Digitalcourage München Digitalcourage München

Bericht: Die Podiumsdiskussion am 20. November im Rahmen der Münchner Herbstreihe machte klar: Es gibt keine Alternativlosigkeit! Die Veranstaltungsreihe mit drei Themenabenden ist in vollem Gang. Auf die Lesung und die Podiumsdiskussion folgt ein Cryptocafé, am 27. November 2017. 

Digitalcourage,

Die Podiumsdiskussion am 20. November im Rahmen der Münchner Herbstreihe machte klar: Es gibt keine Alternativlosigkeit! In einer Kooperation mit der Münchner Volkshochschule richtet Digitalcourage eine Veranstaltungsreihe mit drei Themenabenden aus. Auf die Lesung sowie die Podiumsdiskussion folgt ein Cryptocafé, am 27. November 2017. 

„Digitale Bürgerrechte in der neuen Legislaturperiode“

Nach der Begrüßung durch die Kooperationspartner Stefan Hadrava (JIZ) und Tobias Bumblat (Junge Volkshochschule) wurde schnell klar, dass das
ursprünglich angekündigte Thema der Podiumsdiskussion geringfügig verändert werden musste. Auch ohne neue Bundesregierung fanden Hartmut Goebel (Berater für Datenschutz und -sicherheit, Digitalcourage OG München  & Digitale Selbstverteidigung) und Barbara Schmitz (Rechtsanwälten, u.a.
JIZ-Datenschutz-Sprechstunde) genug Diskussionsstoff, sodass Christine Wittig (Linksystem München) als Moderatorin nur wenige Themen vorgeben musste. Wesentlich zu der gelungenen Diskussion trug das 15-köpfige Publikum bei, dass durch kritische und engagierte Zwischenfragen den Abend mitgestaltete. 

Als wichtiges Thema für die kommende Legislaturperiode  wurde – unabhängig von Regierungen und Parteien – die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DGVO) gesehen, die bis Mai 2018 europaweit umgesetzt werden muss. Barbara Schmitz erklärte, dass die Verordnung für Unternehmen und öffentliche Stellen gleichermaßen gilt und empfindliche Strafen für die Nicht-Einhaltung von Regularien vorsieht. Offen ist aber noch, ob sich dadurch in Deutschland die Rechtslage verbessert, denn hier war das
Niveau bereits vor der DGVO vergleichsweise hoch. Der Konsens des ersten Teils der Diskussion blieb, dass Datenschutz in den letzten Jahren als
Thema an Bedeutung gewonnen hat, zum Beispiel durch die Snowden-Veröffentlichungen und die Arbeit von Organisationen wie Digitalcourage. 

Im zweiten Teil wurden Digitale Bürgerrecht betrachtet, die sich laut Barbara Schmitz, aus der UN-Grundrechtecharta auch für den digitalen
Raum ableiten. Die entscheidende Frage sei hier, ob und wie sie sich übertragen und anwenden lassen. Im Anschluss entsponn sich ausgehend vom
Publikum eine intensive Diskussion darüber, wie Grundrechte systematisch durch Unternehmen untergraben werden. Als Beispiel diente das Hochladen
des Telefonadressbuchs, bei dem Daten anderer Nutzer.innen weitergegeben werden, ohne deren Zustimmung einzuholen. Die Verantwortung werde hier
laut Barbara Schmitz im Prinzip auf die Nutzer.innen abgewälzt, dies könne zu gravierenden Problemen z.B. für Ärztinnen, Anwälte, Psychiater.innen führen. 

Der vermeintlichen Alternativlosigkeit, z.B. von Messenger-Apps, Zustimmung zu Nutzungsbedingungen, etc., stellten sich sowohl Hartmut
Goebel, als auch Barbara Schmitz entschieden entgegen. Es gehe darum die Alternativen zu kennen, denn diese gebe es bei allen Themen, stellte
Hartmut Goebel klar: „Es gibt keine Alternativlosigkeit!“. 

Barbara Schmitz unterstrich, dass Gleiches für den rechtlichen Bereich gelte: die rechtlichen Grundlagen und deren Durchsetzung haben sich in
den letzten Jahren stark verbessert, aber man muss die eigenen Rechte auch kennen und wahrnehmen. 

Datum: 22.11.2017

Text: Sarah Bollmann

Sarah Bollmann

Grid imageDigitalcourage, CC BY SA 2.0

Sarah ist unsere Frau für das Community Organizing. Angefangen als fleißige Praktikantin, kümmert sie sich nun um die Vernetzung und Kommunikation von und mit sämtlichen (Digital-)Couragierten des Vereins im In- und Ausland. Dabei ist ihr der persönliche Kontakt sehr wichtig, weshalb sie sowohl in Bielefeld als auch auf Reisen für Digitalcourage im Einsatz ist.

E-Mail: sarah.bollmann

Dankeschön für alle neuen Fördermitglieder

Wer jetzt Digitalcourage-Fördermitglied wird, bekommt unser Jahrbuch 2018 als Dankeschön geschenkt!

Unsere Arbeit lebt von Ihrer Unterstützung

Wir freuen uns über Spenden und neue Mitglieder.

Über Uns

Digitalcourage e.V. engagiert sich seit 1987 für Grundrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter. Wir sind technikaffin, doch wir wehren uns dagegen, dass unsere Demokratie „verdatet und verkauft“ wird. Seit 2000 verleihen wir die BigBrotherAwards. Digitalcourage ist gemeinnützig, finanziert sich durch Spenden und lebt von viel freiwilliger Arbeit. Mehr zu unserer Arbeit.

Marktstraße 18
33602 Bielefeld

Spendenkonto
IBAN: DE66 4805 0161 0002 1297 99
BIC: SPBIDE3BXXX
Sparkasse Bielefeld