Terrorismus ist der Vorwand, der Überwachungsgesetze und -technologien legitimieren soll. Doch funktioniert die Argumentation dahinter überhaupt?

Befürworter.innen von Überwachung behaupten, mehr Überwachung bringe mehr Sicherheit. Sie spielen dabei mit den Ängsten der Menschen. Doch das tun Terroristen auch. Wie Heribert Prantl weise feststellt: „Der Guerillero besetzt das Land, der Terrorist besetzt das Denken.“ Und ein Klima der Angst ist genau das, was diese in Europa erreichen möchten. Sie möchten uns beweisen, dass die freiheitlich-demokratische Gesellschaft nicht krisenfähig ist und uns davon überzeugen, sie abzuschaffen. Repression und Überwachung bringen aber nicht mehr Sicherheit. Sicherheit erreichen wir langfristig nur, indem wir unser Gesellschaftsmodell stärken, anstatt es zu schwächen. Indem wir die Zustimmung und das Verständnis für Demokratie, Rechtsstaat und Gewaltfreiheit erhöhen und eine aktivere politische Partizipation fördern.

In den folgenden Wochen erklärt unsere Blog-Reihe „Demokratie gegen Terror“, was es mit Terrorismus, Überwachung und Prävention eigentlich auf sich hat.
Es geht um die Geschichte des Terrorismus, um die Veränderungen im islamistischen Terrorismus seit der Invasion der UdSSR in Afghanistan und um die neuen Attentäter von Europa. Denn Terrorismus war nicht immer so, wie wir ihn heute wahrnehmen. Und ist er überhaupt so, wie er uns dargestellt wird?

Mit dieser Artikel-Reihe möchten wir aufklären über die Natur und Ursachen und Schwachstellen von Terror. Die Texte beruhen auf fundierten wissenschaftlichen Recherchen der Autorin und haben den Anspruch, mehr als nur eine Meinung zu sein. Sie bauen aufeinander auf, weshalb es sich empfiehlt, die Teile der Serie in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen.

Insgesamt führen alle Texte zu dem Schluss, dass auf Dauer nur eins gegen das Konzept „Terror“ hilft: mehr von dem Konzept „Demokratie“.

Hier geht es zu den weiteren Artikeln der Serie „Demokratie gegen Terror“:
2. Was ist Terrorismus und wenn ja, wie viele?

Autorin: Sophie Hölscher

Bild: Jan Hagelstein via flickr, CC-BY-SA 2.0