Reclaim Your Face

Letzte Chance, zu unterschreiben

Jetzt ist die letzte Gelegenheit, um für ein Verbot biometrischer Massenüberwachung zu unterschreiben. Machen Sie mit für eine Zukunft ohne automatisierte Gesichtserkennung.
Grafik mit einer abstrahierten Überwachungskamera (in schwarz), einer Unterschrift (in rot) und einem Füllfederhalter (in schwarz) auf blauem Untergrund. Auf einem orangenen Banner steht: "Unterschreiben bis 31. Juli".

Der 31. Juli ist der letzte Tag, an dem wir Unterschriften für unsere offizielle „Reclaim Your Face“-Kampagne sammeln können. Wir brauchen jetzt Ihre Unterstützung um ein Verbot von automatisierter Gesichtserkennung durchzusetzen. Haben Sie schon unterschrieben und Bekannte dazu aufgefordert, gemeinsam ein Verbot von biometrischer Massenüberwachung zu erreichen? Jetzt haben Sie dazu die letzte Chance!

Update: Die Unterschriftensammlung ist abgeschlossen.

Worum es geht

Wir stehen an einem Scheideweg: entweder werden „intelligente“ Videokameras mit einer „künstlichen Intelligenz“ zum allgegenwärtigen und dystopischen Alltag – oder wir können per Gesetz einen nachhaltigen Schutz vor biometrischen Überwachungstechnologien für uns und unsere demokratischen Gesellschaften schaffen.

Der Einsatz von biometrischer Technik, um uns zu überwachen, zu kategorisieren und unser Verhalten maschinenbasiert vorherzusagen, stellt eine Gefahr für die Rechtsstaatlichkeit und unsere wichtigsten Grundfreiheiten dar. Und das Thema biometrische Massenüberwachung ist brandaktuell:

  • Firmen wie Clearview AI bieten Software, um jede.n von uns anhand eines Fotos identifizierbar zu machen. Sie verkaufen diese Informationen dann an Regierungen und Unternehmen.
  • In „intelligenten“ Supermärkten von Amazon und Real wurde schon damit experimentiert, unsere Gangart und unsere Gesten auf Schritt und Tritt zu erfassen, um uns beim Einkaufen manipulieren zu können.
  • Hochschulen haben mit Proctorio bei Prüfungen biometrische Überwachungssysteme gegen Studierende eingesetzt, um jeden Blick und jede Bewegung auf mögliche Schummelversuche zu untersuchen.

„Künstliche Intelligenz“ basiert darauf, dass Systeme mit vielen Daten „trainiert“ werden, um mit Hilfe von statistischen Modellen Muster zu erkennen. Selbst wenn solche KI-Systeme mit guter Absicht eingesetzt werden, tragen sie die Voreingenommenheit ihrer Programmierer.innen und der verwendeten Trainingsdaten in sich. Damit werden diskriminierende Muster einer Gesellschaft wie Rassismus und Sexismus reproduziert und verstärkt. Menschen, die nicht weiß und männlich sind oder in einem weniger wohlhabenden Stadtteil wohnen, werden dadurch systematisch benachteiligt. Im schlimmsten Fall ermöglichen unsere biometrischen Daten eine lebenslange Kontrolle und die Verfolgung von Unschuldigen. Ohne ein Verbot biometrischer Massenüberwachung wird der Missbrauch solcher Technologien durch Autokratien und Kriminelle zum Alltag.

Regierungen, Sicherheitsbehörden und Unternehmen können und werden Gesichtserkennung und andere biometrische Überwachungssysteme gegen uns einsetzen, um unsere Körper zu datafizieren und zu analysieren. Darum brauchen wir jetzt ein Gesetz, das uns europaweit schützt.

Fordern Sie unseren öffentlichen Raum zurück. Verlangen Sie ein Verbot biometrischer Massenüberwachung!

Unterstützen Sie die gute Sache: Freiheit, Grundrechte und Demokratie.

Viele Menschen engagieren sich bei uns in ihrer Freizeit, seien auch Sie dabei!

Bleiben Sie auf dem Laufenden über unsere Arbeit und unsere Themen.

Die häufigsten Fragen, die uns zu dem Thema erreichen:

Wo finde ich mehr Informationen?

Wir haben auf unserer Website eine Themenseite zu Reclaim Your Face eingerichtet. Hier haben wir auch weiterführende Informationen und Blogartikel gesammelt. Zum Beispiel einen Kurzfilm von Alexander Lehmann, der verständlich zusammenfasst, warum von biometrischen Überwachungssystemen Gefahren für demokratische Gesellschaften ausgehen. Dieser Film kann gern geteilt werden, um andere zu überzeugen. Überzeugen Sie auch Ihre Bekannten außerhalb Deutschlands. #ReclaimYourFace ist ein Bündnis von über 75 europäischen Grundrechtsorganisationen und in 20 Mitgliedsstaaten der EU vertreten. Auf der europäischen Kampagnenseite gibt es alle wichtigen Informationen in 15 Sprachen.

Ich weiß aber nicht mehr genau, ob ich schon unterschrieben habe. Darf ich trotzdem unterschreiben?

Ja! Es schadet nicht, im Zweifelsfall zu unterschreiben, denn doppelt abgegebene Stimmen werden bei einer Duplikatsprüfung aussortiert.

Warum müssen so viele Daten angegeben werden?

Das Eingabeformular ist nach Vorgaben der EU-Kommission und der Mitgliedsstaaten gestaltet. Es werden nur die gesetzlich geforderten Daten abgefragt. Unterschriften, zu denen Pflichtangaben fehlen, werden leider nicht gezählt. In einem zweiten Schritt des Formulars kann mit freiwilliger Angabe der E-Mail-Adresse der Newsletter von Digitalcourage und unseren Verbündeten EDRi (European Digital Rights) abonniert werden. Das ist nicht verpflichtend, dort gibt es aber regelmäßig aktuelle Informationen.

Macht meine Unterschrift überhaupt einen Unterschied?

Ja. Jede Unterschrift und jede Aufmerksamkeit für #ReclaimYourFace gibt uns Rückenwind, um Abgeordnete im Europaparlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten im Europäischen Rat zu überzeugen. Dort wird gerade eine EU-Verordnung verhandelt zur Regulierung von künstlicher Intelligenz (das „KI-Gesetz“ oder, auf Englisch, der „Artificial Intelligence Act“ – AIA). Ihre Unterschrift kann den Unterschied machen zwischen einem Gesetz, das unsere Grundrechte besonders schützt, oder einem, das sie untergräbt. Also jetzt die letzte Chance nutzen und unterschreiben!

Waffeln und Advocacy

Reclaim Your Face in Brüssel

Ein Treffen des Bündnisses Reclaim Your Face in Brüssel sorgt für neuen Schwung beim Kampf gegen biometrische Massenüberwachung in der EU.
Reclaim Your Face

Mit Rückenwind zum KI-Gesetz

Die Unterschriftensammlung durch die europäische Bürger.inneninitiative ist beendet. Jetzt müssen wir auf Europaparlament und Staats- und Regierungschefs der EU bei den Verhandlungenzum KI-Gesetz einwirken.