Wir wollen RFID nicht komplett verhindern. Es geht uns nicht darum, die RFID-Entwicklung zum Erliegen zu bringen, auch wenn das unserem "Stoppschild-Logo" immer unterstellt wird. Im Gegenteil, StopRFID heißt für uns das gleiche, wie ein Stoppschild an der Straße: Anhalten, eine kurze Pause einlegen, konzentriert nach rechts und links gucken, und erst dann weiter fahren, wenn die Reise wirklich gefahrlos fortgesetzt werden kann. Wir wollen keine Abschaffung von RFID, sondern Gesetze, die die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger schützen.

Industrie, Handel und die "Wirtschaftsförderer" in der Politik preschen mit Volldampf auf den Milliardenmarkt RFID, ohne darauf zu achten, dass die Privatsphäre der Menschen links und rechts am Weg dabei auf der Strecke bleibt. Wir sehen uns als "Watchdogs" dieser Entwicklung – und Sie können uns dabei helfen.

Unsere Arbeit kostet Geld, klar. Wie Sie spenden und/oder uns auch ideell unterstützen können, finden Sie auf unserer Seite "Was kann ich tun?".

Augen auf beim Einkauf

Mit einem Einkauf in unserem digitalcourage-Shop schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erhalten etwas "Hippes" oder Praktisches zum Thema StopRFID, das der Einstieg in manch spannende Diskussion sein kann. Und wir können in der Zeit mit ihrem Geld weiter arbeiten.

Konkrete Maßnahmen gegen RFID könnten sein:

  • Wenn Sie irgendwo RFID finden – also einen Chip mit Antenne drumherum, häufig finden sich RFID-Chips unter Klebeetiketten) – melden Sie uns das bitte. Wir sammeln verschiedene Fundstellen und machen die Anwendungen so transparenter.
  • Die Frequenz der im Handel üblichen RFID-Technik ist 13,56 MHz. Auf dieser Frequenz werden die Chips angefunkt und senden ihre Informationen zurück. Diese Frequenz können Sie auf einem Radio-Weltempfänger einstellen. Bewegen Sie diesen neben eine Antenne (einen RFID-Sender) auf dieser Frequenz, hören Sie ein gepulstes Störgeräusch, ähnlich wie ein Handy in der Nähe eines Lautsprechers. Damit können Sie leicht überall feststellen, ob die RFID-Frequenz 13,56 MHz angefunkt wird. Falls Sie in Bastellaune sind, können Sie auch den RFID-Tag-Finder nachbauen.
  • Prüfen Sie genau, wo ein RFID-Chip Ihnen wirklich nützt und wo der gleiche Nutzen auch mit einem Barcode oder anders erreicht werden könnte. Sehen Sie für sich keinen Vorteil, weigern Sie sich, Karten und Gegenstände mit Funk-Chip zu benutzen und fordern Sie eine nicht-funkende Möglichkeit, um dieselbe Leistung (z.B. am Skilift oder in Bussen) nutzen zu können.
  • Sprechen Sie mit Verkaufspersonal, mit Kongressveranstaltern oder Einlasskontrolleuren, wenn Sie irgendwo RFID finden. Die RFID-anwendenden Stellen müssen wissen, dass Sie die Technologie kennen und nicht haben wollen. Nur so wird ein gesellschaftlicher Denkprozess in Gang gesetzt. Richten Sie sich auf längere Diskussionen ein – meistens wird die Technologie sehr unkritisch eingesetzt.
  • Wenn Sie einen Schnüffelchip gefunden haben, verlangen Sie genauestens Auskunft darüber, wo Lesegeräte stehen, welche Daten erfasst werden, wie lange sie wo gespeichert werden und wer Zugriff darauf erhält. Sie können auch eine Löschung verlangen.
  • Verlangen Sie auf jeden Fall, auch bei Zerstörung des Chips die gleichen Rechte zu erhalten wie mit Chip. Einige Anwender koppeln z.B. Umtauschrechte an einen RFID-Chip – man hat Ihnen aber zu jeder Zeit auch auf dem üblichen Wege (Vorlage des Kassenbons usw.) die gleichen Umtauschrechte zu gewähren. Das können Sie notfalls einklagen.
  • Fällt Ihnen noch etwas ein? Wir nehmen gerne auch Ihre Ideen auf diese Seite auf.

Technische Gegenmaßnahmen:

Noch schützen Metallhüllen Sie davor, dass Chips, die Sie vielleicht bei sich tragen, ohne Vorwarnung ausgelesen werden können. Die Induktion der Lesegeräte durchdringt die Metallhülle nicht. Das setzt natürlich voraus, dass Sie wissen, welche Gegenstände, die Sie bei sich tragen, einen RFID-Chip enthalten. Bei Chips im Jackenärmel oder in der Schuhsohle ist das mit der Metallhülle so eine Sache. Metallhüllen für Kundenkarten, Bahncard100 und andere Karten bekommen Sie unter anderem in unserem Shop. Alle Gewinne aus dem Shop kommen direkt unserer Arbeit zu Gute.

Deaktivieren?

In manchen Läden wird man Ihnen so genannten "Deaktivatoren" präsentieren. Lassen Sie sich diese Geräte genauestens erklären. Manche z.B. überschreiben nur eine einzige der auf dem Chip gespeicherten Nummern, während z.B. die weltweit eindeutige Seriennummer des Chips erhalten bleibt. Außerdem heißt "überschreiben" nicht "zerstören", der Chip bleibt also weiterhin "auf Sendung".

Zerstören!

Sie können den Chip nachhaltig zerstören, indem Sie die Antenne zerschneiden. Oder Sie lochen den Chip, so dass ganz bestimmt keine Verbindung der Drähte mehr möglich ist. Der Chip kann so nicht mehr senden. Eventuell verweigert man Ihnen bei einem zerschnittenen Chip in einer Eintrittskarte daraufhin den Einlass – wehren Sie sich gegen solche Maßnahmen. Nirgendwo ist verboten, einen RFID-Chip zu zerstören und Sie haben die Karte schließlich bezahlt!

Immer wieder wird empfohlen, RFID-Chips in einer normalen Küchen-Mikrowelle zu zerstören. Wir raten davon eher ab! Es dauert nur wenige Sekunden, bis Ihr Chip in Flammen aufgeht - und das "Trägermaterial" drumherum auch. Joghurtbecher, Kundenkarten oder Schuhsohlen bekommen sehr hässliche Löcher und die Schweinerei müssen Sie auch noch selbst wegmachen.

Blockertag

Es gibt einen so genannten "Blockertag", der Störsignale aussendet, um das Auslesen von RFID zu verhindern. Seit 2004 haben wir auch nichts mehr von einer Weiterentwicklung der Blockertags gehört. Wir halten das Konzept für nicht ausgereift. Unser Statement zum RSA RFID-Blockertag


Wir setzen uns für Ihre Privatsphäre und Grundrechte ein. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder mit einer Fördermitgliedschaft.


Veröffentlicht am 18.01.2012

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