Ganze Schafherden haben vor einem demokratischen Wolf nichts zu fürchten. Aber was ist mit den einzelnen Schafen?

Kai Biermann hat letzte Woche auf Twitter unter dem Hashtag #wirschafe gefragt, warum wir uns nicht gegen die zunehmende Überwachung wehren und die Proteste eher verhalten sind. Mit der Freiheit statt Angst im September, die rund 20.000 Menschen auf die Straße brachte, war zwar ein guter Anfang gesetzt, aber es muss mehr passieren. Im Zweifel jeden Montag wie Kai Biermann in diesem Text fordert.

Das Twitter-Experiment hat interessante Antworten und Debatten zu Tage gefördert, die sich meistens um einen Punkt drehten: Überwachung spürt man nicht. Wir alle wissen, dass wir überwacht werden. Aber wir schieben es beiseite. Auch die DDR erscheint heute vielen schon sehr fern und die Rechtfertigung „aber wir leben ja in einer Demokratie“ liegt aus Bequemlichkeit häufig näher.

Wir stellen deshalb hier Menschen vor, die ungerechtfertigt unter Verdacht geraten sind. Die machtlos und kafkaesk den Uniformierten auf der anderen Seite gegenüber saßen. Die mit jedem Wort, jeder Erinnerungslücke, jedem Widerspruch verdächtiger wurden. Oder wissen Sie noch, wo und mit wem Sie am 21. September 2013 gesprochen haben und wie Ihr Tag vor zwei Monaten verlief? Nun, die Behörden wissen es. Die hier verlinkten Blogbeiträge sind natürlich sehr subjektiv, zeigen aber eben die Machtlosigkeit, der wir alle gegenüber unseren Überwachern ausgesetzt sind. Ob nun bei der Einreisekontrolle oder bei Hausdurchsuchungen, wir alle werden früher oder später betroffen sein.