Allexkoch CC by sa 4.0 Allexkoch CC by sa 4.0

Wir sind erschüttert und wütend über den rechtsextremen Terroranschlag in Halle. 
Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer, den Menschen, die in Todesangst in der attackierten Synagoge saßen und bei allen, die infolge dieser Tat noch mehr um Leib und Leben fürchten müssen.
 
Wütend werden wir, weil dieselben Menschen in Politik und Medien, die bei der Normalisierung von Menschenverachtung weggesehen oder mitgemacht haben, die die Aufklärung der NSU-Morde erschwert haben, die rechte Strukturen gewähren lassen und die nur mit den Schultern zucken, wenn sich in Bundeswehr und Polizei rechte Netzwerke bilden, nun mit dem Finger auf „dieses Internet“ deuten und derweil ihren eigenen Anteil klammheimlich unter den Tisch fallen lassen.
 
Gemeinsam  wollen wir unserer Trauer und Wut, zugleich unserer Anteilnahme und Solidarität Ausdruck verleihen. Deshalb  gehen wir in Berlin und Bielefeld auf die Straße und hoffen, dass möglichst viele mitkommen.
Allexkoch, CC BY SA 2.0

Datum: 11.10.2019

Text: Leena Simon

Veranstaltungen

Demo Berlin

#KeinFussbreit!
Antisemitismus und Rassismus töten – rechter Terror bedroht unsere Gesellschaft!
Wann: Sonntag, 13.10.2019, 13 Uhr
Startpunkt: Bebelplatz, Berlin-Mitte
Endpunkt: Neue Synagoge, Oranienburger Straße, Berlin-Mitte
Angemeldet von #unteilbar und dem Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e. V.

Mithilfe als Ordnerin oder Ordner anbieten: Mail an mitmachen@unteilbar.org schicken

Mahnwache Bielefeld

„Gegen Antisemitismus – Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürger*innen!“
Wann: Sonntag, 13.10.2019, 12 Uhr
Wo: Vor der Synagoge, Detmolder Straße 107, Bielefeld

Gespräch mit einem Überlebenden

Was hast du damals getan
was du nicht hättest tun sollen?
"Nichts"

Was hast du nicht getan
was du hättest tun sollen?
"Das und das
und jenes:
Einiges"

Warum hast du es nicht getan?
"Weil ich Angst hatte"
Warum hattest du Angst?
"Weil ich nicht sterben wollte"

Sind andere gestorben
weil du nicht sterben wolltest?
"Ich glaube
ja"

Hast du noch etwas zu sagen
zu dem was du nicht getan hast?
"Ja: Dich zu fragen
Was hättest du an meiner Stelle getan?"

Das weiß ich nicht
und ich kann über dich nicht richten.
Nur eines weiß ich:
Morgen wird keiner von uns
leben bleiben
wenn wir heute
wieder nichts tun

(Erich Fried)

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Veröffentlicht am 11.10.2019

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