Pressemitteilung vom Dienstag, 2. Februar 2016
von Forbrukerrådet

Die Dating-App "Happn" gibt Benutzerdaten weiter und verletzt damit die eigenen Nutzungsbedingungen

Die Dating-App "Happn" hält sich nicht an das eigene Versprechen, Nutzerdaten vertraulich zu behandeln. Eine Untersuchung des Norwegischen Verbraucherverbands zeigt deutliche Diskrepanzen zwischen den Nutzungsbedingungen und dem tatsächlichen Verhalten der App.
Happn bezeichnet sich selbst im Apple AppStore und auf Google Play als „100% sicher und vertraulich“ und garantiert, Daten und Identität der Benutzer nicht an Dritte weiterzugeben. Leider hält die App ihre Versprechen nicht:

Happn verpflichtet sich, Ihre Einzelheiten niemals an andere Mitglieder oder an Dritte weiterzugeben. Ihre E-Mail-Adresse und Ihre wahre Identität werden streng vertraulich behandelt und werden niemals preisgegeben werden.

Eine technische Analyse des Forschungsinstituts SINTEF im Auftrag des Verbraucherverbands fand heraus, dass wichtige Benutzerdaten regelmäßig an die Tracking-Firma UpSight weitergegeben werden. Außerdem werden Informationen aus Facebook-Accounts der Benutzer, wie zum Beispiel Name, Alter, Arbeitsplatz und Geschlecht, beim Benutzen der App weitergegeben.

Happn sagt nicht die Wahrheit über Datenweitergabe. Wir erwarten, dass die Firma die Daten ihrer Benutzer im Einklang mit ihren eigenen Nutzungsbedingungen und gesetzlichen Normen behandelt, sagt Finn Myrstad, Leiter der Abteilung für digitale Politik des norwegischen Verbraucherverbands.

Die Tracking-Firma UpSight ist außerdem nicht auf der Liste der nach Safe Harbor zertifizierten US-amerikanischen Unternehmen. Das bedeutet, dass sie sich nicht verpflichtet haben, sich an europäischen Datenschutzregeln zu halten, und dass sie nicht von europäischen Verbrauchern oder Datenschutzbehörden zur Rechenschaft gezogen werden können, sagt Finn Myrstad.

Happn läßt seine Nutzer.innen nicht los

Happn verspricht in den Nutzungsbedingungen, dass Nutzer.innen ihren eigenen Account löschen können, und dass der Dienst dann die Nutzerdaten löscht. Leider ist dies nicht der Fall.
Technische Untersuchungen zeigen, dass Happn nicht alle Cookies löscht, wenn die App deinstalliert wird. Dies bedeutet, dass Nutzer.innen die App nicht dauerhaft entfernen oder alle Informationen über sich selbst löschen können.

Die Bemühungen von Happn, die Geschäftsbedingungen lesbar zu machen, nützen wenig, wenn sie nicht halten, was sie versprechen, sagt Finn Myrstad.

Apps müssen genauer aufpassen

Der Verbraucherverband wird während des Winters ähnliche App-Tests durchführen und überprüfen, wie mit Verbraucherschutz und Privatsphäre umgegangen wird, und wird bis Ostern einen Gesamtbericht vorlegen.

Ziel unserer App-Kampagne ist nicht, Benutzer.innen abzuschrecken, sondern den Blick zu schärfen, wofür wir unsere Zustimmung geben. Wir wollen auch Druck auf Apps ausüben, verbraucherfreundlichere Lösungen zu schaffen, sagt Finn Myrstad.

Weiterführende Links

Übersetzung: Digitalcourage AG Übersetzung
Foto: Screenshot Forbrukerrådet

Veröffentlicht am 02.02.2016

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