geralt via Pixabay, Public Domain geralt via Pixabay, Public Domain

AG Pädagogik

In der AG Pädagogik geht es darum aktuelle (medien)pädagogische Themen zu diskutieren, die Themen Datenschutz und Grundrechte in Schulen zu bringen und andere Wege zu finden, um Heranwachsende zum Schutz ihrer persönlichen Daten anzuregen. Interessierte Fachkundige sind herzlich eingeladen, sich in die AG Pädagogik einzubringen.

So sind auch die FAQ für Schulen entstanden, die verschiedene Themen rund um Datenschutz und Mediennutzung in der Schule aufgreifen.

Unsere Arbeit lebt von Ihrer Unterstützung

Wir freuen uns über Spenden und neue Mitglieder.

Datum: 16.05.2018

Text: AG Pädagogik

FAQ (Dreiecke zum Aufklappen anklicken)

Wie kann Digitalcourage Lehrerinnen und Lehrer unterstützen?

Wir haben leider weder genug Zeit noch genügend Personal, um Einzelfälle umfänglich zu betreuen. In Bielefeld arbeiten wir mit einer Medienpädagogin zusammen, die auch Schulprojekte in der Region durchführt. In anderen Städten verweisen wir Sie an verschiedene Projekte und Initiativen, die Ihnen weiterhelfen können. Vielleicht finden Sie Antworten auf Ihre Fragen aber auch schon in den folgenden FAQ.

Was ist bei einem Medienkonzept für die Schule zu beachten?

Die Medienberatung NRW hat FAQ für Medienkonzepte zusammengestellt. Darin erklärt sie, weshalb Medienkonzepte notwendig sind, welche Elemente berücksichtigt werden müssen (Unterrichtsentwicklung, Ausstattungsbedarf, Fortbildungsplanung ...) und welche Unterstützung es dafür gibt.

Der Deutsche Bildungsserver bietet einen guten Überblick über die Medienkonzepte der Bundesländer.

Welche Software ist sinnvoll?

Auch Schulen sollten freie Software benutzen, damit sie den großen Softwarekonzernen nicht die Tür zu den Daten der Schülerinnen und Schüler öffnen. Freie Software ist für alle verfügbar und finanzierbar, und sie ist auch für die Arbeit außerhalb der Schule geeignet. Schließlich geht es um die Vermittlung grundlegender Kompetenzen, z. B. der Textbearbeitung. Diese Vermittlung funktioniert mit freier Software genauso wie mit nicht freier.

Skolelinux entwickelt freie Lernsoftware für unterschiedliche Unterrichtsfächer.

Sind Medienthemen nur etwas für den Informatikunterricht?

Datenschutz und Mediennutzung werden in der Regel im Informatikunterricht behandelt. Einige Themen eignen sich allerdings auch für andere Fächern und erfordern keine IT-Ausbildung:

  • Grundlegendes: Was ist das Internet? Was ist WLAN? Was ist der Unterschied zwischen Mobilfunk und WLAN? Weitere grundlegende Themen finden Sie im Lexikon "Kids digital genial": www.kidsdigitalgenial.de.
  • Cybermobbing: Unterschied zwischen Streit und Mobbing; Unterschied zwischen „normalem“ Mobbing und Cybermobbing; Gründe, Entstehung, Dynamik, Vermeidung, Hilfen, psychische und physische Folgen für Betroffene, rechtliche Konsequenzen für Täterinnen und Täter
  • Sexting: Beweggründe, Gefahren, „Safer Sexting“, Recht am eigenen Bild (rechtliche Konsequenzen und Möglichkeiten), Schutz persönlicher Daten, Pädophilie, Pornographie, ethische Grundlagen, Verhalten in sozialen Netzwerken (s. u.)
  • Datenschutz in sozialen Netzwerken: Nutzung von sozialen Netzwerken und Instant Messengern (z. B. Alternativen zu WhatsApp), Profileinstellungen in sozialen Netzwerken (Facebook, Snapchat, Musical.ly, Instagram ...), Anonymität, Pädophilie, Cybermobbing, Cybergrooming, Wertevermittlung (Freundschaft), „Think before you post“
  • Big Data: Algorithmen, neuronale Netze, Social Bots und Ranking (Edge Rank), Leben in einer Filterblase, personalisierte Werbung, Drittanbieter, Datenhandel/Datenmissbrauch, Spam-Mails, Gewinnspiele, Kostenfallen (s. u.)
  • YouTube: Personalisierte Werbung, Produktplatzierung, Influencerinnen und Influencer, Marketingkonzepte, Verdienstmodelle (Traumberuf YouTube-Star), Haterinnen und Hater (Shit Storm, Hassrede, Cybermobbing ...)
  • Hassrede: Demokratie, Filterblase, Radikalisierung, Gruppendynamik (speziell bei Haterinnen und Hatern), Kommunikationsstrategien (Vermeidung, Intervention), kritische Auseinandersetzung mit Zensur im Netz und Meldestellen für Hassrede
  • Fake News: Herausforderungen für (Online-)Journalismus und wissenschaftliches Arbeiten, Verbreitung von Fake News (Gründe, Nutzen), Fake News erkennen, Funktionsweise von Social Bots, Informationen zu Hoax-Meldestellen, angsteinflößende Kettenbriefe und Hoax-Kettenbriefe
  • Kostenfallen, Betrug: In-App-Käufe, Abonnements, Gewinnspiele, Phishing
Wo finde ich passendes Unterrichtsmaterial?

Unterrichtsmaterial zu Datenschutz und Mediennutzung findet man problemlos. Schwieriger ist es, genau das Material zu finden, das zur Schulform und zum Alter und den Interessen der Kinder passt. Auch die Medienkompetenz der Lehrkraft spielt eine Rolle, denn einiges funktioniert nur mit IT-Grundkenntnissen. Für viele Materialien gibt es allerding Gebrauchsanleitungen. Wir empfehlen hier ein Handout (mit Arbeitsblättern) des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e. V. Es ist zwar umfangreich, aber sehr übersichtlich und enthält klare, einfache Regeln für den sensiblen Umgang mit persönlichen Daten im Netz (Initiative „Datenschutz geht zur Schule“).

Eine gute Übersicht über Unterrichtsmaterial bietet der Materialkompass des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der das Material nicht nur sammelt, sondern auch bewertet.


Ein breit gefächertes Angebot ist außerdem auf www.klicksafe.de und www.saferinternet.at zu finden.


Lizenzfreies Unterrichtsmaterial gibt es auf der Website von Open Educational Resources (OER).

Unterrichtsmaterial und Urheberrecht: Was ist zu beachten?

Der Leitfaden zu Rechtsfragen bei E-Learning und Lehre von irights.info beschreibt, wie der Einsatz von Unterrichtsmaterial seit März 2018 urheberrechtlich geregelt ist.

Eignet sich Wikipedia für den Unterricht?

Wikipedia, die Online-Enzyklopädie zum Mitmachen, ist ein gutes Beispiel für den Konflikt im Umgang mit digitalen Medien. Einerseits liefert sie eine Fülle von Informationen und ist durch die Möglichkeit, dort selbst etwas einzutragen, besonders reizvoll. Schülerinnen und Schüler arbeiten sorgfältiger an ihren Texten, wenn diese nicht nur für die eigene Mappe, sondern auch für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Wikipedia ganz aus dem Unterricht zu verbannen gelingt in der Regel nicht. Klüger ist es daher, die Tücken der Onlinerecherche am Beispiel der Wikipedia zu behandeln und so den verantwortlichen Umgang mit Informationsquellen zu üben. Dabei ist nicht nur kritisch zu beleuchten, dass Laien womöglich die Fakten verfälschen. Der Einfluss der Wirtschaft muss thematisiert werden, denn Firmen haben ganze Abteilungen, die darauf achten, dass Wikipedia-Einträge in ihrem Sinne ausfallen. Auch dass für Wikipedia vor allem Männer schreiben, spielt eine Rolle, denn das beeinflusst Auswahl und Darstellung der Themen.

Für Quellenkritik ist die Wikipedia deshalb hervorragend geeignet. Die Diskussionsseite zu einem Beitrag zeigt, mit welchen Argumenten um Neutralität gerungen und wie erbittert mitunter um Formulierungen gekämpft wird. Da jede Aussage belegt werden muss, lässt sich die Relevanz von Belegen erläutern und diskutieren: Was ist eine unabhängige Quelle? Wie ist sie zu interpretieren? Ist sie überprüfbar? Die Literaturlisten und Onlineverweise unter den Beiträgen sind nicht nur Indikator für deren Qualität, sondern zugleich hilfreich für den Einstieg in ein Thema. Schließlich profitiert sogar der Sprachunterricht, wenn ein Thema zusätzlich in anderssprachigen Ausgaben der Wikipedia recherchiert wird.

Zum bloßen Herauskopieren von Informationen ist Wikipedia sicherlich nicht zu empfehlen. Mit der entsprechenden Begleitung und Medienkritik können jedoch gerade die Schwächen der Online-Enzyklopädie kritisches Denken fördern.

Was gehört in den Informatikunterricht?

Die Empfehlungen der Gesellschaft für Informatik e. V. findet man auf www.informatikstandards.de (Standards für Sekundarstufe I von 2008, für Sekundarstufe II von 2016). Sie beschreiben Mindeststandards für Kompetenzen, die alle Schüler am Ende ihrer Pflichtschulzeit (oder mit dem Abitur) erreicht haben sollen.
Für die Sekundarstufe I hat das Kerncurriculum aus Niedersachsen von 2014 viel Lob auch aus anderen Bundesländern erhalten, da die Kompetenzen dort konkret in Lernfeldern auf drei Stufen aufgeführt sind. Die Lernfelder: Daten und ihre Spuren, Computerkompetenz, algorithmisches Problemlösen und automatisierte Prozesse.

Noch konkreter und teilweise weitergehend sind die Materialien und Themen aus dem Paket IT2School (www.it2school.de). Dort finden sich komplette Unterrichtsentwürfe inklusive Material zu folgenden Themen (Auswahl):

  • B1 vom Blinzeln zum Verschlüsseln: Anfänge der Kommunikation, Grundprinzip der Digitalisierung (ohne Rechner)
  • B2 Internetversteher: Wie das www funktioniert (ohne Rechner)
  • B3 Codes im Supermarkt: Barcodes, QR-Codes (ohne Rechner, aber mit Handy)
  • B4 3D-Druck und virtuelle Welten: 3D-Modellierung und 3D-Druck, VR
  • B5 Leichter Programmiereinstieg: Scratch
  • B6 Mein besonderer Anschluss: EVA-Prinzip, MakeyMakey
  • B7 Meine erste App: AppInventor
  • B8 Programmieren I: Calliope-Mini
  • A1 Mobilfunk: Vorratsdaten erforschen, Processing, Malte Spitz
  • A2 Krytoplogie: Verschlüsselung RSA
  • A3 Programmieren II: Python

Das Projekt will ein breites, umfassendes Bild von Informatik und ihren Bezug zum Alltag zeigen und stammt aus der Wissensfabrik, einem Verein von rund 130 deutschen Unternehmen.

Im Februar 2016 diskutierten unter dem Dach der Gesellschaft für Informatik Informatiker, Informatikdidaktiker, Erziehungswissenschaftler und Medienpädagogen mit Vertretern der Wirtschaft über die Frage "Was müssen Kinder über die digitale Welt lernen?". Sie verabschiedeten die Dagstuhl-Erklärung zur Bildung in der digital vernetzten Welt (www.dagstuhl-dreieck.de). Danach sollen Phänomene, Situationen und Artefakte der digital vernetzten Welt aus drei Perspektiven betrachtet werden:

  • Technologisch: Wie und warum funktioniert das?
  • Gesellschaftlich-kulturell: Wie und warum wirkt das?
  • Anwendungsbezogen: Wie und wann nutze ich das?

Alle drei Perspektiven dienen sowohl der Erkenntnis als auch dem Lösen von Problemen.

Programmieren lernen mit Calliope mini?

Mit dem Calliope mini können schon Grundschulkinder programmieren lernen. Es handelt sich um eine kleine Platine mit Sensoren und Aktoren. Die Sensoren erfassen Temperatur, Licht, Ort und Geräusche, die Aktoren sind eine bunte LED-Lampe, ein Piepser und ein LED-Feld, auf dem Symbole und Text angezeigt werden, zum Beispiel die Ergebnisse. Es lassen sich auch weitere Elemente anschließen, etwa ein Motor.


Schülerinnen und Schüler programmieren den Calliope Mini direkt im Browser ihres Rechners, mit einer graphischen Programmiersprache ähnlich wie Scratch. Das macht Spaß, und sie lernen es schnell. Schließen sie zusätzliche Geräte an, können sie sogar kleine Kunstwerke basteln.


Eine allgemeine Einführung zum Calliope gibt es auf der entsprechenden Website, außerdem viele offizielle und von Lehrkräften erstellte kostenfreie Unterrichtsmaterialien. Am besten sind die, bei denen die Schülerinnen und Schüler nicht nur stupide Blöcke nach einer Vorlage anordnen, sondern selbst Probleme lösen müssen.


Die Calliope-Initative steht allerdings auch in der Kritik. Man befürchtet, dass die Geldgeber - Google, Microsoft und die Telekom-Stiftung - Einfluss nehmen. Der Calliope mini arbeitet schließlich mit Programmen wie NEPO (Open Roberta, von Google mitfinanziert, Tracking durch Fraunhofer) oder dem MakeCode-Editor von Microsoft (mit Werbung durch das Logo und Tracking durch Microsoft). Zu bedenken ist ferner, dass die Hardware nur genutzt werden kann, solange diese Programme im Internet erreichbar sind.

Wie sollten Lehrkräfte mit dem Einsatz von Sozialen Netzwerken umgehen?

Es ist zwar eine allgemeine Hinführung ist auf www.datenschutzbeauftragter-info.de zu finden (https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/macht-facebook-schule-soziale-medien-im-unterricht), doch die genauen Regelungen bezüglich Sozialer Netzwerke obliegen den Ländern. Im Folgenden sind drei Beispiele aufgeführt:

Soziale Netzwerke: Ist Facebook in der Schule erlaubt?

Facebook sollte aus Datenschutzgründen grundsätzlich nicht genutzt werden. Die Bundesländer haben das allerdings unterschiedlich geregelt: http://pb21.de/2014/08/facebook-der-schule-erlaubt-oder-verboten/ (Stand: Juli 2014).

Wie sollten Lehrkäfte mit (Cyber-)Mobbing umgehen?
  • Seien Sie wachsam und nehmen Sie Hinweise auf Mobbing ernst.
  • Suchen Sie das Gespräch mit allen Beteiligten. Unterscheiden Sie zwischen kleinen Streitigkeiten und ernsthaftem Mobbing und beobachten Sie die Entwicklung.
  • Benachrichtigen Sie die Eltern und weisen Sie diese darauf hin, dass man mit Mobbing behutsam umgehen muss. Wer die Dynamik von Mobbing nicht kennt, kommt bei der Frage nach Tätern und Opfern leicht zu falschen Schlüssen.
  • Informieren Sie sich über Beratungsstellen in Ihrer Stadt, denn die psychischen Folgen für Gemobbte sind nicht zu unterschätzen. Es gibt in Ihrer Region sicherlich Stellen, die Schülerinnen und Schüler ohne Eltern aufsuchen können. Kinder bitten manchmal deswegen nicht um Hilfe, weil sie sich vor ihren Eltern schämen. Einige Telefonnummern für die "Erste Hilfe" finden sich auf der Seite http://mobbing-schluss-damit.de/erste-hilfe.
  • Ziehen Sie die Vertrauenslehrkraft als Fachkraft für Mobbingprozesse hinzu. Ein Mobbingfall ist nicht erledigt, sobald die Eltern informiert sind. Vergewissern Sie sich, dass die Familie dem Kind tatsächlich hilft.
  • Versuchen Sie, das Ausmaß einzuschätzen. Gewöhnlich spielt sich das Mobbing nur zum Teil in sozialen Netzwerken ab. Meist sieht man dort einfach die Spitze des Eisbergs.
  • Sammeln Sie gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Beweise (z. B. den Verlauf eines Chats): Sie brauchen Belege, falls die Situation so weit eskaliert, dass die Polizei oder ein Anwalt hinzugezogen werden muss. (Cyber-)Mobbing umfasst viele, nicht zu unterschätzenden Straftaten, z. B. Verleumdung, üble Nachrede, Belästigung, Bedrohung, Erpressung, Körperverletzung, Verletzung des Briefgeheimnisses oder des höchstpersönlichen Lebensbereiches sowie Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild.
  • Falls erotische Fotos herumgereicht werden: Stellen Sie die Fotos auf keinen Fall auf Ihrem eigenen Gerät sicher. Damit machen Sie sich strafbar, weil Sie kinderpornographisches Material besitzen.

Arbeiten Sie gemeinsam mit Schülerinnen, Schülern und Eltern am Thema, damit es nicht zu erneuten Mobbingfällen kommt. Vermeiden Sie dabei Scheinlösungen wie das Verbot von Handys an der Schule.

Fotografieren in der Schule: Wie ist die Rechtslage?

Lehrer.innen müssen ganz besonders auf das Recht am eigenen Bild achten und sich genau überlegen, zu welchem Zweck sie Fotos machen. Das bekannte "ich fotografiere eure Gesichter, damit ich mir eure Namen besser merken kann" ist kein Problem, so lange weder Kinder noch Eltern Einspruch erhoben haben und die Fotos nicht veröffentlicht werden. Jede Lehrkraft muss also geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Fotos zu schützen. Auch auf dem heimischen Computer, der immerhin gehackt werden könnte. Zu beachten ist, dass Schülerinnen und Schüler von der Lehrkraft abhängig sind. Die Angst, auf Unverständnis zu stoßen oder gar schlechte Noten zu bekommen, wird viele davon abhalten, sich gegen das Fotografiertwerden zu wehren, selbst wenn sie es ablehnen. Hier ist besondere Sensibilität gefragt.

Rechtliche Grundlagen für Fotos, auf den Schülerinnen und/oder Schüler zu sehen sind:

  • Vor der Weitergabe an die Presse ist bei Minderjährigen die schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten einzuholen. Es dürfen nur die Kinder fotografiert werden, deren Eltern vorab der Veröffentlichung im Internet oder in der Zeitung zugestimmt haben.
  • Bei der Weitergabe an die Eltern hat die Schule zwei Möglichkeiten. Beide Varianten schließen eine Veröffentlichung aus, erlauben aber die private Nutzung der Fotos. Sie unterscheiden sich in einem wesentlichen sozialen Aspekt:
    • Einverständniserklärung vor dem Fotografieren: Hier drohen Ausgrenzung, Verlust des Zugehörigkeitsgefühls und die Bestrafung von Schülerinnen und Schülern, deren Eltern widersprochen haben. Eine denkbare Formulierung wäre: „Alle Kinder machen sich bereit für das Foto, außer Schülerin A und Schüler B.“
    • Einverständniserklärung nach dem Fotografieren: Aus pädagogischen Gründen kann die Schule in manchen Bundesländern deshalb auch eine andere Variante wählen. Die Eltern holen in der Schule eine digitale Fotosammlung ab - z. B. per USB-Stick - und werden dabei über das Recht am eigenen Bild aufgeklärt. Sie müssen schriftlich zusichern, dass sie (die Eltern) die Bilder nicht veröffentlichen. Das könnte so formuliert sein: „Es gibt Menschen, die keine Veröffentlichung oder Verbreitung ihrer Bilder oder der Bilder ihrer Kinder wollen. Das ist ihr gutes Recht (Recht am eigenen Bild), und Sie müssen das akzeptieren.“

Zu beachten ist:

  • Selbst wenn Eltern unterschrieben haben, dass ihr Kind fotografiert werden darf, kann das Kind sich dagegen entscheiden. Dann gilt der Wille des Kindes. Haben die Eltern widersprochen, gilt der Widerspruch, nicht der Wunsch des Kindes.
  • Wer mit Smartphone oder Tablet fotografiert, muss das direkte Hochladen von Fotos in die Cloud in den Geräteeinstellungen ausschalten. Cloud-Dienste sind generell unsicher und gelten deshalb als Veröffentlichung.
EU-DSGVO: Was ist zu beachten?

Die Kultusverwaltung des Landes Baden-Württemberg hat eine Übersicht zusammengestellt, was die neue EU-Datenschutzgrundverordnung für den Umgang mit Schüler.innen-Daten in der Schule bedeutet.

Link-Tipps
  • "Chaos macht Schule" ist eine seit etwa 2008 bestehende Initiative des Chaos Computer Clubs (CCC), die mit verschiedenen Bildungsinstitutionen zusammenarbeitet. Sie will Medienkompetenz und Technikverständnis von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften fördern. Das Angebot reicht von Hardware (Löten) über Software und Datenschutz bis zu sozialem Verhalten im Netz: https://ccc.de/schule.
  • "edu;labs" sind lokale Gruppen, in denen Menschen ihre didaktischen, technischen und gestalterischen Fähigkeiten einsetzen, um gemeinsam innovative Bildungsmaterialien zu entwickeln. Die Initiative ist Anfang 2017 entstanden und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Auf der Website gibt es Projekte für Bildungseinrichtungen: https://edulabs.de/
  • "IT2School" (www.it2school.de) ist ein Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler spielerisch an Informationstechnologie herangeführt werden. Es besteht aus verschiedenen Modulen mit erprobten Unterrichtsplänen, geeignet für die Klassenstufen 3 bis 12. Die Basismodule sind flexibel einsetzbar, auch durch Lehrkräfte ohne IT-Fachkenntnisse.
  • "Kids digital genial" (www.kidsdigitalgenial.de) ist ein Blog mit Tipps zur sicheren Nutzung von Medien und zum Schutz persönlicher Daten. Die Beiträge richten sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche und sind entsprechend einfach formuliert. Das Lexikon mit ca. 150 Begriffen zu Digitalisierung und Mediennutzung eignet sich auch für den Unterricht (Projektidee: "Meine Daten gehören mir": https://lehrerweb.wien/praxis/projekt-ideen/meine-daten-gehoeren-mir/).
  • "Medienkompetenz - Der Blog" informiert vor allem Lehrkräfte über Medien in Bildung und Gesellschaft. Im Vordergrund stehen Datenschutz, freie Software und eine kritische Betrachtung der Mediennutzung: https://nachtigaeller.wordpress.com/
  • "Open Educational Resources" (OER) sind Bildungsmaterialien, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden. OER können einzelne Materialien sein, aber auch komplette Kurse oder Bücher. Jedes Medium ist geeignet. Lehrpläne, Kursmaterialien, Lehrbücher, Streaming-Videos, Multimediaanwendungen, Podcasts - alles kann zu OER werden. OER werden u. a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert: https://open-educational-resources.de/.
  • "Trace my Shadow" (www.myshadow.org) bietet einen einfachen Einstieg in den Datenschutz. Man wählt seine Geräte und (Online-)Dienste aus und erfährt, welche technischen und persönlichen Daten durch sie erfasst werden. Das Tool ist anschaulich gestaltet und bietet viel Raum für Diskussionen. Eine Anleitung finden Sie hier.
  • "Young Data" (www.youngdata.de) ist die offizielle Website der Datenschutzbeauftragten der Länder, die viele Themen rund um Datenschutz, Internet und soziale Netzwerke behandelt. Zielgruppe sind Jugendliche.
Veröffentlicht am 28.03.2018

Marktstraße 18
33602 Bielefeld

Spendenkonto
IBAN: DE66 4805 0161 0002 1297 99
BIC: SPBIDE3BXXX
Sparkasse Bielefeld