Naschen oder nicht naschen...

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Kekse: Fast jeder mag sie, aber in zu großen Mengen bereiten sie uns Bauchschmerzen. Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten Cookies im Browser. Sie sind nicht per se etwas schlechtes, denn sie können persönliche Einstellungen auf einer Website oder Zugriffsrechte nach einem Login speichern. Das ist durchaus sinnvoll und erhöht den Komfort ungemein. Daher möchten Sie nicht alle Cookies komplett blockieren. (Geht aber auch. Probieren Sie es aus!)

In diesem Artikel stellen wir vor, wie Sie mit ein paar einfachen Klicks unnötige Cookies ablehnen und so die Verfolgung durch Werbefirmen reduzieren.

Gute Cookies!
Die Menge macht den Unterschied.

Gute Cookies, böse Cookies

Auch bei Browsercookies gilt: Die Menge macht den Unterschied zwischen Genuss und Magenschmerzen! Cookies können viel über Sie und Ihr Surfverhalten verraten, denn in Cookies verstecken sich Informationen, die angesurfte Seiten auf Ihrem PC ablegen: Setzt eine Werbe- oder Analysefirma als Drittanbieter auf einer Seite einen Cookie und Sie besuchen mehrere Webseiten, auf denen diese Firma eingebunden ist, kann die Firma bereits diesen Teil ihres Surfverhaltens erfassen. Diese Cookies sollten Sie in jedem Fall blockieren, da sie Ihnen absoulut nicht fehlen werden.

Grundstein für anonymeres Surfen: Cookies verwalten

Auch wenn der Einsatz von Cookies nicht die einzige Technologie ist, um Nutzer zu identifizieren, können Sie durch einen bewussten Umgang mit Cookies den Grundstein für anonymeres Surfen im Web legen. Die Einstellung, wie Ihr Browser mit Cookies umgeht, können Sie mit wenigen Klicks ganz einfach anpassen.

Digitalcourage wirkt. Wirken Sie mit!

  • Firefox: ☰ › Einstellungen › Datenschutz › Firefox wird eine Chronik: „nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen“ › Cookies akzeptieren (Haken setzen) › Cookies von Drittanbietern zulassen › „Nie“.

  • Chrome: ⁝ › Einstellungen › erweitertete Einstellungen anzeigen › Datenschutz › Inhaltseinstellungen › Haken vor „Drittanbieter-Cookies und Websitedaten blockieren“ setzen

  • Opera Einstellungen › Datenschutz und Sicherheit › „Cookies und Websitedaten von Drittabietern blockieren“ setzen

  • Safari Prüfen Sie, ob unter Einstellungen › Datenschutz › Von „dritten und Werbeanbietern“ gesetzt ist.

  • Internet Explorer: Internetoptionen › Erweitert › Datenschutz. Setzen Sie den Regeler auf „Mittelhoch“, um so Cookies von Drittanbeitern auszusperren.

Zwischen Komfort und Schutz

Digitalcourage wirkt. Wirken Sie mit!
Möchten Sie sich noch besser schützen? Dann verwenden Sie Browsererweiterungen, die Cookies und LocalStorage („Supercookies“) automatisch löschen, nachdem Sie eine Webseite verlassen haben! Damit büßen Sie allerdings geringfügig Komfort ein, denn Sie müssen sich beim Verlassen einer Webseite später wieder neu einloggen, wobei Sie sich von einem verschlüsselnden Passwort-Manager helfen lassen dürfen. Das betrifft soziale Netzwerke, Foren oder Videoplattformen. Entscheiden Sie selbst, ob Ihnen der zusätzliche Schutz ihrer Privatsphäre oder der höhere Komfort mehr Wert ist.

  • Firefox: Self-Destructing Cookies (bitte nicht verwechseln mit „Self Destroying Cookies“) haben wir in der Vergangenheit empfohlen, aber leider funktioniert es nur noch in Firefox ESR. Ab Firefox 57 kann man normale Cookies mit Cookies AutoDelete löschen lassen, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Dafür müssen Sie einmalig den roten Button „Auto-clean disabled“ klicken, damit er grün wird und „Auto-clean enabled“ anzeigt. Wer noch Adobe Flash nutzen muss, sollte außerdem Clear Flash Cookies installieren, um solche Supercookies loszuwerden. Für Supercookies, die sich im LocalStorage festsetzen, ist uns für den aktuellen Firefox leider keine AddOn-Lösung bekannt. Sie können aber LocalStorage komplett abschalten, indem Sie in der Adresszeile „about:config“ eingeben und den die Einstellung dom.storage.enabled auf "false" setzen.

  • Chrome: Tab Cookies

  • Opera und Vivaldi: siehe Chrome.

  • Safari lässt sich nur sehr eingeschränkt mit AddOns individuell anpassen. Aber Apple hat seit iOS11 und macOS High Sierra seinem Browser einen Trackingschutz spendiert, der Cookies löschen kann. Die Werbewirtschaft protestierte vergeblich, aber Google als Betreiber der größten Online-Werbenetzwerke hat sein Tracking einfach umgestellt und setzt statt auf Cookies nun auf eine Kombination von Google Analytics und AdWords, um Menschen hinterherzuspionieren, pardon, personalisierte Werbung zu servieren. Unerschrockene können Google Analytics mit der Safari-Variante von uBlock Origin blockieren.

  • Internet Explorer: Für diesen Browser ist uns leider keine vergleichbare Browsererweiterung bekannt. Sie können aber unter „Internetoptionen“ die Einstellung „Browserverlauf beim Beenden löschen“ auswählen. Damit erreichen Sie, dass alle Cookies nach Beenden des Browsers gelöscht werden und Webseiten Sie nicht so einfach wiedererkennen können. Ein wichtiger Hinweis: Hiermit verlieren Sie auch gespeicherte Kennwörter und den Browserverlauf (Chronik) beim Schließen des Browserfensters. Leider lässt der Internet Explorer keine differenziertere Auswahl zu.

Besserer Schutz mit Werbeblocker

Schön, dass Sie Ihre Cookies jetzt im Griff haben. Die schlechte Nachricht ist: Den Werbenetzwerken ist das nicht entgangen, und sie sind ausgewichen auf andere Techniken. Darum und weil Werbung ein Einfallstor für Schadprogramme ist, sollten Sie Werbung blockieren. Wer noch mehr tun will, findet Anregungen im Artikel Weniger Spuren im Netz hinterlassen – Anti-Tracking-Tools.


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Änderungen seit 2014:

  • Opera nutzt jetzt dieselbe Rendering-Engine wie Chrome (Blink) und kann Chrome-Erweiterungen nutzen
  • Das für Cookies Gesagte trifft auch auf die neuere Technologie LocalStorage alias Web Storage alias Dom Storage zu.
  • verschlüsselnde Passwort-Manager empfohlen

Änderungen seit 2016:

  • BetterPrivacy und Self-Destructing Cookies funktionieren nicht mehr mit Firefox 57+. Es gibt kein Ersatz-AddOn, das auch LocalStorage löschen kann.
  • Safari hat neuerdings einen Trackingschutz, den Google sogleich umgangen hat
  • Empfehlung für Werbeblocker auch hier eingefügt

Hinweis: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, auch nicht durch unsere Empfehlungen. Programme können unentdeckte Fehler haben, und Datenschnüffeltechniken entwickeln sich weiter. Bleiben Sie wachsam!
Der Artikel ist auf dem Stand vom 12.12.2017. Sollten Sie Fehler finden, Ergänzungen haben oder Empfehlungen bei Ihnen nicht funktionieren, geben Sie uns Bescheid.

Links:
Wikipedia: Cookie
Wikipedia: Tracking Cookies

Bilder:
Aufmacherbild: April auf Flickr CC BY 2.0
Cookiestapel: mrsmagic auf Flickr CC BY-NC-SA 2.0

Veröffentlicht am 01.01.2016

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