Dienste wie Facebook und Google bezahlen wir mit unseren Daten – das ist inzwischen jedem klar. Einen Schritt weiter geht das Kunstprojekt von Florian Dohmann, Maximilian Hoch und Manuel Urbanke: Im Datenmarkt bezahlt man ganz handfeste Dinge des täglichen Lebens mit seinen Facebook-Daten.

Ein leckeres Hähnchen-Curry zum Abendessen, dazu schnell noch eine Dose Ananasstücke auf dem Heimweg einkaufen? – Macht fünf Fotos von Facebook. Das geht noch in dieser Woche beim Datenmarkt in einer umfunktionierten Modeboutique in Hamburg. Das Prinzip ist denkbar einfach: Statt an der Kasse nach dem Kleingeld zu wühlen oder die EC-Karte zu zücken, meldet man sich einfach auf dem iPad an und gibt dem Datenmarkt die fünf Fotos von Facebook für eine Dose Früchte frei, die dann auf dem Kassenbon aufgedruckt werden und als Bezahlung dienen. Nach dem Ausdruck werden die Daten wieder gelöscht.

Die Macher verstehen den Datenmarkt als Kunstprojekt, mit dem sie den undurchsichtigen Handel mit unseren Daten einmal erfahrbar machen wollen. Denn täglich geben wir für Facebook-Spiele oder bei Smartphone Apps sehr viel mehr Daten preis, die dann als Werbeprofil weiterverkauft werden. Darüber wollen uns die drei Künstler zum Nachdenken anregen:

Der Datenmarkt thematisiert das tägliche, intransparente Geschäft mit privaten Daten und stellt die Frage: Wie hoch ist die Bereitschaft der Menschen, ihre Daten gegen reale Waren einzutauschen, wenn man ihnen aufzeigt, dass ihre Privatsphäre einen realen Wert hat?

In den Regalen stehen ganz alltägliche und vor allem echte Produkte: Milch, Brot, Konserven, es gibt Durchsagen und Kassen zum Bezahlen – wer sich selbst ein Bild machen will, kann das noch bis Samstag tun. Anders als bei Facebook werden die Daten nach dem Bezahlen gelöscht, versichert der Datenmarkt. Wie viele Menschen wohl im Datenmarkt bezahlen würden, wenn das nicht so wäre?

Veröffentlicht am 19.02.2014

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