Praktikum bei Digitalcourage – Erfahrungsberichte

Es mag ein wenig frech klingen: „Bei Digitalcourage geht doch nix ohne die Praktikantinnen und Praktikanten." Wir mögen es, wenn unsere Praktikanten mutig und selbstbewusst sind, und da ist mehr als nur ein Funken Wahrheit dran. Ohne das Engagement und den Einsatz unserer Praktikantinnen sähe vieles bei uns anders aus. Deshalb ist es wichtig, dass sie im Gegenzug viele Einblicke bekommen, viel lernen und viel Erfahrung mitnehmen können. Auch wenn wir es bisher nicht schaffen, unsere Praktikumsstellen zu vergüten, kommt es nicht selten vor, dass Praktika verlängert werden. Wir werten das als Zeichen, dass ein Praktikum bei Digitalcourage in jedem Fall als 'lohnend' empfunden wird. Und viele bleiben uns auch später noch mit freiwilligem Engagement erhalten. Dafür investieren wir auch gerne Zeit in Gespräche und Erklärungen. Aber das können unsere Ehemaligen selbst viel besser erklären. Daher lassen wir sie hier zu Wort kommen.

So war mein Praktikum bei Digitalcourage

Johanna S. (Soziologie und Psychologie Uni Bielefeld):

Johanna Springhorn

Insbesondere in den Bereichen Pressearbeit, Recherche- und Textarbeit im Rahmen der Blogredaktion sowie Veranstaltungsorganisation und Durchführung sammelte ich sehr viele wertvolle Praxisinformationen und Erfahrungen. Sehr schnell hatte ich die Möglichkeit selbstständig und eigenverantwortlich an Themen zu arbeiten, was mir in besonderem Maße gefallen hat. Auf diese Weise lernte ich nicht nur viel auf der inhaltlichen Ebene dazu, sondern eignete mir auch an, wie ich unterschiedlichste Tätigkeiten angemessen strukturiere und in meinen Arbeitstag einbette. Die offene und freundliche Atmosphäre im Verein halfen mir, mich schnell in das Alltagsgeschehen einzuleben und ermunterte mich, bei Unklarheiten einfach nachzufragen.
Ein Praktikum bei Digitalcourage lohnt sich meiner Ansicht nach nicht nur für technisch versierte Personen. Auch als politisch Interessierte.r erhältst du während deines Praktikums viele neue Einblicke aus der Praxis.
Achja, der Frühling ist übrigens eine der vier spannendsten Jahreszeiten für ein Praktikum bei Digitalcourage – insbesondere, weil zu dieser Zeit die BigBrotherAwards verliehen werden ;-)

Justus (Soziologie, Uni Bremen):

Dieses Praktikum wird mit viel Liebe in Handarbeit bei besten, ausgezeichneten Menschen hergestellt. Achtung: enthält Arbeit! Kann Euphorie und Tatendrang verursachen! Kann Spuren von Herzlichkeit, Kunst, Spaß und Süßigkeiten enthalten. In dieser Produktionsstätte werden auch andere Ideen entwickelt.
Nach langer Denke der Entschluss: Praktikum bei Digitalcourage. Kurzentschlossen beworben und sehr, sehr glücklich damit! Bei Digitalcourage sind unterschiedlichste Menschen aus diversen Bereichen. Sie alle arbeiten gemeinsam in und am großen Rahmen. Bürgerrechte sind mehr als abstraktes Gefasel irgendwelcher Eierköpfe und Datenschutz ist mehr, als sich über Facebook aufzuregen und die AGBs in Statusnachrichten abzulehnen. Rahmenbau bedeutet, sich eigener, grundlegender Rechte bewusst zu werden, den eigenen Rahmen abzustecken und Gesellschaft aktiv zu gestalten. Dazu gehört zwangsweise, Dinge (und Menschen und Institutionen und und und…) zu kritisieren und etwas zu ändern – denn ein Rahmen ist kein Gatter oder Gehege! Gesellschaft gemeinsam auf Augenhöhe zu gestalten ist das Ziel. Den Inhalt vom Rahmen, den bestimmst du selbst.
Das klingt jetzt alles groß und hui, kann aber ganz einfach sein: Sich die eigene Umwelt bewusst machen, Menschen und Dinge Wertschätzen, Nett zu Mitmenschen (und Tieren) sein, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, fundierte Kritik geben und annehmen, gemeinsam den Rahmen immer wieder neu denken und ausprobieren, sich gegenseitig mit Euphorie und Tatendrang anstecken. Das alles kannst du lernen wenn du Blumen vorm verdursten rettest, gemeinsam hitzig diskutierst und danach was kühles trinkst, handzahme Gesetzesvorhaben ließt und bissige Artikel schreibst, so wütend bist, dass du sogar ein Schild für die Demo malst, freundliche böse Briefe verschickst und dir ab und an eine Kunstausstellung anguckst.

Lilli (10. Klasse, Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück)

In den Sommerferien hatte ich neben Feriencamps und Urlaub noch eine Lücke von zwei Wochen, die ich mit einem Praktikum in einem interessanten Verein auffüllen wollte. Hierbei hat mich Digitalcourage direkt angesprochen: Datenschutz und Digitale Selbstverteidigung sind Themen, von denen ich glaube, dass sie uns auch in Zukunft noch bewegen werden. Obwohl ich nur zwei Wochen da war, habe ich eine Menge gelernt über Politik, Gesellschaft und Technik. Auch die praktische Arbeit war lehrreich: Es gab Aufgaben im und rund um das Haus, Rechercheaufgaben und viel am Computer. Die Atmosphäre war entspannt und locker. Ich hatte viele verschiedene Aufgaben und konnte von den Kolleg.innen eine Menge lernen, da ich die Gelegenheit hatte, jedem.r einmal über die Schulter zu schauen.
Leider konnte ich nicht lange genug dabei sein, um mehr von den Aktionen und Zielen des Vereins zu erfahren. Trotzdem habe ich während des Praktikums eine Menge gelernt und viel Spaß gehabt, konnte mich sinnvoll einbringen und kann es nur weiterempfehlen!

David Bergmann

David (Politikwissenschaft und Sozialwissenschaften, Uni Bielefeld):

Im Verein treffen unterschiedlichste Menschen aufeinander, die Technik und Politik kritisch durchleuchten und menschenwürdig gestalten wollen. Datenschutz wird dabei als Bürgerrechtsarbeit verstanden. Der Verein selbst sieht sich nicht als reinen „Datenschutzverein“, da er sich auch über den Datenschutz hinaus engagiert. So wurden bspw. Kampagnen für Bürgerrechte, Arbeitnehmerrechte oder gar Friedensprojekte erfolgreich mit angestoßen und entwickelt. Statt klassischer „Lobby-Arbeit“ werden dabei keine Partikularinteressen vertreten, sondern Interessen der Allgemeinheit (Stichwort: Advocacy).
Ein Praktikum bei Digitalcourage e.V. bedeutet Arbeit. Ich bekam zwar keine Vergütung, dafür aber jede Menge praktische Erfahrungen, die mir persönlich auch wichtiger sind als ein kleines Praktikumsgehalt.
Ich möchte Digitalcourage e.V. als Praktikumsgeber weiterempfehlen. Die Arbeit dort war jederzeit interessant, vielfältig und machte viel Spaß. Es herrschte eine entspannte und lockere Arbeitsatmosphäre, trotz des großen Trubels, den das Tagesgeschäft verursachte. Ich wurde freundlich in das Team integriert und mit eigenen verantwortungsvollen Aufgaben betraut.

Philipp K. (Master Interdisziplinäre Medienwissenschaft an der Uni-Bielefeld):

Über das Praktikum bei Digitalcourage kann ich zumindest sagen: Kaffee kochen war auch mal dabei! Die anderen Tätigkeiten, alles was ich in meiner Zeit gelernt habe und die Erfahrungen die ich gemacht habe, lassen sich nicht in einem so kurzen Satz zusammenfassen. Zu vielseitig und abwechslungsreich sind die Bereiche und Inhalte mit denen ich mich beschäftigen durfte. Das ich dabei auch manchmal an die Grenzen meiner Fähigkeiten und Kenntnisse gestoßen bin, sagt einiges über die hohe Qualität der Praktikumsstelle aus. Daher wird auch ein gewisser Anspruch an die Praktikanten gestellt und gleichzeitig das Vertrauen und die Unterstützung des Teams gegeben, um diesen Aufgaben gerecht zu werden. Im Idealfall hat man nicht nur inhaltlich etwas dazugewonnen, sondern auch charakterlich. Dies gilt für mein Praktikum bei Digitalcourage, denn das soziale Umfeld, das Persönliche und Menschliche, das sich „gemeinsam für eine Sache stark machen“ hat zweifelsohne auch meine sozialen Kompetenzen gestärkt. Ich bin Personen und Persönlichkeiten begegnet, habe komplexe Sachverhalte textlich aufbereitet und anderen zugänglich gemacht, sowie zu aktuellen politischen und technischen Themen recherchiert. Dabei habe ich auch die ganze Bandbreite gemeinnütziger Vereinsarbeit kennen gelernt, den organisatorischen Aufwand für Kampagnen und Infoveranstaltungen, die Gestaltung von Öffentlichkeitsmaterial oder einfach den direkten Kontakt mit Interessierten. Zudem habe ich gelernt wie flache Hierarchien, Eigenverantwortung und Engagement stärken, Potentiale der Beteiligten freisetzt und wieder bündelt und zur Kreativität und Produktivität beiträgt. Ich habe also viel gelernt in meinem Praktikum, nur im Kaffee kochen bin ich nicht besser geworden...

Sebastian (Politikwissenschaft/Soziologie, Uni Münster):

Während meines Praktikums im Frühjahr 2014 war ich vor allem in die Organisation der BigBrotherAwards eingebunden; eine so beeindruckende Veranstaltung, dass ich im Folgejahr gerne wieder mit angepackt habe. Praktikum bei Digitalcourage bedeutet aber nicht nur Orga-Jobs: Bei einem so komplexen und spannenden Themenbereich wie Datenschutz kann man gar nicht anders, als dabei eine Menge zu lernen. Besonders beeindruckt hat mich die entspannte und gemütliche Atmosphäre, die bei Digitalcourage eigentlich immer herrscht, selbst in den stressigeren Momenten, aber natürlich besonders dann, wenn man wieder einmal einen Grund zum Feiern hat.

Max (Germanistik und Latein, Universität Bielefeld)

Mit Datenschutz und Grundrechten haben meine Studienfächer auf den ersten Blick wenig zu tun. Bei Digitalcourage hat das aber niemanden gestört. Alle Personen, die mit Interesse, Motivation und Engagement in den Verein kommen, werden herzlich aufgenommen – denn zu tun gibt es immer genug, und zwar in verschiedensten Bereichen. Ich habe in meinem Praktikum bei Digitalcourage von Dezember 2015 bis März 2016 mehr mitgenommen, als ich hier in wenigen Sätzen beschreiben könnte. Ich habe gelernt, wie ein Verein funktioniert, mich in fremde Themen eingearbeitet, verschiedene Artikel geschrieben und mich auf einem (ebenfalls von Digitalcourage gestemmten) Kongress mit vielen Leuten darüber ausgetauscht, wie wir alle uns heute für unsere Grundrechte einsetzen können. Vor allem aber habe ich einen kritischeren Blick auf Entwicklungen der Gegenwart bekommen. Gerade darum empfehle ich ein Praktikum bei Digitalcourage dringend weiter.

Was haben Praktikant.innen schon so gemacht? Ein paar Beispiele.

Foto: Lisa Krammel CC by sa 4.0