Firefox einrichten

Sicher surfen mit Laptop oder PC

Wer sicher surfen will, braucht ein Händchen für Wahl und Einrichtung des Browsers. Oder diesen Artikel.
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Gezeichneter Laptop auf Surfboard vor gründem Hintergrund.

Inhalt:

  1. Für Eilige: Der passende Browser
  2. Welche Browser sind zu empfehlen?
  3. Firefox richtig konfigurieren
  4. Cookies wegklicken, aber richtig
  5. Systemweit Werbung und Tracking blockieren
  6. DNS-Server einstellen
  7. Sicherheit durch Umsicht

Zum Surfen im Internet brauchen Sie einen Browser. Das ist das Fenster, das Sie öffnen, um einen Link oder Suchbegriff einzugeben. Bei der Wahl und beim Einrichten eines Browsers können Sie einiges falsch machen, mit weitreichenden Konsequenzen. In diesem Artikel erklären wir, nach welchen Kriterien Sie den Browser auswählen sollten und wie Sie ihn sicher einrichten.

Am Laptop oder PC geht das etwas anders als am Smartphone. Wie Sie ein Smartphone für sicheres Surfen einrichten, erfahren Sie in einem eigenen Artikel. Die zugrundeliegenden Techniken und Konzepte erklären wir in einem weiteren Artikel.

Hinweis: Dieser Artikel behandelt Version 147.0.2 von Firefox. Für andere Versionen ist die Anleitung trotz einiger Abweichungen ebenfalls geeignet. Je größer der Abstand zwischen den Versionen, desto größer wird allerdings der Unterschied.

Der beste Browser ist freie (quelloffene) Software, schnell und von grundauf so gebaut, dass er ab Werk die Privatsphäre schützt und keine Nutzungsdaten sendet. Leider gibt es diesen Browser nicht. Entsprechend haben auch alle hier genannten Browser ihre Vor- und Nachteile und zu jedem gibt es auch berechtigte Kritik.

Für Eilige: Der passende Browser für mich?

Welcher für Sie persönlich am „besten“ passt, ist von Ihrer individuellen Situation abhängig. Für den alltäglichen Gebrauch empfehlen wir ein Mehrere-Browser-Konzept, bei dem Sie verschieden konfigurierte Browser oder Browserprofile für unterschiedliche Anlässe nutzen.

Die beste Option ist ein gut konfigurierter Firefox. Das ist nicht schwer und kostet nicht viel Zeit. Wir erklären Schritt für Schritt wie es geht.

Falls es Ihnen nicht möglich ist, sich dafür Raum zu nehmen oder Sie auf einen chromiumbastierten Browser angewiesen sind, können Sie auch Brave oder Ungoogled Chromium in Betracht ziehen. Damit nehmen Sie allerdings einige Nachteile]() in Kauf, und auch hier empfehlen wir weitere Einstellungen.

Für Fortgeschrittene bieten Tor- und Mullvad-Browser zwar den besten Schutz, bringen aber teilweise Komforteinschränkungen mit sich.

Wenn Sie besonderen Schutz benötigen, da Sie Journalistin, Aktivist oder ähnliches sind, ist der Tor-Browser die beste Wahl.

Welche Browser sind zu empfehlen?

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Es gibt sehr viele verschiedene Browser, und alle haben Vor- und Nachteile. Wir stellen einige vor. Welcher für Ihre Zwecke geeignet ist, wissen Sie selbst am besten. Dabei kann das Mehrere-Browser-Konzept sinnvoll sein: Sie konfigurieren unterschiedliche Browser oder Browserprofile für verschiedene Anlässe und sparen sich damit im Alltag viel Arbeit.

Hier Mike Kuketz' Vorschlag für ein 3-Browser-Konzept.

Firefox

Ein beliebter Browser ist Firefox von Mozilla. Er ist weit verbreitet, hat viele Einstellmöglichkeiten und ist freie Software. Doch selbst beim Firefox ist nicht alles Gold, was glänzt. Beispielsweise möchte Mozilla, dass Sie die Google-Suche nutzen, denn daran verdient es mit. Außerdem hat Firefox neuerdings KI-Funktionen integriert, die standardmäßig aktiviert sind. Müssen wir extra erwähnen, dass wir davon wenig halten?
Doch wenn Sie Firefox richtig konfigurieren, ist er wirklich ein guter Browser. Die Option, komplett voneinander unabhängige Profile einzurichten, macht den Firefox vielseitig nutzbar.

Es gibt verschiedene Projekte, die auf Firefox basieren und eigene Voreinstellungen haben: Libre Wolf ist besonders auf Datenschutz optimiert, Waterfox ist etwas weniger strikt eingestellt und hat automatische Updates, der Zen Browser hat neben Datenschutz einen Fokus auf Anpassbarkeit und benutzerfreundlichem Design.

Tor-Browser / Mullvad Browser

Der Tor-Browser ist ein modifizierter Firefox für Windows, Linux, macOS und Android, der über das Tor-Netzwerk ins Internet geht. Erweiterungen zum Schutz der Privatsphäre sind bereits installiert, Sie nutzen automatisch das Tor-Netwerk und surfen anonym. Allerdings wirkt sich die Nutzung des Tor-Netzwerks negativ auf die Geschwindigkeit aus.
Informationen und Download.

Der Mullvad-Browser basiert ebenfalls auf Firefox und wurde von Mullvad in Kooperation mit dem Tor-Projekt entwickelt. Vereinfacht gesagt entwpricht der Mullvad-Browser dem Tor-Browser ohne dessen Nutzung des Tor-Netzwerks, was den Nachteil bei der Geschwindigkeit eliminiert. Während bei der Verwendung des Tor-Browsers Ihre IP-Adresse durch die Nutzung des Tor-Netzwerks verschleiert wird, ist beim Mullvad-Browser dazu die zusätzliche Nutzung eines vertrauenwürdigen VPN-Anbieters notwenig. Das Surfen mit einem VPN-Dienst kann diese Anonymität aber auch gefährden.

Beide Browser bieten einen guten Schutz vor Fingerprinting. Sie kombinieren aktive Maßnahmen gegen Fingerprinting mit dem Konzept, für alle im Netz gleich auszusehen. Deswegen sollten Sie weitere Add-ons oder gar Plugins im Browsern nicht installieren, weil Ihr Browserfingerabdruck sonst leichter unterscheidbar würde. Aus diesem Grund sollten Sie auch die Fenstergröße nicht verändern. Lediglich das Einstellen der Sicherheitsstufe ist ratsam.

Den besten Schutz gegen Fingerprinting bietet die höchste Sicherheitsstufe. Dazu tippen Sie auf den Menü-Button oben rechts und dann auf Einstellungen. Im Abschnitt Datenschutz und Sicherheit wählen Sie Sicherheitseinstellungen. Die Grundeinstellung ist „Standard“, also die niedrigste Sicherheitsstufe.

  • Standard: Alle Funktionen einer Website sind verfügbar.
  • Sicherer: Einige Website-Funktionen sind abgeschaltet; JavaScript wird nur auf HTTPS-Seiten zugelassen.
  • Am sichersten: Nur die Basisfunktionen der Websites sind zugelassen, JavaScript ist deaktiviert.

Je höher die Sicherheitsstufe, desto besser wird Fingerprinting verhindert. Umso mehr Websites funktionieren dann allerdings nicht mehr richtig. Ausführlicher wird dies in der Anleitung für den Tor-Browser erklärt. Wie gut der Tor-Browser gegen Tracking und Fingerprinting schützt, können Sie zum Beispiel mit dem Dienst Cover Your Tracks der US-amerikanischen Grundrechteorganisation EFF nachvollziehen.

Beachten Sie, dass Ihre Anonymität im Tor-Netzwerk vor allem davon abhängt, wie Sie surfen. Auf den offiziellen Support-Seiten und in der Anleitung wird erklärt, wie Sie den Tor-Browser am besten benutzen.

Wer seinem Betriebssystem nicht vertraut, kann auf das freie Betriebssystem Tails zurückgreifen. Im Gegensatz zu Ihrem installierten Betriebssystem wird Tails als unveränderliches Livesystem von einem USB-Stick oder CD/DVD gestartet und bietet eine sichere Umgebung für die Nutzung von Tor auch an fremden Computern.

Tor funktioniert, weil viele Menschen kleine Knotenpunkte bereitstellen, die das Netzwerk am Laufen halten. Das Snowflake-Addon ist eine hervorragende Möglichkeit, einen Beitrag zum Netzwerk zu leisten, auch wenn man nicht über technisches Know-how verfügt. Weil das besonders wichtig ist in Ländern mit starker Internetzensur, haben wir unsere Erklärseite in viele Sprachen übersetzt.

Chromium statt Chrome

Chrome ist heute der meistbenutzte Browser. Das Problem: Der Hersteller Google hat hier einiges an Tracking eingebaut, das sich nicht abschalten lässt. Die Basis des Chrome ist der Chromium-Browser. Weil Google den Quelltext des Chromium-Browsers veröffentlicht hat, konnten andere daraus datenschutzfreundlichere Varianten entwickeln, zum Beispiel den Browser Ungoogled Chromium.

Der Vorteil Chromium-basierter Browser ist, dass sie bei einigen Videokonferenzen und manchen anderen Anwendungen besser funktionieren als zum Beispiel Firefox. Dennoch sollten Sie Firefox wenigstens testen. Womöglich ist er für Ihre Zwecke genauso gut geeignet wie ein Browser von Google. Alles, was Googles Monopolstellung stärkt, gefährdet schließlich das freie Internet. Warum es keine gute Idee ist, Chrome zu verwenden, zeigt auch dieses Webcomic.

Wer sich gegen Fingerprinting wehren möchte, kann sich auch den Browser Brave ansehen, der hier noch besseren Schutz als Chromium bietet, allerdings nicht an den Tor-Browser oder Mullvad-Browser heranreicht. Er verfolgt als einziger der hier aufgeführten Browser das Prinzip, den Fingerprint zu randomisieren und dadurch Tracking zu erschweren. Leider telefoniert Brave selbst gern nach Hause, wie nicht nur Mike Kuketz das Senden von Daten in seinem Blog nennt. Wer Brave nutzen möchte, sollte am besten Mike Kuketz' Einstellungsempfehlungen folgen.

Chromium-basierte Browser haben einen dicken Haken: ihr Fundament stammt von Google. Wer diese Browser nutzt, mehrt die Marktmacht von Google und vergrößert die gesamtgesellschaftliche Abhängigkeit von diesem mehrfach bigbrotheraward-prämierten US-Konzern.

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Firefox richtig konfigurieren

Firefox bietet – wenn er richtig konfiguriert ist – den besten Kompromiss aus Privatsphäre und Bedienbarkeit im täglichen Gebrauch.

Installation

Wie Sie Firefox installieren können, hängt von Ihrem Betriebssystem ab. Unter Linux geht das in der Regel über das integrierte Software-Center, wenn der Browser nicht ohnehin vorinstalliert ist. Unter Windows rufen Sie mozilla.org/de/firefox/new/ auf und klicken auf herunterladen. Sobald Sie die heruntergeladene Datei – mit Doppelklick – geöffnet haben, werden Sie durchs Installationsmenü geführt.

Achtung: Schon während der Installation sendet Firefox identifizierbare Daten an Mozilla. Wer dies verhindern möchte, sollte nach dem herunterladen das Internet trennen und erst wieder aktivieren, wenn der Unterpunkt „Datenerhebung durch Firefox und deren Verwendung“ (siehe unten) abgehakt ist!

Einstellungen

Schon mit sinnvoll gewählten Einstellungen ist viel zu erreichen. Wer sich einmal in die Einrichtung von Browser und Suchmaschine vertieft, spart später viel Zeit und erhöht die Sicherheit. Klug ist es, eine datensparsame Suchmaschine zu wählen und Cookies automatisiert zu löschen. Dabei kommt es natürlich auch auf Ihre Wünsche an, zum Beispiel bei der Frage, ob Sie eine Chronik – die Liste aller angesurften Websites – anlegen möchten oder nicht.

  • Menü-Button → Einstellungen → Startseite
    • Startseite und neue Fenster: Leere Seite auswählen
    • neue Tabs: Leere Seite auswählen
    • Unterpunkt „Inhalte des Firefox-Startbildschirms“:
      alle nicht benötigten Elemente deaktivieren, insbesondere gesponserte Verknüpfungen oder Empfohlene Geschichten
  • Menü-Button → Einstellungen → Suche
    • Neue Suchmaschinen hinzufügen:
      • Entscheiden Sie sich für eine Standardsuchmaschine und rufen Sie diese in Ihrem Browser auf. Klicken Sie die Adresszeile an und wählen Sie in dem erscheinenden Fenster ganz unten die gewünschte Suchmaschine aus (rechts neben „Einmalig suchen mit“). Sie müssten dort ein kleines grünes Plus am Symbol der Suchmaschine sehen, wenn sie nicht bereits installiert ist. Nach einem Klick ist diese Suchmaschine nun in Ihrem Browser installiert.
    • Unterpunkt „Standardsuchmaschine“: Klicken Sie das Auswahlmenü an und suchen Sie sich die Suchmaschine aus, die Sie standardmäßig für Suchanfragen verwenden möchten.
    • Unterpunkt „Suchvorschläge“:
      Suchvorschläge anzeigen deaktivieren
    • Unterpunkt „Suchmaschinen-Schlüsselwörter“:
      weitere Suchmaschinen hinzufügen (z. B.
      Qwant.com, Startpage.com, Zufalls-SearX,
      DuckDuckGo.com)
      und nicht benötigte Suchmaschinen (Google, Amazon.de, Bing ...) auswählen und entfernen drücken
  • Menü-Button → Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit
    • Unterpunkt „Verbesserter Schutz vor Aktivitätenverfolgung“:
      • Streng auswählen
      • „Websites anweisen, meine Daten nicht zu verkaufen oder weiterzugeben“ und „Websites eine Do Not Track-Information senden“ aktivieren
    • Unterpunkt „Cookies und Website-Daten“:
      • Cookies und Website-Daten beim Beenden von Firefox löschen aktivieren
      • Um den dadurch entstehenden Komfortverlust aufzufangen, empfiehlt es sich, für vertrauenswürdige Websites unter Ausnahmen verwalten Ausnahmen einzutragen.
    • Unterpunkt „Zugangsdaten und Passwörter“:
      • Fragen, ob Zugangsdaten und Passwörter für Websites gespeichert werden sollen: deaktivieren und stattdessen einen sicheren Passwortmanager benutzen
    • Unterpunkt „Chronik“:
      • Firefox wird eine Chronik nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen: auswählen
      • Wenn Sie keine Chronik Ihrer Websiteaufrufe anlegen möchten, aktivieren Sie Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird. Details in den Einstellungen zu diesem Punkt
    • Unterpunkt „Datenerhebung durch Firefox und deren Verwendung“:
      • Firefox erlauben, Daten zu technischen Details und Interaktionen an Mozilla zu senden: deaktivieren
      • Firefox das Installieren und Durchführen von Studien erlauben: deaktivieren
      • Nicht gesendete Absturzberichte automatisch von Firefox senden lassen: deaktivieren
    • Unterpunkt „Sicherheit“:
      • Gefährliche und betrügerische Inhalte blockieren: aktivieren
    • Unterpunkt „Nur-HTTPS-Modus“:
      • Nur-HTTPS-Modus in allen Fenstern aktivieren: auswählen
  • Menü-Button → Einstellungen → KI - Einstellungen
    • Unterpunkt „KI-Verbesserungen blockieren“:
      • blockieren auswählen, indem Sie den Regler aktivieren (Position Rechts)
      • Wenn Sie auf Übersetzungsfunktion angewiesen sind, können Sie diese auf Verfügbar stellen und nur den KI-Chatbot auf Blockiert.

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Firefox-Erweiterungen

Für den Firefox stehen Tausende Browser-Erweiterungen (Add-ons) zur Verfügung. Einige sind durchaus geeignet, Ihre Privatsphäre beim Surfen zu schützen. Andererseits ist der Browser mit jedem weiteren Add-on leichter wiederzuerkennen. Deshalb sollten Sie bei jedem Add-on überlegen, ob Sie es wirklich brauchen.
Wir empfehlen folgende Add-ons:

uBlock Origin ist nicht einfach ein Werbe-, sondern ein „Breitband“-Blocker. Er blockiert neben Werbeanzeigen auch Tracker und mit zusätzlich auswählbaren Filterlisten weitere unerwünschte Elemente. Das schützt die Privatsphäre und erhöht die Sicherheit, Websites bauen sich schneller auf und Sie sparen sogar noch Strom. Wenn Sie nur ein einziges Add-on installieren wollen, dann dieses.
uBlock Origin wirkt noch besser, wenn Sie ihn nachkonfigurieren. Im Folgenden beschreiben wir uBlock Origin in der Version 1.68.0. Tippen Sie oben in der Leiste links des Menübuttons auf das uBlock-Origin-Symbol. Es öffnet sich ein Fenster, in dem Sie unten das Zahnradsymbol des Einstellungsmenüs finden.

Im Reiter „Einstellungen“:

  • unter „Filterlisten“ jeweils auf das Plus vor Werbung, Datenschutz, Cookie Hinweise, Social Widgets und Belästigungen tippen, um alle Punkte anzuzeigen; Häkchen nach Bedarf setzen
  • Ihre Einstellungen müssen Sie mit einem Klick auf den Button Änderungen anwenden bestätigen.

Eine detaillierte Gebrauchsanweisung für uBlock Origin und Tipps für weitere Einstellungen liefert das Blog von Mike Kuketz.

Firefox-Einstellungen für Fortgeschrittene

ClearURLs entfernt Tracking-Parameter aus den URLs Ihrer Adresszeile und verhindert, dass Informationen über Sie preisgegeben werden, wenn Sie einen Link öffnen oder aus der Adresszeile kopieren und weitergeben (siehe auch Surfen ohne Tracking).
Dieses Add-on ist ohne weitere Konfiguration einsatzbereit.

Tipp: Wer etwas Nacharbeit in den Einstellungen in uBlock Origin nicht scheut, kann sich CLearURLs sparen:

  • wie oben beschrieben bei uBlock Origin in die Einstellungen wechseln
  • die Filterliste AdGuard URL Tracking Protection im Abschnitt „Privatsphäre“ aktivieren (die Kategorie muss mit dem voranstehenden Plus-Symbol aufgeklappt werden) und durch Klicken auf Änderungen anwenden übernehmen

Wenn Sie aus Firefox noch mehr Privatsphäre herausholen und sich richtig tief in die Konfiguration „reinfuchsen“ möchten, lohnt sich ein Blick in das Projekt Arkenfox mit seinem sehr guten Wiki. Oder wenn Sie es etwas bequemer haben wollen: Mit LibreWolf gibt es einen von der Community gepflegten Firefoxabkömmling, dessen Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen sorgfältig vorkonfiguriert sind. Wegen des inoffiziellen Status und manchmal verspäteter Updates bleibt Firefox allerdings unsere Hauptempfehlung.

Detailliertere Empfehlungen finden sich in der Empfehlungsecke im Blog von Mike Kuketz.

Unsere Werbung trackt Sie nicht. Sie bleibt höflich, während sie um eine Spende bittet. Das wollen Sie doch direkt belohnen, oder?

Cookies wegklicken, aber richtig

Cookiebanner sind nervig. Sie nötigen dazu, sich überwachen zu lassen, nicht selten auf unzulässige Weise. Wer solche Banner verwendet, setzt auf menschliche Schwächen: Bequemlichkeit, Zeitmangel, Desinteresse. Geben Sie sich einen Ruck und klicken Sie Überflüssiges weg. Ein paar Tipps:

  • Die meisten Cookiebanner setzen „dark patterns“ ein. Sie sollten wenigstens schon einmal gehört haben, was das ist.
  • Oft sind Felder, die Sie lieber nicht anklicken würden, besonders hervorgehoben. Sie rufen geradezu: „Klick mich!“ Nicht darauf reinfallen!
  • Suchen Sie nach den Begriffen „ablehnen“, „nur technisch notwendige Cookies“ oder „Einstellungen“.
  • Suchen Sie außerdem nach dem Zauberwort „berechtigtes Interesse“. Meist verbirgt sich dahinter eine lange Liste von Anbieter.innen, die sich im schlechtesten Fall nur einzeln, im besten mit einem Klick auf „alle deaktivieren“ abwählen lassen.
  • Wenn Sie alles wunschgemäß eingerichtet haben, sollten Sie sich nicht am Ende noch austricksen lassen, indem Sie auf „alle akzeptieren“ klicken. Das wäre der falsche Knopf. Auf dem richtigen steht sinngemäß: „Eigene Einstellungen bestätigen“.
  • Hinweis: Es gibt auch „gute“ Cookies. Das sind Cookies, ohne die eine Website nicht funktionieren würde, und denen Sie deshalb nicht widersprechen können. Für solche ausschließlich funktionalen Cookies brauchen Websites keine Erlaubnis. Jede Seite, die Sie mit einem Cookiebanner nervt, tut das also, weil sie mehr Cookies einsetzen will, als technisch nötig wären.

Am besten stellen Sie Ihren Browser so ein, dass Cookies regelmäßig gelöscht werden (siehe oben). Es gibt auch Add-ons, die die Cookiebanner entfernen (auch der uBlock Origin übernimmt diese Aufgabe, wenn Sie in den Filterlisten bei „Cookie-Hinweise“ die Häkchen setzen). Das dient allerdings nur der Bequemlichkeit und hat den Nachteil, dass Sie nichts abwählen können. Die Websitebetreiber.innen werden dann stillschweigend davon ausgehen, dass Sie sämtliche Cookies akzeptieren. Der Brave-Browser hat hier den Vorteil, dass er möglichst versucht, alle Cookies automatisch abzulehnen.

Systemweit Werbung und Tracking blockieren

Nicht nur der Browser baut Verbindungen zum Internet auf, sondern auch Ihr Betriebssystem und alle möglichen Programme. Auch hier kann es sinnvoll sein, Maßnahmen zu ergreifen, um dies einzuschränken. Es gibt dafür spezielle Firewalls, die nicht wie Standard-Firewalls nur eingehende, sondern auch ausgehende Verbindungen kontrollieren können.

Auf MacOS gibt es die freie und quelloffene Firewall Lulu. Das allgemeine einrichten und das nutzen von Blocklisten ist hier jedoch weniger intiutiv und das Programm sowie die Anleitung stehen nur auf Englisch zur Verfügung.

Für Linux und Windows gibt es die freie und quelloffene Firewall Portmaster. Nach der Installation wird man durch die wichtigsten Grundeinstellungen geführt und danach ist der Schutz die ganze Zeit im Hintergrund aktiv. Sie können verschiedene Blocklisten auswählen, sodass Ihr System keine Verbindung mehr zu bekannten Werbe- und Trackingseiten aufbauen kann. Auch einen alternativen DNS-Server können Sie dabei einstellen.

DNS

Ein DNS-Server ist so etwas wie das Telefonbuch des Internets. Dort schlägt ihr Computer nach, wohin Sie wollen, wenn Sie zum Beispiel „digitalcourage.de“ in den Browser eingeben. Wer dieses Verzeichnis kontrolliert, kann Einträge daraus entfernen, die dann nicht mehr für Sie erreichbar sind. Das können Sie natürlich auch ohne Portmaster einrichten. Nähers dazu finden sie bei Zensurfreier-DNS-Server und auf dem Kuketz-Blog.

DNS kann auch geschickt eingesetzt werden, um ungewollte Inhalte systemweit zu blockieren.

Achtung! VPN-Anbieter haben meist eigene DNS-Einstellungen, weshalb in solchen Fällen eine individuelle DNS-Auswahl zu Schwierigkeiten führen kann.

Sicherheit durch Umsicht

Sicherheit beim Surfen ist von vielen weiteren Faktoren abhängig. Mindestens so wichtig wie umsichtig gewählte Software, eine kluge Konfiguration und geeignete Plugins sind verantwortungsbewusstes Handeln und digitale Mündigkeit.

  • Denken Sie daran, dass Software regelmäßige Updates benötigt. Auch Ihr Browser und seine Plugins.
  • Datensparsamkeit ist ein unerlässliches Grundprinzip. Sammeln Sie im Browser keine unnötigen Plugins und räumen Sie ab und zu auf.
  • Ein bestimmtes Verhalten, zum Beispiel ein Post nachts um drei oder Inhalte, die Sie veröffentlichen, können ebenfalls viel über Sie verraten. Außerdem greifen viele Dienste auf mehr Daten zu, als Ihnen bewusst sein dürfte. Das gilt unabhängig davon, wie gut Ihr Browser eingestellt ist. Deshalb ist es wichtig, umsichtig und möglichst datensparsam zu surfen und sich mit dem Aufbau einer URL zu befassen.
  • Mit dem Mehrere-Browser-Konzept wird sicheres Surfen alltagstauglich.
  • Machen Sie sich mit den Hintergründen der Browsersicherheit vertraut.
  • Bedenken Sie, dass Ihr Browser durch seine spezifischen Eigenheiten höchstwahrscheinlich einmalig ist. Prüfen Sie den Browser-Fingerabdruck.

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Hinweis:
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