Fabian Kurz, CC-BY-SA Fabian Kurz, CC-BY-SA

Alle packen mit an, um Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln. Dabei haben sowohl Eltern als auch Schulen schon genug Pflichten und Erziehungsaufträge. Das Lexikon „#Kids #digital #genial – Schütze dich und deine Daten!“ soll die Medienarbeit erleichtern.

Die Autorin und Medienpädagogin Jessica Warzyniak erklärt:

„Kinder und Jugendliche sind in vielerlei Hinsicht Profis an ihren Geräten. Doch in Bezug auf Datenschutz und die Tragweite ihres Handelns brauchen sie Unterstützung. Jede Woche gibt es neue Apps, neue Trends und Themen – im Unterricht ist das nicht abzudecken. Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche ein grundsätzliches Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten im Internet entwickeln. Da müssen Eltern und Schulen an einem Strang ziehen.“

Das Lexikon erfasst über 100 Begriffe, kompakt auf 68 Seiten. Was ist vom Inhalt zu erwarten?

„Die Inhalte bewegen sich rund um das Thema Datenschutz und verantwortungsvolles Handeln im Netz (digitale Mündigkeit). Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Wieso sammeln Drittanbieter meine persönlichen Daten? Was sind Drittanbieter überhaupt? Wo hinterlasse ich Datenspuren? Welchen Einfluss hat personalisierte Werbung? Wie funktionieren Algorithmen und Schadsoftware? Es geht aber auch um ‚altbekannte‘ Themen wie Cybermobbing, das Verschicken von Kettenbriefen, Urheberrechte, Kostenfallen, ...“

Was macht das Buch attraktiv?

„Die Texte sind in einfacher, kindgerechter Sprache verfasst. Viele der Themen kommen direkt aus der Lebenswelt von Jugendlichen, die ich in praktischer Medienarbeit mit Schülerinnen und Schülern gesammelt habe. Das Buch enthält kleine Aufgaben zum Mitmachen und Mitdenken sowie praktische Tipps und Tricks. Lehrerinnen und Lehrer können im Unterricht von den kleinen Aufgaben profitieren und von den Unterrichts-Tipps, die ich in meinem Blog zur Verfügung stelle. Die Illustrationen wurden liebevoll von einer professionellen Grafikdesignerin gestaltet und bieten zusätzlich etwas fürs Auge.“

Für welche Zielgruppe ist das Buch geeignet?

„Ich empfehle das Buch für Kinder ab 10/11 Jahren (5. Klasse) und mit Einschränkungen bereits für Grundschulkinder. Ein ‚zu alt‘ gibt es aber definitiv nicht. Ich bekomme von vielen Erwachsenen die Rückmeldung, dass sie selbst noch etwas lernen konnten und sie die leichte Sprache sehr schätzen.“

Wie geht es weiter?

„Wir haben bislang eine Softcover-Variante herausgebracht, die sehr kostengünstig (2,45 Euro / Stück) erstanden werden kann. Ganze Klassensätze und Prüfexemplare für Lehrende können noch günstiger bestellt werden. Dadurch möchten wir den Zugang zu Wissen und Bildung für alle ermöglichen. Parallel dazu haben wir ein Hardcover auf den Markt gebracht, das sich super für Bibliotheken und als Geschenk eignet. Die Inhalte sind so gewählt, dass grundlegendes Wissen vermittelt wird und die Tipps unabhängig von neuen Apps, Trends und Sozialen Netzwerken funktionieren. Ich arbeite allerdings stets an neuen Begriffen und Erweiterungen, sodass es in Zukunft sicherlich auch eine erweiterte Auflage geben wird.“

Rezensionen

(Zum Ausklappen anklicken)

„Nicht nur für Kinder geeignet.“ (Anonym, IT-Experte, Vater)

Manche Eltern und Lehrer machen es sich zu leicht, wenn sie glauben, die
„digital Natives“, die ins Internetzeitalter Hineingeborenen, würden den
kompetenten Umgang mit Computern und Internet irgendwie automatisch lernen.
Klar, von Gleichaltrigen lernen sie schnell, sich gegenseitig Kurznachrichten
zu schicken. Aber wer erklärt ihnen, was man lieber nicht ins Internet schreibt
– da sind Erwachsene gefordert. Oder dieses Buch. Am besten schauen Jung und
Alt gemeinsam rein.

Am Anfang wird auf vier Seiten erklärt, was Datenschutz
ist und warum er wichtig ist. Dann kommt der Hauptteil: ein schmales Lexikon,
in dem genau die Fragen beantwortet werden, die auftreten, wenn Kinder und
Jugendliche im Netz surfen oder per Handy chatten. Dabei werden auch schwierige
Themen wie Cybergrooming, Cybermobbing, Pädophilie und Stalking nicht
ausgespart, sondern kindgerecht erklärt. Aber zum Glück ist das kein Buch, das
nur die Schattenseiten der Digitalisierung betont. Im Vordergrund stehen die
Möglichkeiten und der Spaß an Technik und Kommunikation. Dafür stehen Einträge
wie Algorithmus, Big Data, Künstliche Intelligenz und Suchmaschine. Und wer mit
Hilfe des Eintrags „Hoax“ lernt, Falschmeldungen als solche zu erkennen, lässt
sich nicht mehr so schnell für dumm verkaufen. Um das Gelesene zu festigen,
wurden einige Übungsaufgaben ins Lexikon gestreut.

Das Büchlein ist so billig, dass man gleich einen ganzen Klassensatz kaufen
könnte. Aber es ist nicht billig gemacht und enthält sogar einen Index für die
Begriffe, die in mehreren Lexikoneinträgen auftauchen oder keinen eigenen
bekommen haben. Querverweise gibt es auch; schließlich ist das ein richtiges
Lexikon. Sehr liebevoll gemacht sind auch die vielen bunten Illustrationen von
Isabel Wienold.

Die Autorin Jessica Wawrzyniak nennt sich im Buch der Einfachheit halber Jessi
und ist eine junge Medienpädagogin, die viele der Einträge zuerst für ihr Blog
kidsdigitalgenial.de geschrieben hat. Das Buch entstand dann mit Unterstützung
des Vereins Digitalcourage. Und da komme ich ins Spiel: Als IT-Experte, der
ehrenamtlich bei Digitalcourage mithilft, habe ich einen Teil des Lexikons
korrekturgelesen. Den Rest hat ein anderer IT-Experte des Vereins geprüft,
also ist auf den Inhalt Verlass.

„Es handelt sich um mehr als nur ein Nachschlagewerk.“ (Redaktion Schattenblick)

Das vorliegende relativ dünne Büchlein hat es in sich. Wie der Untertitel schon verrät, geht es um Datensicherung und Datenschutz und zwar so erklärt, daß Kinder und Jugendliche konkrete Informationen über die vielen Begriffe und Kürzel, die ihnen beim Internetsurfen, dem Nutzen von Facebook, Instagram und anderen sozialen Medien begegnen, erhalten.

Aber es handelt sich hier um mehr als nur um ein Nachschlagewerk von "App bis .zip". Gleich zu Beginn wird erst einmal die Frage aufgeworfen, warum Datenschutz überhaupt wichtig ist. Gerade der jungen Generation, die mit Internet, Smartphone, Tablet & Co. aufgewachsen ist und die diese Medien wie selbstverständlich nutzt, ist die weitreichende Bedeutung des Datenschutzes nicht unbedingt bewußt. Nach dem Motto: "Ich habe doch nichts zu verbergen, was kann mir schon passieren oder was soll man mit meinen Daten denn schon anfangen?", gehen viele doch recht leichtfertig mit der Freigabe von persönlichen Daten um. Und genau hier holt Jessica Wawrzyniak ihre jungen Leser ab.

Eingangs werden folgende Fragen aufgeworfen und nacheinander aufbauend kritisch erläutert:

1. Was sind private Daten?
2. Wieso sind deine Daten Privatsache?
3. Wer sammelt deine Daten?
4. Na und? Ich habe doch nichts zu verbergen!
5. Welche Daten solltest du besonders schützen?

Diese einführende Darlegung der Datenschutzproblematik bietet allein schon viele nachdenkenswerte Aspekte, wird hier doch bereits aufgezeigt, wie schwierig ein sicherer Umgang mit seinen privaten Daten ist und wie brüchig eine vorgebliche Datensicherheit aufgrund der verschiedenen Interessenten an einer Datenerfassung und -sammlung ist.

Beispielsweise schreibt Jessica Wawrzyniak unter Frage 5:

Andere entscheiden, ob du etwas zu verbergen hast! Du weißt nicht, ob du etwas zu verbergen hast, denn jede noch so harmlose Information über dich könnte gegen dich verwendet werden, um dir zu schaden. Beispiele:
• Du veröffentlichst vielleicht ein Foto von dir, das du sehr schön findest, aber andere finden dieses nicht so schön und machen sich lustig darüber.
• Oder wenn du z.B. deine homosexuelle Orientierung preisgibst, wozu du stehst und was für dich kein Geheimnis ist, kann es sein, dass andere damit nicht klarkommen und du zu einer Zielscheibe für Beleidigungen oder Schlimmeres wirst. (S. 5)

Im Folgenden weist die Autorin anhand verschiedener Beispiele darauf hin, wer welches Interesse an den Daten der Nutzer hat und auf welchen Wegen sie an diese Daten gelangen. Sie erklärt, wie Unternehmen mit den Daten Geld verdienen und dass kostenfreie Soziale Netzwerke nicht wirklich kostenfrei sind, da man mit der Freigabe seiner persönlichen Daten "bezahlt". Auch zeigt sie, wie man sich manipulierbar macht, wenn man angibt, was einem gefällt (liken von Beiträgen, Filmen, bestimmten Produkte) und wie daraus von verschiedenen Interessenten (Unternehmen) eine Persönlichkeitsanalyse erstellt werden kann, um gezielte Werbung zu verschicken und Begehrlichkeiten zu wecken. Sie warnt auch davor, Informationen öffentlich weiterzugeben, die man für ganz harmlos hält, wie beispielsweise jemandem zu schreiben, dass man in Urlaub fährt und wo man sich aufhält, denn das könnten sich Kriminelle zunutze machen und in der Zeit der Abwesenheit ins Haus einbrechen. Eine Liste mit Daten, die gerade Kinder und Jugendliche nicht weitergeben sollten, gibt eine hilfreiche Übersicht: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Namen der Eltern/Freunde, Handynummer, Wohnadresse, E-mail-Adresse, Fotos/Videos von einem selbst (Selfies) und Freunden, Name der Schule oder bevorzugte Aufenthaltsorte oder Kontodaten.

Beim Nachschlagen eines bestimmten Begriffs wie "Algorithmus", "Anonymität", "Browser", "Download", "Fake News", "Open Source", "Hate Speech", "Filterblase" oder "Vorratsdatenspeicherung" wird von der Autorin stets ein Zusammenhang zu Datenschutz und möglichen Gefahren hergestellt. Es bleibt also nicht bei einer Worterklärung, sondern es wird ein kritischer Kontext erstellt, der auch die versteckten Manipulationen aufdeckt. Der Begriff "Vorratsdatenspeicherung " zum Beispiel wird von ihr in kurzer, prägnanter Weise analysiert, gleichsam wird auf Gefahren hingewiesen mit dem deutlichen Hinweis, dass es sich bei dieser Art Datensammlung um einen Eingriff in die Privatsphäre handelt.

Tauchen bei den Erläuterungen zu den einzelnen in dem Lexikon behandelten Begriffen weitere auf, die bereits erklärt wurden oder später noch werden, so steht vor ihnen ein kleiner Pfeil als Marker. Das ermöglicht ein sofortiges oder späteres Nachschlagen, um den gerade beschriebenen Sachverhalt besser verstehen zu können. In seiner gesamten Aufmachung ist dieses Buch sehr benutzerfreundlich. Die Sprache bleibt sachlich und der adressierten Altersgruppe angemessen. Der jugendliche Leser wird direkt angesprochen, was auf eine angenehme Weise vertrauensvoll wirkt. Stets bleibt die Begriffsklärung fokussiert auf die Darstellung der Datenschutzproblematik und der möglichen Gefahren, wie der für Kinder besonders wichtige Hinweis auf einen unbemerkten und ungewollten Chat-Kontakt mit Pädophilen. Werden Beispiele zur Verdeutlichung einer Manipulation oder einer gefährlichen Situation angeführt, sind sie der Erlebniswelt von Kindern und Jugendlichen angemessen und leicht nachvollziehbar. Besonders nachdenkens- und beachtenswerte Aspekte sind fett gedruckt. Der Leser wird an einigen Stellen am Schluß einer Erläuterung vor kleine begriffsbezogene Aufgaben gestellt, die in kleinen Kästchen gefaßt und farblich unterlegt sind. Sie laden ein, die Aufgaben gleich auszuprobieren oder anzuwenden, gegebenenfalls betreffen erläuterte Problematiken ja gerade den Jugendlichen selbst.
Zum Beispiel steht am Ende des Begriffs "Cybergrooming", der zuvor von der Autorin wie folgt erklärt wurde: "Cybergrooming bezeichnet die erste Stufe der Anmache im Internet (grooming = anbahnen, vorbereiten) mit dem Ziel, eine Straftat zu begehen, wie z.B. sexuellen Missbrauch oder um (kinder)pornographisches Material zu bekommen ..." (S. 18), die nachstehende Aufgabe:

Aufgabe: Sprich mit deinen Freundinnen und Freunden oder deinen Geschwistern darüber, ob sie so etwas (Cybergrooming, Anm. SB-Redakt.) schon einmal erlebt haben. Oft muß nur einer den Anfang machen, damit man sich traut, darüber zu reden. Ihr solltet euch gemeinsam stärken und vielleicht überlegen, ob ihr erwachsene Personen um Hilfe bittet. Cybergrooming ist eine Straftat, kein Spaß! (S. 18)

Als Resümee bleibt nach der Lektüre von "#KIDS #DIGITAL #GENIAL" zu sagen, dass es sich um ein empfehlenswertes Buch für Kinder und Jugendliche handelt, aber eigentlich für Leser jeden Alters interessant und informativ ist! Wie oft hören oder lesen auch Erwachsene bestimmte Begriffe oder Kürzel aus dem digitalen Bereich und kennen ihre Bedeutung nicht genau.

Leider läßt die graphische Gestaltung zu wünschen übrig. Sowohl die Umschlaggestaltung als auch die kleinen Zeichnungen im Buch selbst scheinen eher für ein Werbeheftchen geeignet als für ein Lexikon. Aber vielleicht wurden die etwas anspruchslosen Bilder auch gezielt ausgewählt, um einer vermeintlichen Anspruchslosigkeit von Kindern und Jugendlichen zu entsprechen? Jedenfalls stehen sie im Widerspruch zu den zugewandt, sachlich verfaßten und wichtigen Texten in diesem Buch.

(Copyright 2018 by MA-Verlag, Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963)
http://www.schattenblick.de/infopool/kind/lesen/klel0286.html

„Ob alt, ob jung - alle freuen sich, hier ein Nachschlagewerk zu bekommen.“ (padeluun, Gründungsvorstand von Digitalcourage e.V.)

Kaum eine meiner wöchentlichen Zugfahrten vergeht, ohne dass ich mit
Mitreisenden ins Gespräch komme und dann eines der Exemplare von
"#Kids #digital #genial", die ich als Verleger immer dabei habe,
meinem Gegenüber zeigen muss.  Ob alt, ob jung – alle freuen sich,
hier ein Nachschlagewerk zu bekommen, das kritischen Geist (und damit
Medienkompetenz und Mündigkeit) auf eine gute und freundliche Art
fördert. Achja: Und die im Titel angesprochenen „Kids“ freuen sich
ebenfalls.

"Eine gute Inspiration für Lehrer.innen, um mit Schüler.innen ins Gespräch zu kommen." (Anonym, Informatiklehrer)

Datenschutz ist ein wichtiges Thema für jeden der sich im Internet bewegen möchte. Das fängt schon bei den jüngsten Teilnehmern an. Auch wenn zu Beginn die Eltern ihre Kinder im Internet begleiten, tauchen immer wieder Fragen auf: Was sind AGB? Warum sollte ich mein Geburtsdatum nicht all meinen digitalen Freunden mitteilen? Was ist Stalking? Hier setzt das Kinder- und Jugend-Lexikon "#Kids #digital #genial" von Jessica Wawrzyniak an. Es erklärt in sehr leicht verständlicher Sprache - besonders für jüngere Leser.innen - grundlegende Begriffe des Datenschutzes im Internet. Durch motivierende Aufgaben zwischen den Artikeln regt es zur vertieften Beschäftigung mit den einzelnen Begrifflichkeiten an. Es ist damit auch eine gute Inspiration für Lehrer.innen, um mit Schüler.innen ins Gespräch zu kommen. Die liebevolle Gestaltung sorgt dafür, dass sich Kinder und Jugendliche auch selbst durch dieses Nachschlagewerk schmökern können.

Online und im Buchhandel bestellbar

Grid imageLinda Mieleck, CC BY 2.0

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2,45 Euro / Stück, versandkostenfrei, Vergünstigungen für Lehrende und Klassensätze

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12 Euro / Stück, versandkostenfrei, Vergünstigungen für Klassensätze

Im Buchhandel

Softcover: ISBN 978-3-934636-17-0

Hardcover: ISBN 978-3-934636-18-7

68 Seiten, farbige Illustrationen

Über Uns

Digitalcourage e.V. engagiert sich seit 1987 für Grundrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter. Wir sind technikaffin, doch wir wehren uns dagegen, dass unsere Demokratie „verdatet und verkauft“ wird. Seit 2000 verleihen wir die BigBrotherAwards. Digitalcourage ist gemeinnützig, finanziert sich durch Spenden und lebt von viel freiwilliger Arbeit. Mehr zu unserer Arbeit.

Veröffentlicht am 06.09.2018

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