie gerecht.
Die Unterzeichner sprechen sich zudem dafür aus, dass Mastodon von allen öffentlichen Einrichtungen eingesetzt wird, die soziale Medien nutzen. Denn die zugehörige App läßt sich auf dem Smartphone installieren, ohne umfangreiche Rechte zum Ausspionieren persönlicher Daten an die Betreiber zu übertragen. So können sich Bürgerinnen und Bürger auf datenschützende Weise über aktuelle Entwicklungen bei Ämtern und Behörden informieren.
Das Aktionsbündnis neue soziale Medien (https://bewegung.social/@neusom) wird als Initiator dieses Appells unterstützt von einer Reihe von Digitalorganisationen und -firmen: 54 Grad Software GmbH, Algorithm Watch, Bonn.digital, Chaos Computer Club, Computertruhe, cyber4EDU, D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt, Datenpunks, Digitalcourage, Dresdner Forschungswerk GmbH, Forum Informatik für Frieden, gute IT, King Consult, Kuketz-Blog, Open Knowledge Foundation, Save Social, Scientists for Future Berlin-Brandenburg, Topio, wechange e.G. und Wikimedia Deutschland.
Anfragen zur Pressemitteilung beantworten gerne:
Berlin
Prof. Dr. Mario Birkholz, TU Berlin
birkholz@be.tu-berlin.de, 030 314–21159
Dresden
Anja Obermüller, Dresdner Forschungswerk GmbH
0351–3185513
Hamburg
Prof. Dr. Sebastian Späth, UniHamburg
sebastian.spaeth@uni-hamburg.de, 040 239523077
Magdeburg
Mathias Magdowski, OvG Universität
mathias.magdowski@ovgu.de, 0391-67-52195
Regensburg
Prof. Dr. Björn Brembs, Uni Regensburg
bjoern.brembs@ur.de, 0941 943–3117
Senftenberg
PD Dr. Stefan Rödiger, BTU Cottbus-Senftenberg
stefan.roediger@b-tu.de, 03573 85–936
Digitalcourage e.V.
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Deutschland
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