Datenschutz als Medienkompetenz

Artikelreihe: Datenschutz im Bildungswesen

Wie in Teil 1 dieser Artikelreihe beschrieben, stellt der Bund Gelder zur Verfügung, um Schulen technisch besser auszustatten. Doch bessere Technik schafft noch längst keine medienkompetenten Kinder.

Wir schauen uns in diesem Artikel den (etwas veralteten) Begriff der Medienkompetenz genauer an: Welche Rolle spielen Aspekte des Datenschutzes und der Digitalen Mündigkeit dabei? Wir werfen einen Blick darauf, wie Eltern und Schulen bei der Vermittlung von „Datenschutzwissen“ zusammenarbeiten sollten und welche Herausforderungen für Schulen dabei entstehen. Dabei wird vor allem aufgegriffen, wie sehr Wunschdenken und Umsetzung, in Bezug auf bestimmte Kompetenzen, auseinandergehen.

In diesem Artikel:

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Medienkompetenz vs. Bedienungskompetenz

Viel zu häufig wird Medienkompetenz oder auch IT-Kompetenz mit der Fähigkeit gleichgesetzt, Computer und Anwendungen zu bedienen. Schon seit den 90er-Jahren kennen wir es nicht anders: Beim Erlernen neuer Anwendungen geht es fast nie um die Frage, wie diese funktionieren und welche Auswirkungen das haben kann. Der Fokus liegt meist nur darauf, wo man klicken muss, damit das Programm tut, was man möchte. So haben wir uns als Gesellschaft daran gewöhnt, technische Systeme hinzunehmen, wie sie sind, uns an diese anzupassen und gar nicht auf die Idee zu kommen, ihre Funktionsweise und mögliche Folgen zu hinterfragen. Dieses gefährliche Verständnis von IT-Kompetenz, die eigentlich keine ist, sondern auf Bedienungskompetenz beschränkt ist, vermitteln wir nun an die nächste Generation, der wir zwar erklären, wie Office-Programme oder Tabellenkalkulation funktionieren, aber nicht die Hintergründe mit ihnen durchleuchten. Selbst im Informatikunterricht, so berichten uns Schülerinnen, geht es mitunter gar nicht um Programmierung, sondern nur um die Frage, wie man ein proprietäres Programm bedient (Ausnahmen bestätigen die Regel).

„So haben wir uns als Gesellschaft daran gewöhnt, technische Systeme hinzunehmen, wie sie sind, uns an diese anzupassen [...].“

Datenschutz als Teil der Medienkompetenz

Das Wissen darüber, wie man seine privaten Daten schützt, wird mittlerweile als Teil der Medienkompetenz gesehen, doch meist beziehen sich die Aufklärungsinhalte auf Themen wie sichere Passwörter als Schutz vor „bösen Hackern“, Pseudonymisierungsmaßnahmen zum Schutz vor (pädophilen) Stalkern oder auf „Privatsphäre“-Einstellungen in Apps. Dabei wird oftmals versucht, Apps wie WhatsApp „sicherer“ zu machen, die vom Thema Datenschutz so weit entfernt sind wie Kohlekraftwerke vom Umweltschutz.

Zum Datenschutz als Teil der Medienkompetenz gehören aber noch weitere Aspkete, die auf technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Metaebene liegen: z.B. das Wissen über Geschäftsmodelle von Großkonzernen (Datenhandel) und das Abschätzen der Folgen von Digitalisierungsprozessen auf die Gesellschaft (z.B. die Entwicklung zu gläsernen Menschen) und die Politik (z.B. Wahlmanipulation). Auch Wissen über Geheimdienste, über die Möglichkeiten von Datenanalysen und über die Abgrenzung von „schlechten“ zu „guten“ Hackern sind Aspekte, die Kindern nähergebracht werden müssen.

Die Vermittlung von Medienkompetenz macht einen großen Teil der elterlichen Medienerziehung aus, aber auch der Medienbildung in der Schule. Hier werden Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben, wie wir in einem früheren Artikel schon beschrieben haben. Fakt ist: Beide Parteien müssen Kinder auf dem Weg zu Digitaler Mündigkeit unterstützen.

Medienerziehungskompetenz der Eltern

Laut FIM-Studie 2016 („Familie, Interaktion, Medien“), die also schon etwas älter ist, schätzen nur 31 % der befragten Elternteile ihre Medienerziehungskompetenz als gut ein und je älter die Erziehungsberechtigten sind, desto geringer ist ihr Wissen darüber, was in Bezug auf die Medienerziehung von Kindern zu beachten ist. Soweit nachvollziehbar, da die Generationenfrage eine beträchtliche Rolle spielt. Aber wer gibt Eltern Hilfestellung?

Es wimmelt von gefährlichem Halbwissen!
Ministerien informieren oftmals nicht vehement genug. Die Empfehlungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beispielsweise sind in vielerlei Hinsicht alles andere als beruhigend. Wie sollen Eltern ein Gefühl für Datenschutz bekommen, wenn in [Infobroschüren des Ministeriums]((https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/informieren/article.cfm/key.3407/aus.2) Empfehlungen ausgesprochen werden wie folgende:

  • Zum einen wird zum Schutz privater Accounts ein Service namens „Passwort-Schlüssel“ empfohlen, mit dem Passwörter ganz leicht online generiert werden können. Das ist falsch, denn Passwörter sollten unter keinen Umständen online generiert werden. Schließlich sollte niemand das Passwort kennen, außer Ihnen!
  • Es wird empfohlen, Kinder langsam an die Nutzung von Sprachassistenten (impliziert auch „Alexa“ von Amazon) zu gewöhnen: „Sprachassistenten sollten in Haushalten mit jüngeren Kindern erst als Familiengerät in Küche oder Wohnzimmer genutzt werden. So sieht das Kind, wie Sie selbst verantwortlich damit umgehen.“ Falsch daran: Verantwortungsvoll wäre, Sprachassistenten gar nicht zu nutzen und darüber aufzuklären, was mit den Daten passiert, die diese Geräte speichern. Wer sich einen Sprachassistenten in die Wohnung stellt, handelt sicherlich nicht vorbildlich!

Wir haben uns eine Informationsseite zum Thema Medienerziehung/Medienkompetenz angesehen, die gezielt für Eltern ausgelegt ist: den Elternratgeber „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, welcher ebenfalls u.a. durch das BMFSFJ unterstützt wird.

SCHAU HIN! umfasst ein gut strukturiertes, sehr umfassendes Angebot für Eltern zu allen möglichen Medienbereichen und gibt auch immer wieder mal Datenschutz-Tipps. Die Verbreitung der eigenen Inhalte erfolgt jedoch leider über Kanäle wie Facebook, Instagram und Twitter – das widerspricht ernsthaften Datenschutzbemühungen. Da verwundert es auch kaum, dass die Website von einigen unangenehmen Drittanbietern und Trackern verseucht ist (Privacy Score, Stand: Dezember 2019). Je mehr wichtige Informationsangebote und Ratgeber kommerzielle Social-Media-Kanäle nutzen, desto größer wird die Gewöhnung daran und desto schwieriger wird es für Eltern, ihren Kindern in der Hinsicht ein gutes Vorbild zu sein und die datenfressenden Dienste abzulehnen. Der hohe Wert von Kinderdaten in Bezug auf die Geschäftsmodelle großer Konzerne wird ebenfalls nicht ausreichend behandelt. Außerdem werden kaum Möglichkeiten zur Nutzung von freier Software genannt – lediglich für WhatsApp werden datenschutzfreundlichere Alternativen gelistet, deren Datenschutzfreundlichkeit bereits teilweise widerlegt wurde. Der sehr datenschutzfreundliche Messenger-Dienst „XMPP“ wird beispielsweise leider nicht erwähnt.

Hier fehlen also Datenschutzhinweise auf verschiedenen Metaebenen: technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Das ist bis zu einem gewissen Maße auch in Ordnung, da einige dieser Aspekte über elterliche Erziehungspflichten hinausgehen, wenn an diesem Punkt Schulen greifen und die Aufklärung übernehmen!

„Dass Eltern nicht alles wissen und vermitteln können ist verständlich und in Ordnung, wenn an diesem Punkt die Schulen ergänzend greifen.

Medienkompetenz an Schulen

Ein Informatiklehrer einer weiterführenden Schule berichtet in seinem Blog über seine Erfahrung mit WhatsApp an seiner Schule, nämlich über die erstaunte Frage seines Kollegen: „Wie, du bist nicht bei WhatsApp?“ Er macht seinem Ärger über die Medieninkompetenz der Menschen auf eine sympathische Weise Luft – nachzulesen in seinem Blog. Aber was bedeutet Medienkompetenz eigentlich? Sehen wir doch einmal, wie Schulen den Begriff nutzen.

Dieter Baacke (1934-1999) war einer der Ersten, die den Begriff der Medienkompetenz definierten und gebrauchten. Obwohl mittlerweile Begriffe wie Informationskompetenz, Kommunikationskompetenz und Digitale Mündigkeit hinzukommen, die in seinem Modell nicht berücksichtigt werden, ist Baackes Definition bis heute noch weitgehend passend und dient beispielsweise als Basis für den Medienkompetenzrahmen NRW. Dieser wiederum dient Schulen als Orientierungsrahmen für die Vermittlung von Medienkompetenz im Unterricht.

Laut Baacke besteht Medienkompetenz aus vier Bereichen:
1. Medienkritik (analytisch, reflektiv und ethisch)
2. Medienkunde (informativ und instrumentell-qualifikatorisch)
3. Mediennutzung (rezeptiv und interaktiv)
4. Mediengestaltung (innovativ und kreativ)

Der Medienkompetenzrahmen NRW unterscheidet sechs Anwendungsbereiche mit jeweils vier Unterpunkten, die schrittweise (ab der Grundschule) vermittelt werden sollen. Wir schauen uns ein paar Kompetenzen mit ihren Anforderungen genauer an, denn wir haben Fragen!

Bedienen und anwenden

  • Medienausstattung (Hardware): „Medienausstattung (Hardware) kennen, auswählen und reflektiert anwenden; mit dieser verantwortungsvoll umgehen.“
  • Digitale Werkzeuge: „Verschiedene digitale Werkzeuge und deren Funktionsumfang kennen, auswählen, sowie diese kreativ, reflektiert und zielgerichtet einsetzen.“
  • Datenorganisation: „Informationen und Daten sicher speichern [...].“
  • Datenschutz und Informationssicherheit: „Verantwortungsvoll mit persönlichen und fremden Daten umgehen; Datenschutz, Privatsphäre und Informationsfreiheit beachten.“

(Auszug aus dem Medienkompetenzrahmen NRW, Kompetenzbereich 1)

Bedienen und anwenden
Wie sollen Kinder das Spektrum verschiedener Hardware kennenlernen, wenn Schulen die günstigen, verlockenden Angebote von Microsoft & Co. annehmen? Wie soll eine reflektierte Auswahl digitaler Werkzeuge stattfinden, wenn den Schülerinnen und Schülern keine Alternativen geboten werden? Wie sollen Informationen und Daten sicher gespeichert werden, wenn sie in Apple- und Google-Clouds liegen? Wie viele Lehrkräfte stehen dem Einsatz von WhatsApp, Windows 10 und Google wirklich kritisch gegenüber und vermitteln ihre Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre? Welche datenschutzfreundlicheren Mediensysteme sind Lehrkräften und Kindern bekannt? Wie viele Lehrkräfte kümmern sich darum, ob die Aufsätze und Zeugnisse der Kinder vielleicht in Sozialen Netzwerken enden? Wie soll authentisch zu Informationssicherheit angeregt werden, während Lehrkräfte hinter verschlossenen Türen sensible Schüler.innendaten auf nicht ausreichend geschützten Privatgeräten bearbeiten (z.B. mit der Nutzung LOGINEO NRW auf Privatgeräten) oder unverschlüsselt über GMX-Mailadressen kommunzieren?

„Wie viele Lehrkräfte stehen dem Einsatz von WhatsApp, Windows10 und Google wirklich kritisch gegenüber und vermitteln ihre Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre?“

Kommunizieren und kooperieren  

  • Kommunikation und Kooperation in der Gesellschaft: „[...] Ethische Grundsätze sowie kulturell-gesellschaftliche Normen betrachten.“  
  • Cybergewalt und -kriminalität: „Persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Risiken und Auswirkungen von Cybergewalt und -kriminalität erkennen, sowie Ansprechpartner und Reaktionsmöglichkeiten kennen und nutzen.“

(Auszug aus dem Medienkompetenzrahmen NRW, Kompetenzbereich 3)

Kommunizieren und kooperieren
Erst vor Kurzem wurden Jugendliche suspendiert, weil sie heimlich Videoaufnahmen des Lehrers gemacht und ins Internet gestellt hatten: Wer bringt den Schülerinnen und Schülern bei, wo die Grenzen sind, wenn die Lehrkräfte selbst private Informationen durch WhatsApp und Soziale Netzwerke jagen – und keine juristischen und technischen Vorkenntisse haben? Wie sollen Schülerinnen und Schüler lernen, sich vor kriminellen Machenschaften von Geheimdiensten zu schützen, wenn sie nur proprietäre Software gewöhnt sind, in die sich mal schnell ein Staatstrojaner oder andere Spionagesoftware unentdeckt einschleusen lässt? Wie viele Kinder sehen Hacker als Menschen, die etwas Gutes für die Gesellschaft tun und wie viele Kinder haben verinnerlicht, dass es auch Haecksen gibt? Wie sollen Kindern lernen, verschiedene informationstechnische Aspekte zu differenzieren, wenn vor jegliche digital stattfindende Situation das Wort „Cyber“ gestellt wird? Und wer erklärt Kindern, was für blöde Ideen zur Überwachung, Kontrolle und Marketingzwecken hinter dem Begriff „smart“ stecken (z.B. Smart Home, Smart Toys, Smart TVs)?

Problemlösen und modellieren

  • Prinzipien der digitalen Welt: „Grundlegende Prinzipien und Funktionweisen der digitalen Welt identifizieren, kennen, verstehen und bewusst nutzen.“
  • Algorithmen erkennen: „Algorithmische Muster und Strukturen in verschiedenen Kontexten erkennen, nachvollziehen und reflektieren.“
  • Bedeutung von Algorithmen: „Einflüsse von Algorithmen und Auswirkung der Automatisierung von Prozessen in der digitalen Welt beschreiben und reflektieren.“

(Auszug aus dem Medienkompetenzrahmen NRW, Kompetenzbereich 6)

Problemlösen und modellieren
Wie viele wissen, was Google und Facebook mit den Daten treiben? Wie viele Kinder verstehen die Algorithmen, nach denen Beiträge und Freundschaftsvorschläge bei Instagram und Co. angezeigt werden, obwohl sie diese Dienste täglich nutzen? Wie können Kinder erkennen, in welcher Filterblase sie sich befinden, wenn ihnen die marktwirtschaftlichen Interessen der Dienste nicht bekannt sind? Wie sollen sie sich von Facebook, Instagram oder Pinterest lösen, wenn sie nicht einmal wissen, dass es freie Pendants gibt wie Friendica oder PixelFed?

„Und wer erklärt Kindern, was für blöde Ideen zur Überwachung, Kontrolle und Marketingzwecken hinter dem Begriff „smart“ stecken?“

Raum schaffen für Medienbildung

Die besten Bemühungen bei der Anschaffung neuer Geräte, der Ausbildung/Weiterbildung von Lehrkräften und der Definition von Kompetenzen helfen nicht viel, wenn keine zeitlichen Ressourcen für Medienbildung in den Lehrplänen vorhanden sind. An vielen Schulen gibt es Informatikunterricht, jedoch nicht überall verpflichtend, und auch die Inhalte unterscheiden sich sehr. Medienbildung ist kein Thema, das nur in den Informatikunterricht gehört. Medienbildung umfasst viele verschiedene Disziplinen, teils geisteswissenschaftlicher und teils naturwissenschaftlicher Natur. Informatikunterricht gehört den Naturwissenschaften an, deshalb kann nicht erwartet werden, dass er als einziger „Medienunterricht“ ausreicht. In Mecklenburg-Vorpommern sind dennoch Medienkompetenzpläne in Arbeit, die Medienbildung und Informatik in einem Modellversuch vereinen sollen, um „zwei Fliegen mit einer Klappe“ zu schlagen und den Informatikunterricht neu auszrichten. Auch in anderen Bundesländern werden vereinzelt ähnliche Vorhaben diskutiert.

Bei der Frage, ob Medienbildung als Querschnittsaufgabe in unterschiedliche Unterrichtsfächer gehört oder ein eigenes Fach (wie z.B. „Medienkunde“) benötigt, scheiden sich die Geister. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die sich auf zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen beziehen. Hier muss die Politik Maßnahmen ergreifen und anfangen, eine klare Linie vorzugeben. Bildung ist zwar Ländersache, aber in Bezug auf Medienbildung und Digitalisierung sind die Maßnahmen derzeit sehr unterschiedlich, sodass kaum vergleichbare Best-Practice-Lösungen abgeschaut werden können. Schulen, Kommunen, Städte und Länder bringen so unterschiedliche Voraussetzungen mit, dass sie sich nicht einmal an erfolgreich erprobten Konzepten orientieren können, weil sie selbst ganz anderen Bedingungen ausgesetzt sind. Wie auch immer die Entscheidungen bezüglich der Curricula ausfallen: Es muss mehr Klarheit und Einheitlichkeit geben!

„Hier muss die Politik Maßnahmen ergreifen und anfangen eine klare Linie vorzugeben.“

Datum: 24.03.2020
Autorinnen: Jessica Wawrzyniak & Kate

Jessica Wawrzyniak

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Jessi verstärkt das Digitalcourage-Team seit Anfang 2016 als studierte Medienpädagogin. Sie ist Autorin des Buchs „#Kids #digital #genial - Das Lexikon von App bis .zip“ und leitet unsere AG Pädagogik. Sie arbeitet unermüdlich daran Kindern und Jugendlichen einen mündigen Umgang mit Technik und Medien zu ermöglichen und ist als Fachreferentin in Einrichtungen aller Art gefragt..

E-Mail: jessica.wawrzyniak

Fazit

Eltern und Schulen müssen bei Vermittlung von Medienkompetenz mit anpacken. Datenschutz ist Teil von Medienkompetenz. Die Möglichkeiten, die Eltern ihren Kindern an die Hand geben können, sind begrenzt. Hilfestellungen, z.B. durch das Bundesfamilienministerium, sind nur bedingt vorhanden, da Datenschutzaspekte auf Metaebene (technisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich) oft fehlen. Um diese Inhalte zu vermitteln, müssen Schulen eingreifen. Wie dies geschehen soll, wird bereits in Medienkonzepten mitgedacht, doch es fehlt an Ressourcen für die Umsetzung (Wissen der Lehrkräfte, zeitliche Faktoren und finanzielle Aspekte bezüglich der Hard- und Software). Auch eine Vorbildfunktion im kritischen Umgang mit Technik fehlt häufig, was die Vermittlung kritischer Medienkompetenz sehr erschwert.

Die Probleme im Hinblick auf die Vermittlung von Medienkompetenzen führen uns wieder zu quelloffener Software als Lösungsansatz für Schulen. Quelloffene Software (auch freie Software genannt) schafft ein Bewusststein in die Konstruiertheit und Programmierbarkeit von Medien, sodass ein Bewusstsein für die Nutzung entstehen kann, sowie die Erkenntnis, dass Software beeiflussbar und gestaltbar ist. Die Software an Schulen schauen wir uns in Teil 3 der Artikelreihe genauer an.

Empfehlungen

Wir haben ein paar Tipps für Sie, wie die Einbindung von Medienbildung in den Unterricht und Schulalltag gelingen kann:

Über uns

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Veröffentlicht am 19.03.2020

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