Vom 13. bis zum 24. Oktober 2008 bietet die Virtuelle Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung ein kostenloses Online-Seminar zum Thema RFID an. Unser Referent Florian Glatzner wird dabei als Experte zur Verfügung stehen und mit Simon Japs vom Informationsforum RFID über die Gefahren von RFID diskutieren.

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Der Skandal um den Handel mit nahezu 20 Millionen privaten Kontodaten und das "Datenklau-Debakel" bei der Deutschen Telekom haben es der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen: Datenmissbrauch findet in Deutschland, trotz angeblich bestehendem Gesetzesschutz, statt. Das Thema Datenschutz steht auf der öffentlichen Agenda. Auch bei der Virtuellen Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: Sie veranstaltet vom 13. bis zum 24.Oktober 2008 ein kostenloses Online-Seminar mit dem Titel „Der gläserne Bürger“.

Dem Bürger und Konsumenten scheint es schon heute fast unmöglich, sich der systematischen Durchleuchtung seiner Person, ja sogar der gewerblichen Nutzung höchst privater Daten, zu entziehen. Der technische Fortschritt, insbesondere in Form der RFID-Technologie, könnte dem Handel ganz neue Möglichkeiten bieten. „Von diesen RFID-Chips gehen ganz neue Gefahren aus: Und zwar nicht nur deshalb, weil sie gewissermaßen unsichtbar sind, sondern auch, weil sie uns ein Stück weit kontrollierbar machen“, so der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar.

Das Seminar informiert über die Funktionsweise dieser Technologie, in einem betreuten Diskussionsforum mit Vertretern der Wirtschaft und anerkannten Datenschützern, einem Chat und einer Expertenanhörung werden die aktuellen technischen und rechtlichen Entwicklungen bezüglich dieser Technologie kritisch hinterfragt. Als Experten stehen unter anderem Simon Japs vom „Informationsforum RFID“ und Florian Glatzner vom Datenschutzverein FoeBuD zur Verfügung.

Die Veranstaltung findet ausschließlich im Internet statt und steht jedem offen, der sich für das Thema interessiert, seine Meinung kundtun oder sich schlicht über die Technologie (und ihre möglichen Auswirkungen auf unser tägliches Leben) informieren will.

Kritik an der RFID-Technologie

Wir beschäftigten uns bereits seit Jahren mit der RFID-Technologie und war die erste Organisation, die eindrücklich auf die Gefahren dieser Technologie hingewiesen hat. 2003 verliehen wir der der Metro AG einen BigBrotherAward für ihren "Freilandversuch" mit RFID in einem Supermarkt in Rheinberg. 2004 deckten wir auf, dass nicht nur die Waren des Metro Future-Stores, sondern auch die Payback-Rabattkarte des Unternehmens einen „Schnüffelchip“ enthielten - ohne Wissen der Kunden. So kam die RFID-Funktechnik in die Negativ-Schlagzeilen, der Konzern musste die verwanzte Kundenkarte zurückziehen. Wir haben erreicht, dass diese Technologie wegen ihres Überwachungspotenzials inzwischen allgemein kritisch beurteilt wird.

Deshalb laden wir alle interessierten Menschen ein, an diesem Seminar teil zu nehmen, um sich kritisch mit RFID auseinander zu setzen. Vor allem würden wir uns über eine rege Beteiligung am Diskussions-Chat freuen. Dieser Chat wird am 15. Oktober 2008 gegen 18 Uhr stattfinden.


  1. © Peter Gratl / PIXELIO ↩︎

Veröffentlicht am 15.10.2008

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