Die eSIM ersetzt die klassische SIM-Karte

Am Freitag, den 11. März 2016 begann Vodafone in Deutschland mit dem Verkauf einer internetfähigen Armbanduhr von Samsung, welche ohne eine auswechselbare SIM-Karte auskommt. Denn die „Smartwatch Samsung Gear 2“, so die Bezeichnung der Uhr, besitzt eine neue Form der SIM-Karte: die „eSIM“.

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Es heißt, alle Mobilfunkanbieter planen die alte SIM-Karte zukünftig durch die sogenannte eSIM zu ersetzen. Das „e“ steht für embedded (dt.: eingeschlossen), denn es handelt sich um einen fest integrierten Bestandteil des jeweiligen Endgeräts.
Die verschiedenen Unternehmen wollen sich bis zum Sommer auf einen einheitlichen technischen Standard verständigen. Bislang ist ausschließlich die smarte Armbanduhr von Samsung mit einer solchen programmierbaren SIM versehen, doch es werden Mobilfunkgeräte sowie weitere Gerätetypen folgen. Eine Form der verbauten SIM ist bereits, beispielsweise aus Navigationssystemen, bekannt, jedoch waren diese bislang nicht programmierbar, sondern fest einem Anbieter zugeordnet (für weitere Informationen siehe unter anderem c’t-Online).

Was bedeutet diese Neuerung bezüglich des Datenschutzes?

Auf die eSIM lässt sich aus der Ferne zugreifen. Was für die Geräteentwickler.innen einen Vorteil bedeutet, stellt für die Nutzenden unter Umständen ein Sicherheitsrisiko dar. Es handelt sich um ein System, das – zwecks Kommunikation zwischen diversen smarten Geräten – zu allen Seiten geöffnet ist. Die Frage nach einer adäquaten Sicherung blieb bislang leider unbeantwortet. Hinzu kommt, dass auf der eSIM sensible, personenbezogene Daten gespeichert sind, welche im schlechtesten Fall durch Unbefugte abgegriffen und missbraucht werden können.

Hannes Ametsreiter, der Geschäftsführer von Vodafone Deutschland, spricht von der eSIM als

Der Schlüssel für das Internet der Dinge. (Süddeutsche Zeitung Online)

Bei aller Euphorie, die dem IoT (Internet of Things) entgegen gebracht wird, sollten dennoch die Risiken nicht außer Acht gelassen werden. Je mehr smarte Geräte wir verwenden und miteinander vernetzen, desto mehr Schnittstellen gibt es, an denen Daten abgegriffen werden können. Dass diverse globale Akteure Interesse an unseren Daten besitzen und nicht davor zurückschrecken, sich diese auch auf zweifelhaftem Wege zu verschaffen, wissen wir spätestens seit den Enthüllungen durch Edward Snowden (2013).

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Wo wir aktuell hinsichtlich des IoTs stehen und welche Daten gesammelt werden sowie einen Überblick über die Gefahren finden Sie in unserem Artikel „Internet of too many things“

Bilder
Micro SIM card: Tsahi Levent-Levi auf Flickr CC BY 2.0
Goodbye: Sharon Sinclair auf Flickr CC BY 2.0

Text
Sarah Bollmann

Veröffentlicht am 14.03.2016

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