Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2014 und ist daher potentiell veraltet. Schauen Sie doch mal in unseren aktuelleren Adventskalender oder bei der digitalen Selbstverteidigung.

In der Weihnachtzeit suchen wir online nach Geschenken und Adressen, denn wir wollen wissen, welche Speisen besonders auftragen oder wie wir am besten Oma und Opa einen Besuch abstatten können. Dabei hinterlässt jede Suchanfrage Datenspuren für die sich viele Firmen interessieren. Die große Mehrheit der Deutschen benutzen Google als Suchmaschine, das verbreiteste Verb zu „etwas im Internet suchen“ ist „googeln“. Dabei gibt viele Alternativen.

Seien Sie kritisch und prüfen Sie selbst

Wir wollen nicht bestimmte Suchmaschinen empfehlen, sondern zeigen, wie unterschiedlich Suchdienste mit Daten umgehen und wie sich diese Angebote finanzieren. Die Studie "Durchleuchtet, analysiert und einsortiert" erklärt "Das Geschäft mit unseren persönlichen Daten: Von Adresshandel und Scoring". Wer sich diese Studie angesehen hat, nutzt auch nicht mehr jede Suchmaschine. Wenn Sie wissen, was die Suchmaschinen mit Ihren Daten machen, ist das ein wichtiger Schritt in Richtung digitaler Mündigkeit. Grundsätzliche Informationen zu Suchseiten und eine riesige Liste finden Sie auf suchfibel.de, die Seite erklärt zum Beispiel den Unterschied zwischen Meta-Suchmaschinen und Spezialsuchmaschinen. Zum Thema Datenschutz wird wenig gesagt, wir haben die Datenschutzrichtlinien einiger Suchdienste deshalb unter die Lupe genommen und die Seiten alphabetisch aufgelistet.

Seiten zum Suchen auf einen Blick

(alphapetisch sortiert)

  • DeuSu arbeitet werbefrei und wird ausschließlich durch Spenden finanziert. DeuSu betreibt einen eigenen Suchindex, während andere Seiten die Suchergebnisse von Google oder Bing nutzen. Das Thema Suchindex erklären wir weiter unten.

  • duckduckgo.com speichert nach eigenen Angaben keine IP-Adressen und leitet Suchanfragen so weiter, dass die Zielseite keine Informationen über Suchbegriffe erhält, die Sie eingegeben haben. Darüber hinaus kann man via Kürzel verschiedene Websites bequem direkt ansurfen. Wenn es möglich ist, leitet DuckDuckGo immer auf Seiten mit "HTTPS"-Verschlüsselung um, die Suchmaschine arbeitet ähnlich wie das Firefox-Plugin "HTTPS-Everywhere". DuckDuckGo arbeitet mit verschiedenen Online-Shops zusammen und erhält Geld, wenn Suchanfragen zum Kauf führen. Weitere Angaben zum Umgang mit Daten finden Sie online. Wie alle Seiten mit Sitz in den USA, unterliegt DuckDuckGo dem Patriot Act mit kritischen Auswirkungen auf den Datenschutz, wie unter anderem heise.de aufgearbeitet hat.

  • ixquick.com erhielt 2008 vom Europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx das erste Europäische Datenschutzgütesiegel "EuroPriSe". Mehr dazu steht auf der Seite vom Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. ixquick.com erklärt sehr gut verständlich ihre Datenschutzrichtlinien, deren Lektüre wir empfehlen können. Die Seite finanziert sich über gesponserte Treffer auf den Ergebnisseiten.

  • metager.de wird vom SUMA-EV - Verein für freien Wissenszugang mit Sitz in Hannover entwickelt. Metager speichert nach eigenen Angaben weder Ihre IP-Adresse, noch den „Fingerabdruck“ Ihres Browsers, verzichtet auf Tracking und bietet einen Zugang über das anonyme Tor-Netzwerk. Die sehr übersichtlich aufgelisteten Infos zu Datenschutz und Privatsphäre können auf der Seite eingesehen werden. Metager wird finanziert über Spenden, Fördermitgliedschaften und Text-Werbe-Links. Übrigens: Die Betreiber der Seite können mit PGP-Verschlüsselung kontaktiert werden.

  • startpage.com ist die Schwesterseite von ixquick, gehört ebenfalls dem niederländischen Unternehmen Surfboard Holding B.V. und verdient nach eigenen Angaben mit „deutlich gekennzeichneten - gesponserten Suchergebnissen“ Geld. Die Datenschutzrichtlinien sind die selben wie bei ixquick. Teilweise stehen Server von startpage in den USA und unterliegen damit wie DuckDuckGo dem Patriot Act.

  • tersee.com sucht vor allem Nachrichten und wird in Berlin entwickelt. Die Seite setzt Cookies ein, nutzt Google Analytics und AdSense, um Daten über das Verhalten der Nutzer.innen zu sammeln und übermittelt Daten an Google Inc. in den USA. Damit können wir diese Suchmaschine nicht empfehlen. Alles weitere ist auf der "About"-Seite nachzulesen.

  • YaCy.net ist ein dezentrales Suchkollektiv auf Basis einer freien Suchmaschinensoftware. „YaCy läuft nicht auf einem Server im Internet, sondern auf Ihrem eigenen Rechner“ und strebt Informationsfreiheit an. Laut eigenen Angaben werden keine Nutzerdaten gesammelt und Zensur ist dadurch erschwert, dass der Code öffentlich ist. YaCy wird vom SUMA-EV - Verein für freien Wissenszugang mit Sitz in Hannover - unterstützt.

  • yandex.com erklärt unverständlich, wie mit Daten umgegangen wird. Die Seite sammelt in Kooperation mit Partnern Daten zur Verbesserung des Angebots und zum Schutz der Rechte ihrer Nutzer.innen und Partner. Das verstehen wir nicht, weshalb wir diese Suchmaschine nicht empfehlen. Einen Einblick in die Geschichte des russischen Unternehmens gibt der Wikipedia-Artikel zu Yandex.

Suche

Das Problem mit Google

Google hat aus vielen Gründen den BigBrotherAward 2013 erhalten: Google ist ein Konzern, der aus Wissen und Daten ein Geschäft macht und dafür auch noch ein Monopol anstrebt. Google arbeitet intransparent – es ist unbekannt, wie die Treffer auf Suchanfragen zustandekommen und wie sie angeordnet werden. Außerdem sammelt Google ungeheuer viele Daten über seine Benutzer und muss durch den Patriot Act mit Geheimdiensten kooperieren. Gleichzeitig ist Google sehr zurückhaltend mit dem eigenen Wissen: Nur die ersten 1000 Treffer einer Suche werden angezeigt. Das klingt viel, ist aber nur ein kleiner Bruchteil aller Ergebnisse. Ähnliche Probleme gibt es auch bei Bing, Yahoo, Ask und Co. Das Geheimnis liegt im Index...

Beim Suchen kommt es auf den Index an

Suchmaschinen sind so gut, wie ihr Index. Das ist die Sammlung der Schlagwörter, die schnell durchsucht werden kann, um die Seiten mit den gewünschten Inhalten im unübersichtlichen Internet zu finden. Der Aufbau eines guten Indexes ist so kostenintensiv, dass nur große Konzerne die Kapazität dafür haben. Kleine Suchmaschinen, die keine oder wenig Werbung einblenden, haben millionenfach weniger Geld zum Durchsuchen des Internets zur Verfügung. Ihre Suchergebnisse liefern oft nicht die gewünschten Treffer. Andere Seiten wie startpage nutzen den Index der Großen wie Google, Yahoo oder Yandex.

Für einen offenen Webindex

SUMA-EV – Verein für freien Wissenszugang hat einen Aufruf für einen offenen Webindex gestartet. Ziel ist es einen frei zugänglichen Webindex zu schaffen, der von unterschiedlichen Suchmaschinen und anderen Diensten genutzt werden kann. Hintergründe erklärt Dirk Lewandowski im Interview, er ist einer der Initiatoren des Aufrufs. Etwas kämpferisch titelt Golem: „Initiative will Google mit freiem Webindex angreifen“

Bild:
Jeffrey Beall auf Flickr unter Lizenz CC BY-SA 2.0


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Der Artikel ist auf dem Stand vom 10.12.2014. Sollten Sie Fehler finden, Ergänzungen haben oder Empfehlungen bei Ihnen nicht funktionieren, geben Sie uns Bescheid.


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