Trackingpixel, Linkverfolgung, IP-Adressen speichern? All das machen wir nicht. Deshalb müssen wir nachfragen, wenn wir etwas über unsere Leserinnen und Leser wissen wollen. Genau das haben wir im November 2018 getan und unseren Newsletter-Leser.innen eine Umfrage geschickt. Hier sind die Ergebnisse.

Frauen, Männer, alt, jung, ...?

Bis zum 7. November 2018 haben 3.811 Menschen an unserer Umfrage teilgenommen. Davon sind 66 Prozent Männer, 19 Prozent Frauen, zwei Prozent divers und 12 Prozent machen keine Angabe zu ihrem Geschlecht. Und das Alter? Nur ein Prozent der Leserinnen und Leser ist 18 Jahre alt oder jünger. Den Hauptanteil machen mit 39 Prozent Leser.innen zwischen 44 und 59 Jahren aus. Das Durchschnittsalter unserer Leser.innen liegt bei 48,6 Jahren.

Schade: Uns lesen deutlich weniger Frauen als Männer – Klischee erfüllt. Wir sind aber überzeugt, dass das nicht so bleiben muss. Leiten Sie doch mal Ihren Lieblingsartikel auf unserem Blog an eine Freundin oder Kollegin weiter!

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Der „Nerdfaktor“ - wie technikaffin sind unsere Leser.innen?

Unsere Arbeit dreht sich rund um die Frage: Wie beeinflussen sich Gesellschaft und technischer Fortschritt gegenseitig. Deshalb wollten wir wissen: Lesen uns nur Hackerinnen oder auch Menschen die wenig mit Informationstechnik anfangen können? Die meisten Antwortenden (27 Prozent) ordnen sich selbst als IT-Profis ein, gefolgt von erfahrenen Anwender.innen (26 Prozent) und Nutzer.innen ohne weitere Kenntnisse (21 Prozent). Ein Prozent hat sich selbst im höchsten „Skill-Level“ eingeordnet und sagt: „Ich bin schon vor dreißig Jahren in KGB- und CIA-Rechner eingebrochen“.

Spannend ist auch: Menschen die sich als Frauen einordnen geben geringere IT-Kenntnisse an. Ob dem tatsächlich so ist, oder genderabhängige Unter- beziehungsweise Überschätzung der Fähigkeiten stattfindet, können wir den Zahlen nicht entnehmen.

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Legende zur Grafik

- Ich habe keinen Computer und habe jemanden gebeten, diesen Fragebogen für mich auszufüllen.
- Ich habe einen Computer, surfe im Internet und kann E-Mails lesen.
- Ich würde mich als erfahrene Anwender.in bezeichnen.
- Ich weiß, was HTML ist und habe schon Webseiten gestaltet.
- Ich kann programmieren.
- Ich programmiere und administriere Computer professionell.
- Ich bin schon vor 30 Jahren in KGB- und CIA-Rechner eingebrochen.

Digitalcourage auf Facebook - eine Grundsatzentscheidung.

Weiterhin wollten wir wissen, ob unsere Leser.innen der Meinung sind, dass wir auf Facebook vertreten sein sollten. Die Vorteile liegen schließlich auf der Hand: Allein in Deutschland nutzen aktuell 32 Millionen Menschen Facebook, weltweit sind es sogar 2,3 Milliarden Menschen. Die Reichweite ist dementsprechend sehr groß. Dennoch haben wir uns grundsätzlich dagegen entschieden Facebook zu nutzen – Nicht umsonst haben wir der Datenkrake 2011 einen BigBrotherAward verliehen. Umso erfreuter waren wir über das Ergebnis dieser Frage: 83 Prozent unserer Leser.innen unterstützen unsere Haltung, nicht auf Facebook aktiv zu sein.

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Welche Themen sollen wir 2019 angehen?

Wir wollten auch wissen, welche Themen Ihnen besonders wichtig sind. Hier konnte man bis zu drei Antwortmöglichkeiten auswählen. Mit 57 Prozent wünschen sich die meisten Leser, dass wir uns weiter gegen die Verschärfung der Polizeigesetze einsetzen. 41 Prozent sehen hohen Handlungsbedarf bei der Kommerzialisierung von Gesundheitsdaten und 39 Prozent bei der Vorratsdatenspeicherung. 33 Prozent fürchten sich vor dem Einsatz von Staatstrojanern. Die weiteren Antworten sind in der Grafik abgebildet.

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Legende zur Grafik

- Überwachung durch große Internetkonzerne
- Sicherstellung des Wettbewerbs durch für alle frei nutzbare technische Standards („offene Schnittstellen“, insb. Facebook)
- Verschärfung von Polizeigesetzen
- Einschränkung der Macht von IT-Konzernen auch jenseits der Überwachung
- Smart City
- Verbraucherüberwachung im Handel
- Vorratsdatenspeicherung
- Staatstrojaner
- Kommerzialisierung von Gesundheitsdaten
- Mobilität, Überwachung im Verkehr, autonome Fahrzeuge, ...
- Einsatz gegen Rechtspopulismus
- „Andere“

... und wie sollen wir das machen?

Es gibt unterschiedliche Wege, um für Privatsphäre, gegen Überwachung wirksam zu arbeiten. Auch dazu wollten wir die Einschätzung unserer Leser.innen wissen. Dafür haben wir gefragt, wofür wir eine mögliche Spende verwenden sollen. Besonders wichtig war den Antwortenden, dass wir uns juristischen Rat einholen können – ob zum besseren Verständnis komplexer Gesetzesvorhaben oder für Verfassungsbeschwerden. Diese Antwortmöglichkeit haben 48 Prozent der Leser.innen ausgewählt, dicht gefolgt von Pressearbeit, um den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen, mit 43 Prozent. Außerdem haben wir ein großes Lob für unsere Arbeit bekommen: 48 Prozent der Antwortenden haben angegeben, dass wir am besten selber entscheiden können, wofür wir Ihre Spende verwenden. Vielen herzlichen Dank für das Vertrauen in unsere Arbeit und unser Urteilsvermögen!

Unabhängige Arbeit braucht unabhängiges Geld: Wir finanzieren uns fast ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

Den Abschluss unserer Umfrage bildete ein Freitextfeld, in dem uns unsere Leserinnen und Leser mitteilen konnten, was ihnen noch auf dem Herzen liegt. Hier ernteten wir sehr viel Lob, erhielten aber auch interessante Anregungen für unsere Arbeit und ebenso viel wertvolle, konstruktive Kritik. Wir sind begeistert, dass sich so viele Menschen die Zeit genommen haben uns zu schreiben, was ihnen wichtig ist! Das bedeutet aber auch: Wir brauchen noch ein bisschen Zeit für die Auswertung. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

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Über Uns

Digitalcourage e.V. engagiert sich seit 1987 für Grundrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter. Wir sind technikaffin, doch wir wehren uns dagegen, dass unsere Demokratie „verdatet und verkauft“ wird. Seit 2000 verleihen wir die BigBrotherAwards. Digitalcourage ist gemeinnützig, finanziert sich durch Spenden und lebt von viel freiwilliger Arbeit. Mehr zu unserer Arbeit.

Veröffentlicht am 16.01.2019

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