Statt Google Maps

Wege finden mit OpenStreetMap

Eine freie, offene Alternative für die Navigation und für Kartendienste, die zum Mitmachen einlädt.

Für Eilige: Das Wichtigste in Kürze

OpenStreetMap (OSM) ist eine vollwertige Alternative zu Google Maps. Die Karte wird von Nutzer.innen gepflegt, ist frei und oft aktueller und detailreicher als die Karten von Google und anderen kommerziellen Anbietern. Es gibt eigene Ansichten für Fußgänger.innen, Radfahrende, Eisenbahnfans und viele mehr.

Am PC oder Laptop können Sie Ihre Route zum Beispiel mit GraphHopper im Voraus planen. Auf Mobilgeräten lässt sich die Karte zur Navigation mit einer App (z. B. CoMaps) auch offline nutzen.

Darüber hinaus können Sie OSM gratis für viele weitere Zwecke nutzen: in Ihre Website einbauen, Orientierungspunkte (Kartenmarker) für Ihre Besucher.innen oder Ihre Vereinsarbeit setzen u. v. m.

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Inhalt

  1. OpenStreetMap
  2. Routenplanung im Browser
  3. Orientierung und Navigation unterwegs
  4. … oder traditionell mit Papier
  5. Karten teilen und auf der eigenen Website einbinden
  6. Individualisierte Karten
  7. OpenStreetMap als Datenbank
  8. Offizielle Karten
  9. Marble – die Welt auf dem Rechner

OpenStreetMap

Ähnlich wie Wikipedia ist OpenStreetMap (OSM) ein Gemeinschaftsprojekt. Die Kartendaten werden von den Nutzer.innen zusammengetragen und aktuell gehalten. Über 10 Millionen sind schon registriert. Sie bearbeiten und verbessern die Karten und entwickeln OSM weiter. Man merkt, dass Leute mit Sachverstand am Werk sind: Die Karten sind beeindruckend detailliert und präzise. Insbesondere Hausnummern und Wege in Parks oder anderen speziellen Gebieten sind meist viel genauer als bei Google Maps. So sind Wanderwege in den bayerischen Alpen verfügbar, bei denen Google Maps das Flugzeug empfehlen würde.

Mitmachen beim Erstellen und Korrigieren können auch Sie: Es ist nicht kompliziert, etwas zu korrigieren! Wenn zum Beispiel die Kneipe nebenan einen neuen Namen bekommen hat, können Sie ihn problemlos selbst aktualisieren. Probieren Sie es aus! OpenStreetMap bietet dazu eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der Sie online oder offline Karten ergänzen und anpassen können.

Mit einigen Apps können Sie beim Ergänzen der Karte unterwegs und offline selbst Hand anlegen.

Und das Beste: Weil das gesammelte Material der Allgemeinheit gehört, konnten daraus viele Folgeprojekte entstehen, zum Beispiel ÖPNV-Karten und Eisenbahnkarten. Was viele nicht wissen: Zunehmend werden sogar Gebäudehöhen und -formen in OSM erfasst, zum Beispiel in dieser erstaunlichen 3D-Ansicht.

Eine einführende Übersicht gibt es beim deutschen OpenStreetMap-Projekt openstreetmap.de.

OpenStreetMap ist inzwischen so wichtig, dass Ämter Vermessungsdaten dafür bereitstellen oder auf Basis der OpenSteetMap-Karte eigene Online-Dienste betreiben. Außerdem gibt es bereits über 2000 Apps, die OSM für viele Anwendungsfälle verwenden.

Und OpenStreetMap ist mehr als nur die Karte: Dahinter steckt eine Datenbank, die mit etwas technischem Geschick abgefragt werden kann, zum Beispiel um zu sehen, wo es in Deutschland besonders viele Trinkbrunnen gibt.

Routenplanung im Browser

Routenplanung ist direkt in die Website von OpenStreetMap integriert. Klicken Sie dazu auf den Knopf mit dem Pfeil neben dem Suchfeld. Berechnet werden die Routen von externen Diensten, die auf OpenStreetMap aufbauen. Zwischen diesen können Sie umschalten und die Ergebnisse vergleichen.

Mehr Funktionen bieten einige Geschwisterprojekte. Hier eine Auswahl:

  • Das Web-Interface von Graphhopper ist schlank und schnell und kommt ohne Plugins aus. Sie können einstellen, ob Sie spazieren oder wandern, welches Fahrrad Sie benutzen oder ob Sie einen Laster fahren. Ein nettes Gimmick ist das Höhenprofil für geplante Routen.

  • Auf der Karte der Open Source Routing Machine (OSRM) können Sie Zwischenziele einfach hinzufügen, indem Sie einen Punkt auf der Route anklicken und wegziehen. Die Routingmaschine dahinter wurde unter anderem vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) betreut.

  • Der OpenRouteService wird von der Universität Heidelberg entwickelt und angeboten. Er ist einer der wenigen Dienste, die auch Routen für Rollstuhlfahrende suchen. Zusätzlich gibt es dort interessante Auswertungen, beispielsweise, wie weit Sie in drei Minuten zu Fuß kommen, oder welche Ziele Sie mit einer Fahrstrecke von 15 Kilometern erreichen können.

Es gibt viele weitere Routingdienste, die auf OSM aufbauen und verschiedene Geschäftsmodelle verwenden (Listen: deutsch, englisch). Stöbern lohnt sich!

Orientierung und Navigation unterwegs

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Auch unterwegs brauchen Sie nicht auf freies Kartenmaterial zu verzichten, denn OpenStreetMap wird von vielen Apps (z. B. für Android und für iOS verwendet und unterstützt. Das Kartenmaterial können Sie außerdem auf Ihr Smartphone oder Tablet herunterladen und so ohne Internetverbindung navigieren und Ihr Ziel finden. Das ist nicht nur im Ausland praktisch, wo das Datenvolumen oft begrenzt und teuer ist.

Weit verbreitet ist unter anderem die freie und quelloffene App OsmAnd, die On- und Offline-Navigation unterstützt und in einer abgespeckten Version kostenlos ist. Wer den alternativen Android-App-Store F-Droid verwendet, wird sogar belohnt und bekommt kostenlos die Vollversion ohne Einschränkungen. Trotzdem sind Spenden erwünscht, denn sie helfen, das Projekt weiterzuentwickeln.

Eine weitere freie Alternative ist die App CoMaps. Während OsmAnd sehr viele Funktionen anbietet, aber etwas Eingewöhnung benötigt, legt CoMaps Wert auf einfache Bedienung und stellt die Privatsphäre der Nutzer.innen in den Fokus. Verfügbar ist CoMaps für Android (auch via F-Droid) und iOS.

Auch hier lohnt es sich, verschiedene Apps auszuprobieren, um sich passend zu den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen entscheiden zu können. openstreetmap.de hat dafür eine schöne Einstiegsseite.

Und wer gleich mobil beim Bearbeiten der Karte mitmachen möchte, findet unter Beitragen mit dem Smartphone etliche Apps dazu.

… oder traditionell mit Papier

Wenn Sie lieber kein elektronisches Gerät mitnehmen oder sich für den „Akku leer“-Fall rüsten wollen, hilft OpenStreetMap ebenfalls: Stadtpläne und Kartenausschnitte können Sie mit der Druckfunktion des Browsers ausdrucken oder einen spezialisierten Druck-Service nutzen (z. B.: MyOSMatic).

Es spricht natürlich nichts dagegen, auch mal nach dem Weg zu fragen. Manchmal lernt man dabei nette Leute kennen.

Karten teilen und auf der eigenen Website einbinden

Digitalcourage wirkt. Wirken Sie mit!

Wenn Sie einen Geburtstag oder ein anderes Event organisieren und Kolleginnen, Freunden oder Vereinsmitgliedern den Ort des Geschehens mitteilen wollen, verzagen Sie nicht! Auf OpenStreetMap können Sie problemlos Links für die gewünschte Lokation erzeugen (Karte verlinken) und mit anderen teilen, oder Kartenmarker setzen, um präzise auf den Ort hinzuweisen. Über den Reiter „Export“ bzw. über das Symbol „Teilen“ können die gewünschten Kartenausschnitte in Raster- (JPEG, PNG) oder Vektorgrafik-Formate (PDF, SVG, PostScript) umgewandelt werden.

Auf der eigenen Website können Sie die Karte einbinden, ohne befürchten zu müssen, dass Google Sie verklagt, denn OpenStreetMap erlaubt uneingeschränkte private wie gewerbliche Nutzung. Falls Sie eine Anfahrtsskizze oder einen Lageplan brauchen, ist das auf einem OpenStreetMap-Hintergrund mit uMap schnell in professioneller Qualität realisiert.

Auch das Einfügen einer interaktiven (zoom- und verschiebbaren) Karte, einer sogenannten „slippy map“ in die eigene Website ist mit OSM möglich.

Besuchen Sie uns doch mal!

Unsere Geschäftsstelle finden Sie in der Marktstraße 18 in der Bielefelder Innenstadt.

Individualisierte Karten

Ebenfalls mit uMap können Sie Karten erstellen, die mehrere Marker, Flächen oder Strecken enthalten. Als Beispiel hier eine Karte mit den Digitalcourage-Ortsgruppen. Selbstverständlich können Sie Formen und Farben selbst festlegen, Beschreibungen angeben etc.

Sie können auch einstellen, dass die Daten von einer externen Quelle geladen werden. Damit steht einer automatisch aktualisierten Karte der Mitglieder Ihres Vereins nichts mehr im Wege.

OpenStreetMap als Datenbank

Ein wichtiger Aspekt von OpenStreetMap wird häufig gar nicht wahrgenommen: Die Kartendaten stehen als Datenbank zur Verfügung. Wer sich etwas auskennt, kann damit neue Erkenntnisse in Karten festhalten.

Beispielsweise die Bubatzkarte, die alle Flächen in 100 Meter Umkreis von Schulen, Kindergärten, Sportplätzen etc. markiert. Damit will die Karte helfen, das Konsumverbot von Cannabis einzuhalten. (Beachten Sie hierzu die Hinweise auf der Website.)

Offizielle Karten

Noch Anfang des Jahrtausends war es undenkbar, dass die Vermessungsämter der Länder oder Gemeinden ihre Karten öffentlich und kostenlos zur Verfügung stellen. Das hat sich geändert. Hier einige Beispiele:

  • basemap.de liefert die amtlichen Geobasisdaten aller deutschen Vermessungsverwaltungen als „Amtliche Karten von Deutschland“. Dort gibt es nicht nur eine Karte zur Ansicht, die auch 3D kann, sondern auch die Daten selbst.

  • Ähnlich liefert basemap.at die amtlichen Geodaten der österreichischen Verwaltungen. Dazu Höhenlinien, Schummerungen und Satellitenbilder. Die Karte zum Ansehen ist etwas versteckt.

  • Der BayernAtlas bietet thematische Ansichten, beispielsweise zu Freizeit, Planen und Bauen oder Naturgefahren.

  • Beim Topografischen Informationsmanagment des Landes Nordrhein-Westfalen gibt es ebenfalls thematische Karten, beispielsweise zum Fluglärm. Und man kann direkt online Fehler melden.

  • Auch die Schweiz bietet ein änliches Angebot an.

Es gibt inzwischen sogar eine Beratungsstelle (bei FOSSGIS) für öffentliche Verwaltungen, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Organisationen, die ihnen dabei hilft, OSM besser zu verstehen und Probleme bei der Nutzung und der laufenden Verbesserung von OSM zu klären.

Marble – die Welt auf dem Rechner

Die Welt als Kugel sehen Sie mit Marble (englisch für Murmel). Und mit dem Zoom können Sie Kartenausschnitte betrachten. Neben OpenStreetMap-Karten stehen Satellitenbilder, historische Karten und einiges mehr zur Verfügung. Um ohne Internetverbindung navigieren zu können, müssen Sie nach der Installation der App den entsprechenden Kartenbereich (File → Download Region) herunterladen.


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Hinweis:
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