Mozilla Firefox – ein freier Webbrowser für ein freies Internet

Firefox-Logo und Feuerfuchs

Der Webbrowser als Tor zum Internet

Im Jahr 1990 erschien der erste Webbrowser. War früher der Webbrowser ein Programm von vielen, ist er heute die wichtigste Anwendung geworden. Oft ist er alternativlos: Die Ausführung von Anwendungen wird zunehmend vom lokalen Computer in den Browser und damit ins Internet verlagert. Wer zum Beispiel seine Steuererklärung am Computer machen will, muss das für das Jahr 2020 im Browser erledigen. Daher sollte man sich gut überlegen, welchem Webbrowser man vertrauen sollte.

Heute ist Chrome der mit Abstand am weitesten verbreitete Browser. Wer sich nicht auf allen denkbaren Ebenen über das Internet von Google verfolgen lassen will, sollte sich zwei Mal überlegen, Chrome zu benutzen. Denn nicht nur der verbreitetste Webbrowser und ihm zugrunde liegende Technologie dahinter stammt von Google; für jeden Teilbereich des Internets hat Google ein passendes Angebot parat: Von Diensten zum Einbinden in Websites wie Google Analytics, Google Ads und reCAPTCHA über klassische Plattformen wie Gmail, YouTube und der Google-Suche bis hin zum ganzen Mobilgeräte-Betriebssystem Android. Google möchte auf Schritt und Tritt unser Begleiter sein. Wie gefährlich die umfassende Macht ist, zeigen die Pläne von Google, die Funktion von Werbeblockern massiv zu beschränken. Kein Wunder, denn Googles Mutterunternehmen Alphabet erwirtschaftet den Löwenanteil des eigenen Umsatzes über Werbung. Für den Profit wird die Privatsphäre der Nutzer.innen geopfert. Denjenigen, die sich ein freies Internet und Datenschutz beim Surfen wünschen, raten wir an, den Webbrowser Mozilla Firefox zu nutzen.

Firefox: Ein freier und anpassbarer Webbrowser

Mozilla Firefox geht historisch aus dem einst populären Netscape Navigator hervor, der den ersten „Browser-Krieg“ gegen Microsofts Internet Explorer verlor. Schon kurz nach Erscheinen erfreute sich die junge Browser großer Beliebtheit, denn er machte vieles anders als die Konkurrenz: Firefox ist freie Sotware, kostenlos verfügbar und durch Add-ons stark anpassbar. Schnell bildete sich um den Browser eine große Community, die entsprechende Erweiterungen entwickelte und den Webbrowser im Internet verbreitete. Noch heute baut Firefox auf diesen Stärken auf und rückt in jüngster Zeit vor allen Dingen den Schutz der Privatspähre in den Fokus. Firefox ist zudem die Grundlage für den Tor Browser, der anonymes Surfen im Internet erlaubt. Inzwischen verbleibt Firefox als einziger großer Webbrowser, dessen Softwarebasis nicht auf dem Chromium-Projekt von Google aufbaut, nachdem auch Microsoft den eigenen Webbrowser Edge auf die Technik von Chrome umstellt.

Eine Zeit lang galt Firefox als relativ langsamer Browser, doch das stimmt seit Ende 2017 nicht mehr, als die neue CSS-Engine „Quantum“ eingebaut wurde. Seither kann Firefox in Sachen Geschwindigkeit locker mit der Konkurrenz mithalten – auch bei vielen geöffneten Tabs.

Hinter der Entwicklung von Firefox steht die Mozilla-Stiftung. Sie ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in den USA. Leider stützt sich die Finanzierung von Mozilla weiterhin primär auf Verträge mit großen Anbietern von Suchmaschinen – inklusive Google. Damit Mozilla unabhängig agieren kann, ist man kurz- und langfristig auf Spenden angewiesen. Überlegen Sie sich also mal, die Arbeit der vielen Firefox-Entwickler.innen zu honorieren und mit einem Betrag zu unterstützen (siehe „Digitale Dienste auch mal bezahlen“).

Firefox für Ihre Geräte

Mozilla Firefox gibt es für so ziemlich jede bekannte Plattform – hier können Sie ihn herunterladen:
Download

Auf Ihrem Mobilgerät finden Sie Firefox im jeweiligen App-Store. Zudem finden Sie unter Android im freien App-Store F-Droid eine angepasste Variante von Firefox namens Fennec F-Droid, die einige proprietäre Bibliotheken aus der Android-Version von Firefox entfernt. Die Funktionalität von Firefox für iOS ist aufgrund von technischen Vorgaben von Apple eingeschränkt und unterstützt keine Add-ons. Für Android befindet sich zudem eine runderneuerte und schnellere Version von Firefox in Entwicklung, die Sie bereits ausprobieren können.

Monatlich erscheint neben unregelmäßigen Sicherheitsupdates eine neue Hauptversion des Firefox für Desktopsysteme mit neuen Features. Das führt allerdings auch dazu, dass man sich häufiger mal an Änderungen der Benutzeroberfläche gewöhnen muss. Wer über längere Zeit das gleiche Benutzungserlebnis beibehalten will, kann sich mit Firefox ESR auch eine Version des Browsers mit Langzeitunterstützung herunterladen, deren Hauptversionen ungefähr jährlich erscheinen. Auf Firefox ESR baut außerdem der Tor Browser auf.

Spurenarmes Surfen: Firefox richtig konfigurieren

Firefox aktiviert standardmäßig den verbesserten Schutz vor Aktivitätenverfolgung. Dadurch werden unter anderem verfolgende Elemente von sozialen Netzwerken und seitenübergreifende Tracker auf aufgerufenen Websites blockiert. Damit hat Firefox in Sachen Privatsphäre gegenüber anderen Webbrowsern die Nase vorn. Für einen umfassenden Schutz sollte der Browser allerdings richtig konfiguriert und Add-ons nachinstalliert werden.

Wer prüfen will, wie massiv man im Internet Tracking ausgesetzt ist, hat die Möglichkeit, dies mit Hilfsmitteln zu prüfen:

  • Webbkoll simuliert den Aufruf einer Website mit einem unangetasteten Browser und listet auf, welche Maßnahmen auf der Website (nicht) ergriffen werden, um die eigene Privatsphäre zu schützen.
  • Mit dem Firefox-Add-on Lightbeam lässt sich visualisieren, wie Drittanbieter Sie über mehrere Seitenaufrufe hinweg verfolgen und dadurch Ihr Surfverhalten aufzeichnen können.
  • Auch das eingebaute Netzwerkanalyse-Tool (Tastenkombination im Firefox Strg+Umschalt+E) kann hilfreich sein, um sämtliche aufgebaute Verbindungen beim Aufruf einer Website einzusehen.

Vergessen Sie auch nicht, die Standardsuchmaschine auf eine datenschutzfreundliche Alternative umzustellen, damit nicht sämtliche Suchanfragen über die Adresszeile an Google gehen. Ebenso ist es empfehlenswert, noch weitere Suchmaschinen zu Ihrer Liste hinzuzufügen, um nicht in eine Suchblase zu geraten.

Wer eine regelmäßig aktualisierte Übersicht zur richtigen Konfiguration von Firefox sucht, findet auf der Seite der Digitalcourage-Hochschulgruppe an Universität Bielefeld ein entsprechendes Handout als PDF. Drucken Sie es aus und reichen Sie es gern an Ihre Bekannten, Freunde und Familienmitglieder weiter!

Add-ons für noch mehr Kontrolle

Für den Firefox sind tausende Add-ons verfügbar. Einige können erheblich zum Schutz Ihrer Privatsphäre beim Surfen im Web beitragen. Folgend empfehlen wir Ihnen einige ausgewählte Add-ons:

  • uBlock Origin ist nicht einfach nur ein Werbe-, sondern ein „Breitbandblocker“. Er blockiert Werbeanzeigen und Tracker, kann aber auch durch weitere Filterlisten viele andere unerwünschte Elemente herausfiltern. Dies führt nicht zu einem besseren Privatsphäreschutz, sondern auch zu mehr Sicherheit, schnelleren Website-Aufrufen und weniger Stromverbrauch. Wenn Sie nur ein Add-on installieren, dann dieses.
  • HTTPS Everywhere sorgt dafür, dass die Verbindung zu Websites – falls verfügbar – durch eine Transportverschlüsselung geschützt wird. Neugierige Dritte können so nicht mehr sehen, welche Daten bei einen Website-Aufruf ausgetauscht werden.
  • Cookie AutoDelete erlaubt es Cookies von Seiten automatisch nach dem Schließen von Tabs und Fenstern des Webbrowsers zu löschen und den Local Storage zu leeren. Wichtig: „Automatisches Aufräumen“ muss dazu im Konfigurationsfenster des Add-ons nach Installation aktiviert werden.
  • First Party Isolation verhindert das übergreifende Tracking durch Cookies. Wie dies technisch funktioniert, erklärt ein Blog-Artikel von Mike Kuketz.
  • Decentraleyes ersetzt häufig verwendete JavaScript-Bibliotheken – also kleine Programmpakete, die direkt in Ihrem Browser ausgeführt werden – von Online-Anbietern durch lokale. Das beschleunigt Aufrufe von Websites und verbessert die Privatsphäre, da jene Bibliotheken nicht ständig nachgeladen werden müssen.
  • ClearURLs entfernt Tracking-Parameter aus den URLs Ihrer Adresszeile und verhindert damit, dass unnötig Informationen über Sie preisgegeben werden.
  • NoScript ist ein mächtiges Werkzeug für fortgeschrittene Nutzer.innen. Es blockiert standardmäßig die Ausführung von sämtlichen aktiven Inhalten und JavaScript-Programmen. Nebenbei erhält man auch eine gut Übersicht darüber, von welchen Drittanbietern Inhalte nachgeladen werden. Hinweis: Vor Benutzung sollte die voreingestellte Whitelist geleert werden, da noch viele Dienste (unter anderem von Google) standardmäßig zugelassen und nicht blockiert werden.

Linkhinweise

Wer den Umgang und die Konfiguration von Firefox vertiefen will, sollte sich unsere Linkempfehlungen zur weiteren Lektüre anschauen:


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Hinweis: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, auch nicht durch unsere Empfehlungen. Programme können unentdeckte Fehler haben, und Datenschnüffeltechniken entwickeln sich weiter. Bleiben Sie wachsam!
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Änderungen am 23.12.2019:

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Bilder:
Firefox-Logo: Mozilla Foundation im Mozilla-Blog MPL 2
Red Panda: hehaden auf Flickr CC BY-NC 2.0

Veröffentlicht am 23.12.2019

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