In den letzten Wochen erreichten uns so viele Anfragen, dass wir uns entschlossen haben, unseren PrivacyDongle neu aufzusetzen. Damit wollen wir es allen Menschen einfach möglich machen, ohne Spuren im Netz zu surfen. Der PrivacyDongle ist ein USB-Stick, auf dem ein spezieller Firefox-Browser installiert ist. Jede Verbindung zu einer Webseite wird damit verschlüsselt und über das Tor-Netzwerk hergestellt. Dies ermöglicht unbeobachtetes Surfen, denn damit weiß weder der Internetprovider, welche Webseiten ich aufgerufen habe, noch der Webseitenbetreiber, wer ich bin.

Spurenloses Surfen

Die Software hinterlässt auch keine Spuren auf dem heimischen Rechner, denn sie wird direkt vom USB-Stick gestartet. Anonymes Surfen und sich unbeobachtet informieren können ist wichtig und ein Grundrecht. Gerade weil wir nichts Verwerfliches tun, wollen wir nicht ständig überwacht werden. Beim Brötchen kaufen oder Spazieren gehen hinterlässt man schließlich auch keine Spuren. Der PrivacyDongle schützt vor dem Datenhunger von Providern, Webseitenbetreibern und Geheimdiensten. Sie können den PrivacyDongle in unserem Shop bestellen.

Anleitung und Fragen

Sie haben unseren PrivacyDongle schon? Dann finden Sie hier unsere Anleitung und die Antworten auf die häufigsten Fragen.

[Aktualisierung]: Heise berichtet, dass einige Versionen der Software, auf der unser PrivacyDongle basiert, nicht sicher sind. Die Software des PrivacyDongles ist von diesem Fehler nicht betroffen.

Einführung

Anonyme Kommunikation im Internet kann ganz einfach sein: mit unserem PrivacyDongle. Wir möchten damit das Recht auf Privatsphäre im Internet stärken und ein Zeichen gegen die immer wieder drohende Vorratsdatenspeicherung und Überwachung setzen. Der PrivacyDongle besteht aus einem USB-Stick und der Software, die man auch bei uns herunterladen kann. Den PrivacyDongle können Sie bei uns im Shop kaufen und damit unsere Arbeit unterstützen.

Warum anonym surfen?

Zu viele Menschen können tagein, tagaus unsere Spuren im Internet verfolgen. Am Arbeitsplatz zum Beispiel der Arbeitgeber – und der Staat kann es immer, wie der Prism-Skandal zeigt. Geheimdienste und der Staat zeichnen an vielen Stellen das Surfverhalten aller Bürgerinnen und Bürger auf. Es wird gespeichert, wer wann wohin surft. Diesem Eingriff in die Privatsphäre können Sie mit dem unserem PrivacyDongle einfach begegnen. Wie funktioniert das?

Die Benutzung ist sehr einfach. Entweder die Software herunterladen, zusammenbauen und auf einen USB-Stick kopieren – oder gleich den fertigen PrivacyDongle bei uns kaufen, da ist bereits alles drauf. Den Stick einfach in den Rechner stecken und auf das Programm klicken. Nun startet ein Firefox-Browser, mit Sie anonym über das so genannte Tor-Netzwerk surfen. Unser PrivacyDongle 4 läuft auf Windows, Mac OS X und vielen Linux-Systemen.

Das Tor-Netzwerk besteht aus hunderten Rechnern, die über die ganze Welt verteilt sind. Wenn Sie den PrivacyDongle starten, wird ein Weg über drei dieser Rechner vermittelt. Durch ein Verschlüsselungsverfahren werden Ihre Spuren so verwischt, dass der erste der drei Rechner nicht weiß, welche Webseite angesteuert wird, der letzte kennt das Ziel, aber nicht, wer es aufgerufen hat. Logfiles werden nicht mitgeschrieben. So wird die Anonymität sichergestellt.

Wovor Sie der PrivacyDongle nicht schützt

Das Tor-Netzwerk setzt zwar Verschlüsselung ein, aber nicht zu dem Zweck, Ihre Kommunikation abhörsicher zu machen. Die Verschlüsselung besteht nur innerhalb des Tor-Netzwerks. Zwischen dem letzten Verbindungspunkt (dem „Tor-Ausgangs-Knoten“) und Ihrem Zielserver (Also der Webseite, die Sie aufrufen) sind die Daten so gut oder schlecht geschützt wie bei einer normalen Verbindung. Nur die Herkunft Ihrer Verbindung ist verschleiert, nicht die Inhalte.

Sie bleiben deshalb nur so lange anonym, bis Sie Ihren eigenen Namen irgendwo eingeben oder sich irgendwo einloggen. Damit Ihre Verbindung bis zum Ziel abhörsicher wird, müssen Sie weiterhin „https“-Verschlüsselung nutzen. Sensitive Daten, zum Beispiel beim Online-Banking, könnten sonst irgendwo zwischen dem Tor-Ausgangs-Knoten und Ihrem Ziel abgehört werden. Es gibt sogar Berichte, dass einzelne Tor-Ausgangs-Knoten eigens zu dem Zweck betrieben werden, vertrauliche Daten abzuhören, die von unvorsichtigen Nutzern unverschlüsselt über das Tor-Netzwerk verschickt werden. (Hier ein Beispiel von Heise-News)

Verwechseln Sie also nicht Anonymität mit Vertraulichkeit. Stellen Sie sich vor, Sie würden sich mit einer Maske in einer Gesellschaft bewegen – wenn Sie Ihre Identität in einem Gespräch verraten, wird die Maske nutzlos. Auch möchten Sie trotz Maske nicht ohne weiteres Ihre persönlichen Geheimnisse mitteilen.

Anonymität heißt Verantwortung

Die Möglichkeit, sich anonym im Internet zu bewegen, bringt auch Verantwortung mit sich. Es ist möglich, Leute zu beleidigen oder Schlechtes über sie zu berichten. Wie im richtigen Leben muss man sich seiner Verantwortung gegenüber anderen bewusst sein, um sich korrekt verhalten zu können (und zu wollen). Wir möchten diese Technik verbreiten, um ein Zeichen gegen Vorratsdatenspeicherung zu setzen, und um zu zeigen, dass unbeobachtete Kommunikation fruchtbar für die Demokratie ist. Wir bitten darum, die Möglichkeiten auch in diesem Sinne zu verwenden. Möge sich jede und jeder erwachsen verhalten. Auch der Gesetzgeber will anonyme Kommunikation fördern und hat dies im Telemediengesetz explizit gefordert. Mit dem Unterstützen dieses Services helfen wir, gesetzliche Vorgaben umzusetzen!

(Bild: Fabian Kurz, cc-by-sa)